Schleswig-HolsteinWirkmächtiges Instrument

[19.06.2026] Eine positive Bilanz zum Digitalisierungsbooster SH hat Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gezogen. Zentrale Maßnahmen sind eine LoRaWAN-Infrastruktur, die 5G-Campusnetze und das Landesprogramm Offene Innovation.
Vier Männer vor Bildschirmen_5G-Campusnetze_SH

Ein Teil des Digitalisierungsboosters SH ist das 5G‑Campusnetz, welches das Land Anfang des Jahres in Betrieb genommen hat.

(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)

Gute fünf Jahre nach dem Start des Digitalisierungsboosters SH zieht Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter eine positive Bilanz. Hauptziel des Programms sei es gewesen, kurzfristig wichtige Digitalisierungsmaßnahmen in der Landesverwaltung zu ermöglichen, die Digitalwirtschaft im Norden bei der Umsetzung stärker einzubinden, die Projektumsetzung gemeinsam mit kommunalen Partnern vor Ort voranzutreiben sowie die Resilienz der Landesverwaltung im digitalen Raum zu stärken.

„Mit dem Digitalisierungsbooster haben wir in der letzten Legislaturperiode ein wirkmächtiges Instrument für die digitale Transformation in unserem Land geschaffen. In den vergangenen fünf Jahren haben wir die Maßnahmen des ressortübergreifend aufgelegten Programms konsequent umgesetzt. Heute kann man sagen: Der Digitalisierungsbooster SH hat seine Wirkung entfaltet, er ist ein Booster für die digitale Wirtschaft, für digitale Souveränität, Sicherheit und Resilienz in Schleswig-Holstein geworden. Das Programm hat entscheidende Impulse gesetzt“, sagte Minister Schrödter. „Von den Maßnahmen wie dem Landesprogramm Offene Innovation, der LoRaWAN-Infrastruktur oder den 5G-Campusnetzen profitieren neben der Landesverwaltung insbesondere der gesamte Digitalstandort Schleswig-Holstein und damit auch die Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Entstanden ist ein starkes digitales Ökosystem aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, welches auch über unsere Landesgrenzen hinaus wirkt. Schleswig-Holstein ist seit Beginn des Digitalisierungsboosters SH digital unabhängiger, sicherer, schneller und widerstandsfähiger geworden.“

Offene Innovation

Das Landesprogramm Offene Innovation (wir berichteten) wurde 2024 erstmalig aufgelegt. Es setzt nach Angaben der Staatskanzlei einen bedeutenden Impuls für die digitale Souveränität von Kommunen sowie gemeinnützigen Verbänden und Vereinen in Schleswig-Holstein. Zugleich unterstütze das Landesprogramm die Umstellung der Digitalwirtschaft auf zukunftsfähige Open-Source-Lösungen. Das Programm zeichne sich unter anderem dadurch aus, dass mit schleswig-holsteinischen Finanzmitteln ausschließlich die schleswig-holsteinische Digitalwirtschaft gestärkt wird. In zwei Ausschreibungsrunden wurden in einem wettbewerblichen Verfahren unter Aufsicht einer Fachjury aus mehr als 100 Einreichungen letztlich 31 innovative Open-Source-Projekte gemeinsam mit der schleswig-holsteinischen IT-Wirtschaft umgesetzt. Die Lösungen stehen nachnutzbar auf OpenCode zur Verfügung. Die dritte Ausschreibungsrunde läuft bereits, erneut mit mit fast 70 Projektideen, die eingereicht wurden. Für die Umsetzung der Projekte habe das Land bislang rund sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

„Von Anfang an hat das Programm einen Nerv getroffen“, sagte Schrödter. „Durch die Beteiligung des Landes an konkreten Digitalisierungsvorhaben von Verwaltung und Zivilgesellschaft entstehen offene und nachnutzbare Lösungen, die als Grundlage für weitere Entwicklungen im Land dienen.“ Das Landesprogramm fördere somit Innovation, digitale Souveränität und die wirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein. Darüber hinaus werde die Verwaltung durch das Programm unterstützt, entlastet und organisatorisch modernisiert.

LoRaWAN und 5G-Campusnetze

2024 hat die Landesregierung mit über 420 Gateways eine flächendeckende LoRaWAN-Infrastruktur etabliert und mit der effizienten Funktechnologie für Behörden und Kommunen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in die digitale Zukunft gesetzt, teilt die Staatskanzlei des Weiteren mit. Aufbauend darauf wird das Land den Nutzerinnen und Nutzern mit dem IoT-Hub SH eine eigene Plattform zur Verfügung stellen, um die Funktechnologie digital unabhängig, sicher und mit offenen Standards nutzen zu können. „LoRaWAN und das Internet der Dinge sind Schlüsseltechnologien der digitalen Transformation und wichtige Puzzleteile, um das volle Digitalisierungspotenzial in Schleswig-Holstein zu heben“, sagte Minister Schrödter. „Mit der Maßnahme stärken wir nicht nur unsere digitale Souveränität, sondern auch die Sicherheit und Transparenz bei der Datenverarbeitung.“

Als ein weiteres greifbares Resultat des Digitalisierungsboosters SH hat die Landesregierung ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen (wir berichteten). Schleswig-Holstein markiert damit einen wichtigen Schritt für den digitalen Katastrophenschutz des Landes, der ohne das Boosterprogramm in der Zeit nicht möglich gewesen wäre, so die Staatskanzlei. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen miteinander kommunizieren und Einsätze koordinieren können – selbst dann, wenn das öffentliche Mobilfunknetz ausfällt. Schleswig-Holstein sei eines der ersten Bundesländer, das solche Netze gezielt zum Schutz der Bevölkerung und Kritischer Infrastrukturen einsetzt. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden an insgesamt fünf Standorten lokale 5G-Campusnetze aufgebaut und verbunden. Zusätzlich stehe eine mobile 5G-Zelle für den flexiblen Einsatz bei Großlagen zur Verfügung. Sowohl die Campusnetze als auch die mobilen Funkzellen zahlen laut Staatskanzlei unmittelbar auf die Ziele des Digitalisierungsboosters SH ein, indem diese die Resilienz der Verwaltung stärken und im Ausnahmefall sichern.

Dies seien, so Minister Schrödter, nur drei Beispiele, die anschaulich zeigen, wie der Digitalisierungsbooster SH die digitale Transformation beschleunige, die Digitalwirtschaft im Land stärke und einen wichtigen Beitrag leiste, die Landesbehörden gemeinsam mit den Kommunen souverän, sicher und modern aufzustellen.





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