Nordrhein-WestfalenKI für schnellere Verwaltung

NRW.Genius nutzt moderne generative KI-Technologien, darunter Sprachmodelle wie GPT-4o, um textbasierte Arbeitsschritte effizienter zu gestalten.
(Bildquelle: Anat art/stock.adobe.com)
Nordrhein-Westfalen baut den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung weiter aus. Mit einer neuen Vereinbarung erweitern das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) und das Ministerium der Finanzen den Einsatz der KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden großen Landesrechenzentren soll gestärkt werden. Künftig wird die KI-Anwendung, die vom Digitalministerium gemeinsam mit dem Landesbetrieb IT.NRW entwickelt wurde, auch im Rechenzentrum der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung betrieben. Perspektivisch eröffnet dies neue Nutzungsmöglichkeiten, auch für sensiblere Datenbereiche der Finanzverwaltung. Grundlage der Zusammenarbeit war ein Letter of Intent vom 18. Dezember 2025 der beiden beteiligten Ministerien. Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung zwischen den Rechenzentren wird die Kooperation nun konkret umgesetzt.
Enge Zusammenarbeit der Rechenzentren
„Mit der Vereinbarung holen wir NRW.Genius in eine der datenintensivsten und rechtlich anspruchsvollsten Verwaltungen des Landes. Der eigenständige Betrieb durch das Rechenzentrum der Finanzverwaltung schafft die notwendige technische und organisatorische Grundlage, um generative Künstliche Intelligenz auch unter den strengen Vorgaben des Steuergeheimnisses sicher und rechtskonform zu nutzen“, betont Dirk Günnewig, Staatssekretär im Ministerium der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen. Die beiden Rechenzentren wollen die enge Zusammenarbeit zum gemeinsamen Know-how-Aufbau für den Betrieb komplexer KI-Systeme nutzen. Davon profitierten die KI-Expertinnen und -Experten in beiden Häusern, so Günnewig.
Einsatz in allen Verwaltungsebenen
NRW.Genius bildet den zentralen Rahmen zur Einführung und Nutzung generativer Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen. Bereits heute steht die Verwaltungsassistenz im Rahmen einer erweiterten Teststellung rund 10.000 Beschäftigten in 46 Behörden zur Verfügung. Kürzlich wurde außerdem eine erste Pilotierung im kommunalen Bereich gestartet. Damit wird der Einsatz systematisch über verschiedene Verwaltungsebenen hinweg erprobt und weiterentwickelt.
Aufgrund der besonderen Anforderungen des Steuergeheimnisses war ein Einsatz von NRW.Genius in steuerlichen Bereichen bisher nicht möglich. Durch den eigenständigen Betrieb im Rechenzentrum der Finanzverwaltung werden nun die Voraussetzungen für eine sichere, rechts- und datenschutzkonforme Nutzung geschaffen. Der modulare Aufbau der Lösung macht es außerdem möglich, dass die Finanzverwaltung einige Teilfunktionen in ihre hochspezialisierten Fachprodukte integriert.
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