Baden-WürttembergCyberangriffe nehmen deutlich zu

[17.09.2026] Die Cybersicherheitslage in Baden-Württemberg hat sich weiter verschärft. Besonders Kommunen und Hochschulen waren von Angriffen betroffen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen stieg die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent.

Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW): Bedrohungslage hat sich deutlich verschärft.

(Bildquelle: 123rf.com)

Die Zahl der Cybersicherheitsvorfälle in Baden-Württemberg ist 2025 deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) hervor. Besonders im Fokus von Cybercrime-Gruppierungen standen demnach Kommunen und Hochschulen.

Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie Unternehmen in kommunaler Trägerschaft registrierte die CSBW fast 50 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr. Dabei besteht für Kommunen und Unternehmen keine generelle Pflicht, Cybersicherheitsvorfälle an die Landesagentur zu melden. An Hochschulen, Universitäten und vergleichbaren Einrichtungen nahm die Zahl der minderschweren Fälle um mehr als 160 Prozent zu.

Erfolgreiche Ransomware-Angriffe

Auch mehrere erfolgreiche Ransomware-Angriffe wurden bekannt. Nach Angaben der CSBW trafen sie drei Schulen und zwei Kommunen. Teilweise wurden deren IT-Systeme vollständig verschlüsselt, wodurch die Einrichtungen erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt waren. Zudem kam es zu einer teilweise erfolgreichen Netzwerkkompromittierung einer Hochschule. Deutliche Zuwächse verzeichnete die CSBW auch bei einzelnen Angriffsarten. Die Zahl der registrierten Phishing-Angriffe stieg um 320 Prozent, die der Passwort-Kompromittierungen um 230 Prozent. Bei gefälschten Internet-Shops betrug der Anstieg 1.230 Prozent.

Verbesserte Erkennungsmöglichkeiten der CSBW

Die höheren Fallzahlen seien allerdings nicht allein auf eine verschärfte Bedrohungslage zurückzuführen. Auch verbesserte Erkennungs- und Auswertungsmöglichkeiten der CSBW sowie eine gestiegene Meldebereitschaft hätten dazu beigetragen, dass mehr Angriffe und Schwachstellen erfasst wurden. „Die Bedrohungslage im Cyberraum hat sich auch 2025 weiter verschärft. Es ist mehr denn je notwendig, dass wir die Anstrengungen zur Sicherheit und Verteidigung im digitalen Raum intensivieren“, sagt CSBW-Präsidentin Nicole Matthöfer.

Nach Angaben der Behörde wächst zugleich die Nachfrage nach ihren Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Schulungen, ein Warn- und Informationsdienst sowie IT-Notfallübungen. Das Cybermonitoring der CSBW habe 2025 dazu beigetragen, potenzielle Schäden von rund 24 Millionen Euro zu verhindern.

Bedrohung durch KI-generierte Phishing-Mails

Für die weitere Entwicklung sieht die CSBW insbesondere den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) durch Cyberkriminelle als Herausforderung. KI-generierte Phishing-Mails würden häufiger und qualitativ besser. Die Behörde will deshalb ihre Sensibilisierungs- und Präventionsangebote weiter ausbauen.





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