Baden-WürttembergDritter Digitalisierungsbericht liegt vor

[26.05.2021] Der Dritte Digitalisierungsbericht des Landes Baden-Württemberg gibt einen detaillierten Überblick über die bereits umgesetzten Projekte. Dazu gehören der Forschungsleuchtturm Cyber Valley, die Cyberwehr und die Cybersicherheitsagentur sowie der Ausbau gigabitfähiger Netze.
Dritter Digitalisierungsbericht des Landes Baden-Württemberg liegt vor.

Dritter Digitalisierungsbericht des Landes Baden-Württemberg liegt vor.

(Bildquelle: www.digital-bw.de)

Der Dritte Digitalisierungsbericht des Landes Baden-Württemberg liegt vor. Bei dessen Vorstellung betonte Digitalisierungsminister Thomas Strobl, dass damit ein Erneuerungsvertrag „mit einem ambitionierten und weitreichenden Plan“ ausgearbeitet worden sei. Die Digitalisierungsstrategie des Landes solle ein Update erhalten, etwa bei der Spitzenforschung, der Cyber-Sicherheit oder dem Ausbau des schnellen Internets. In den vergangenen fünf Jahren sei mit dem Cyber Valley ein internationaler Forschungsleuchtturm auf- und ausgebaut worden. Auch mit der Cybersicherheitsagentur und der Cyberwehr habe das Land Pionierarbeit geleistet. In den vergangenen fünf Jahren habe sich Baden-Württemberg zudem bei gigabitfähigen Netzen vom Mittelfeld ins Spitzenfeld vorgearbeitet, führte Minister Thomas Strobl weiter aus. Der Dritte Digitalisierungsbericht der Landesregierung gibt einen Überblick über all diese Projekte.

Breitband-Ausbau und Zukunftstechnologien

Einer der Themenschwerpunkte der Digitalisierungsstrategie digital@bw ist der Breitband-Ausbau. Mit Einsatz von Landes- und Bundesmitteln hat das Land Baden-Württemberg nach Angaben des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen zwischen 2016 und 2021 mehr als 2.600 Breitband-Projekte in Städten und Gemeinden unterstützt. Inzwischen verfügten 94,5 Prozent der Haushalte über einen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde, 57 Prozent verfügen über Anschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeit. Damit liege Baden-Württemberg sieben Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Flächenländer.
Mit dem Cyber Valley verfüge das Land zudem seit dem Jahr 2016 über ein europaweit einmaliges Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (KI) und intelligente Systeme. In der vergangenen Legislaturperiode sei das Cyber Valley kräftig gewachsen. Die Förderung der Spitzenforschung geht damit einher, nach eigenen Angaben verfügt das Land über eine „herausragende Zahl“ an Professuren für künstliche Intelligenz und Robotik und „mische weltweit vorne mit“. Mit dem Innovationspark KI soll außerdem zukünftig ein weltweit sichtbares Zentrum für KI-Anwendung entstehen, das etablierte Unternehmen und Start-ups, Fachkräfte und Talente, Wissenschaft und Investoren zusammenbringen soll.

Cyber-Sicherheit und Gesundheit digital

Kernelement der neuen Cyber-Sicherheitsstrategie des Landes soll die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) sein, die per Gesetz am 17. Februar 2021 errichtet wurde. Die Behörde fungiert als zentrale Koordinierungs- und Meldestelle im Land und vernetzt Staat, Verwaltungen, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung im Bereich der Cyber-Sicherheit.
Mit dem Aufbau der Zentren für Personalisierte Medizin (ZPM-Verbund) hat die Landesregierung darüber hinaus die Basis für transparente Strukturen und Zugangswege zur digitalen personalisierten Medizin geschaffen. Zu deren wichtigsten Bausteinen gehört das Datennetzwerk bwHealthCloud, das laut Digitalministerium eine qualitätsgesicherte Datensammlung erlaubt. Damit seien evidenzbasierte individuelle Therapieentscheidungen möglich.

Digitale Verwaltung und Kommunen

Bürgern Behördengänge zu ersparen ist ein weiteres Ziel der Landesregierung. An der OZG-Umsetzung sind die Kommunalen Landesverbände sowie die IT-Dienstleistern BITBW und Komm.ONE beteiligt. Über die E-Government-Plattform service-bw werden die entwickelten Online-Leistungen allen Städten und Gemeinden im Land zentral zur Verfügung gestellt. Durch die Ende-zu-Ende-Digitalisierung sei es möglich, Verwaltungsdienstleistungen in Behörden und Ämtern ebenfalls digital abzuwickeln. Außerdem unterstütze die Landesregierung die Kommunen über die Digitalakademie@bw. Dort würden Führungskräfte qualifiziert und Digitallotsen in Kommunalverwaltungen ausgebildet, zudem helfe die Digitalakademie Kommunen bei der Digitalisierung von Prozessen und Abläufen.
Auch die Landesverwaltung selbst werde immer digitaler, etwa durch den Einsatz der E-Akte in Innenministerium, Justizministerium und Verkehrsministerium und durch das so genannte besondere Behördenpostfach. Vom Finanzministerium, dem Umweltministerium und dem Ministerium für Ländlichen Raum werde darüber hinaus das gemeinsame Projekt Bodenschätzung digital betrieben. Es stelle Daten über die Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit von Böden digital bereit, die beispielsweise für das Precision Farming und den Bodenschutz wichtig seien.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Sachsen-Fahne im Gegenlicht

Sachsen: Weniger Pflichten, mehr Digitalisierung

[04.11.2026] Die sächsische Staatsregierung hat einen Gesetzentwurf zur Staatsmodernisierung beschlossen. Er soll Mitwirkungspflichten abbauen, Behördenkontakte per E-Mail erleichtern und Genehmigungen durch eine dreimonatige Entscheidungsfrist beschleunigen. mehr...

bericht

AKDB-Kommunalforum: Digitalisierung als Dienst an der Demokratie

[30.10.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring hat sich auf dem AKDB-Kommunalforum dafür ausgesprochen, digitale Technologien und Künstliche Intelligenz konsequent in den Verwaltungen einzusetzen. Dabei gehe es nicht nur um effizientere Verwaltungsabläufe, sondern auch um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat. mehr...

Rheinland-Pfalz: OZG-Umsetzung beschleunigen

[27.10.2026] Rheinland-Pfalz will die Digitalisierung der Verwaltung gemeinsam mit den Kommunen weiter voranbringen. Im Mittelpunkt stehen die flächendeckende Bereitstellung und stärkere Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen sowie die Ende-zu-Ende-Digitalisierung. mehr...

Wehende Flagge mit dem Landeswappen von Sachsen.

Sachsen: Fünf Online-Dienste landesweit

[27.10.2026] Der Freistaat Sachsen und der Bund haben vereinbart, fünf Online-Dienste bis Ende Juni 2027 in allen zuständigen Kommunalbehörden bereitzustellen. Der Bund finanziert die technische Anbindung, die govdigital gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister Lecos übernimmt. mehr...

Nationale Digitaloffensive: Bayern meldet erste Erfolge

[26.10.2026] Bayern hat ein erstes Ziel der Nationalen Digitaloffensive vorzeitig erreicht: Alle 96 Ausländerbehörden im Freistaat sind an den Online-Dienst „Aufenthalt Digital“ angeschlossen. Damit ist die Beantragung eines Aufenthaltstitels landesweit digital möglich. Auch bei der elektronischen Wohnsitzanmeldung kommt der Ausbau voran. mehr...

Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen

[15.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...

Thüringen: Gemeinsame Standards vereinbart

[14.10.2026] Thüringen und die kommunalen Spitzenverbände haben ihre Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung neu vereinbart. Gemeinsame Standards und eine stärkere Nutzung der Verwaltungscloud sollen die IT-Systeme von Land und Kommunen besser verbinden. mehr...

Drei EU-Flaggen vor blauem Himmel wehen im Wind, im Hintergrund ein modernes Gebäude und blauer Himmel.

OSBA: Vorrang für Open Source

[13.10.2026] Die EU-Kommission hat einen Entwurf für eine neue Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...

NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran

[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...

Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium

[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...

Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter

[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...

Mann mit gelbem Shirt und dunkelroter Hose liegt gemütlich auf einer grauen Couch und schaut auf sein Smartphone.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

Tablet mit dem Cover des Berichts zur Staatsmodernisierung

BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung

[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...

Blick über die Schulter einer Person, die ein Smartphone hält. Auf dem Screen ist das EUDI-Wallet-Logo.

EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag

[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...