BerlinWeichenstellung für Verwaltungs-IT

Die Stadt Berlin hat - als drittes Land nach Sachsen und Schleswig-Holstein - eine Open-Source-Strategie.
(Bildquelle: jordi2r/123rf.com)
Der Berliner Senat hat zwei für die weitere Digitalisierung der Landesverwaltung entscheidende Beschlüsse getroffen. Mit der Verabschiedung einer Open-Source-Strategie will Berlin die Innovationskraft und die Digitale Souveränität im Land nachhaltig stärken. Im Zentrum der neuen Strategie stehen laut Senatskanzlei der Aufbau einer offenen IT-Landschaft, die Etablierung einer Open-Source-Kultur innerhalb der Verwaltung sowie die nachhaltige Verbesserung digitaler Services für die Bürgerinnen und Bürger. Dabei solle Open Source nicht nur als Technologie, sondern als Hebel verstanden werden, um Effizienz, Transparenz und Unabhängigkeit dauerhaft zu steigern, heißt es aus Berlin. Mit dem Beschluss setzt der Senat eine Maßnahme der aktuellen Richtlinien der Regierungspolitik 2023 – 2026 um. Das Land arbeitete schon länger an der Open-Source-Strategie, zudem gibt es seit Herbst 2023 ein Open Source Kompetenzzentrum (OSK), das am ITDZ Berlin angesiedelt ist.
Bisher wenig Open-Source-Affinität
Bisher kommen in der Berliner Verwaltung Open-Source-Lösungen nur in geringem Umfang zum Einsatz. Das geht aus einem aktuellen Beitrag des Berliner Tagesspiegels hervor. Das Blatt hatte alle zehn Senatsverwaltungen gefragt, in welchem Umfang sie Open Source verwenden. Die Antworten der Behörden seien „ernüchternd“. Während laut Tagesspiegel-Recherche in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf ganzen vier Rechnern das quelloffene LibreOffice läuft, werden in der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz keine Open-Source-Produkte eingesetzt, ähnlich sieht es in der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales aus. Einige Häuser betreiben zumindest ihre Server mit dem Betriebssystem Linux, weitere Ressorts – namentlich Finanzen und Wirtschaft sowie der Schulbereich der Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie – setzen laut Tagesspiegel in Teilen auf Open-Source-Anwendungen. Die Unterschiede bei der Ausstattung der Häuser sind wohl auch der Tatsache geschuldet, dass die IT der Landesverwaltung nicht durchgängig zentral vom ITDZ betrieben wird.
Rechtsgrundlage für KI-Einsatz
Beschlossen wurde auch ein Änderungsgesetz zum E-Government-Gesetz (EGovG Bln). Damit wird insbesondere eine Rechtsgrundlage zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) bei personenbezogenen Daten geschaffen werden. Das Berliner E-Government-Gesetz soll durch die beschlossene Änderung an aktuelle rechtliche und technische Entwicklungen angepasst und eine rechtssichere Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der Berliner Verwaltung ermöglicht werden. Gleichzeitig wurden auch das Gesetz über den Rechnungshof von Berlin und das Berliner Datenschutzgesetz geändert. Damit gilt die neu geschaffene Regelung für den Einsatz von KI auch für den Berliner Rechnungshof und die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
BSI: Klare Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste
[29.04.2026] Das BSI hat einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Souveränität von Cloud-Diensten vorgelegt. Das C3A-Framework soll Cloud-Kunden wie auch -Anbietern Orientierung geben und eine selbstbestimmte Nutzung erleichtern. Auch Audits für Cloud-Anbieter sind geplant. mehr...
OSBA/Deutschland-Stack: Transparente Standards für Cloud-Dienste
[13.04.2026] Die Open Source Business Alliance bewertet die Integration des Sovereign Cloud Stack in den Deutschland-Stack als wichtigen Schritt für offene Cloud-Standards. Der IT-Planungsrat verankert damit erstmals Open-Source-basierte Referenzarchitekturen für Cloud- und Managed Services in der Verwaltung. mehr...
Bitkom: Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit ist da
[13.04.2026] Menschen in Deutschland wünschen sich, dass Europa bei digitalen Technologien unabhängiger wird. Gleichzeitig werden europäische Anwendungen und Technologien nur in wenigen Bereichen genutzt. Der Bitkom fordert daher bessere Rahmenbedingungen für Innovation. mehr...
OSBA: Cyber Resilience Act und Open Source
[09.04.2026] Open Source ist Grundlage der meisten Softwareprodukte und daher zentral für die IT-Sicherheit. Dies muss auch in der Umsetzung des Cyber Resilience Act berücksichtigt werden, fordert die OSBA. Open Source braucht eine passende Regulierung mit Unterstützung der Wirtschaft und klaren Verfahren. mehr...
ZenDiS: Konsultation zur digitalen Souveränität
[30.03.2026] Dass die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von außereuropäischen Technologieanbietern verringert werden muss, ist unstrittig. Gleichzeitig bleibt der Begriff der digitalen Souveränität oft unscharf. Das ZenDiS will dafür nun messbare Kriterien entwickeln – auf Basis eines möglichst breiten Konsens. mehr...
Schleswig-Holstein: Call for Concepts beim Landesprogramm Offene Innovation
[29.01.2026] Es ist erklärtes Ziel Schleswig-Holsteins, mit Open Source die digitale Souveränität zu sichern und den Digitalstandort zu stärken. Dazu trägt auch das Landesprogramm Offene Innovation bei, mit dem praxisrelevante Open-Source-Projekte in Verwaltung und Zivilgesellschaft gefördert werden. Nun startet die dritte Runde. mehr...
openDesk: Arbeitsfähig im Krisenfall
[27.01.2026] In einem Pilotprojekt erproben die Deutsche Rentenversicherung Bund und weitere Sozialversicherer die souveräne Office- und Kollaborationssuite openDesk des ZenDiS – speziell für die Kommunikation im Krisenfall. mehr...
OSBA: Europäische IT gegen digitale Erpressung
[22.01.2026] Digitale Dienste von US-Anbietern können umstandslos blockiert werden, wie der Fall des Internationalen Strafgerichtshofs zeigt. Weitere Fälle könnten folgen. Open-Source-Lösungen bieten eine sichere, europäische Alternative. Die OSBA berät Organisationen beim Umstieg. mehr...
Next:Public: Studie belegt deutliche Souveränitätslücken
[16.12.2025] Die öffentliche Verwaltung aller Ebenen ist stark von außereuropäischen IT-Anbietern abhängig. Eine neue Studie unterfüttert diesen Befund erstmals mit konkreten Zahlen. Vor allem bei Standardsoftware zeigt sich ein struktureller Lock-in. Die Umstellung von On-Premise-Systemen auf Cloud-Dienste könnte ein möglicher Ausweg sein. mehr...
Schleswig-Holstein: Open Source spart Millionen
[08.12.2025] Digitale Souveränität ist möglich und wirtschaftlich – das zeigt Schleswig-Holstein, indem es zentrale IT-Komponenten auf quelloffene Software umstellt. Schon fast 80 Prozent der Arbeitsplätze in der Landesverwaltung nutzen LibreOffice. Als limitierender Faktor erweisen sich einige Fachanwendungen. mehr...
Digitale Souveränität: Berlin plant openDesk-Einsatz
[05.12.2025] Berlin plant nach erfolgreichen Tests im CityLab die Einführung der quelloffenen Officesuite openDesk in der Verwaltung. Das ITDZ stimmt sich dazu eng mit der Senatskanzlei und dem ZenDiS ab und bereitet erste Bereitstellungen einzelner Komponenten vor. mehr...
DAAD: Neue Infrastruktur stärkt digitale Souveränität
[26.11.2025] Um eine zukunftsfähige IT-Basis für den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) zu schaffen, wurde die virtuelle Infrastruktur der Organisation auf eine hochverfügbare, Open-Source-basierte IaaS-Plattform migriert. Unterstützt wurde der DAAD dabei von dem Unternehmen GISA. mehr...
BSI/ANSSI: Gemeinsame Kriterien zur Cloud-Souveränität
[19.11.2025] BSI und ANSSI wollen EU-weite Kriterien für souveräne Cloud-Dienste entwickeln und eine Methodik zu deren Prüfung vorlegen. Die Vereinbarung soll einheitliche Sicherheitsanforderungen schaffen und öffentlichen wie privaten Stellen klare Orientierung bieten. mehr...
Delos Cloud: Deutsch-französische Cloud-Allianz
[19.11.2025] Um die Verfügbarkeit von Cloud-Diensten in Europa auch in Notlagen zu gewährleisten, haben Delos Cloud, der französische Cloud-Dienstleister Bleu und Microsoft eine Kooperation vereinbart. Diese Absprachen wurden beim deutsch-französischen EU-Gipfel zur digitalen Souveränität in Berlin bekannt gegeben. mehr...













