ÖsterreichWirtschaftsministerium setzt auf Nextcloud

Datensouveränität ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Cloudanbieters.
(Bildquelle: tshum/123rf.com)
Das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) hat seine digitale Zusammenarbeit neu aufgestellt. Statt vollständig auf Clouddienste außereuropäischer Anbieter zu setzen, entschied sich das Ministerium für die Einführung der Cloudplattform Nextcloud auf eigener Infrastruktur. Mit der Lösung, die Sicherheit, Datenschutz und Kontrolle in den Mittelpunkt stelle, wolle das BMWET die technologische Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern verringern und gleichzeitig moderne, effiziente Arbeitsprozesse sicherstellen. Diese Entscheidung habe Signalwirkung, so das Unternehmen Nextcloud.
Datenhoheit bleibt im Haus
Das Ministerium stand vor der Aufgabe, seine digitale Zusammenarbeit neu zu strukturieren. Für die Nutzung ausschließlich US-amerikanischer Clouddienste ergab eine Risikoanalyse rechtliche Unsicherheiten. Daher entschied sich das BMWET für die Nextcloud-Plattform. Diese ermöglicht es, dass sämtliche sensible Informationen auf österreichischen Servern verbleiben. Kommunikation und Zusammenarbeit erfolgen über ein vollständig selbst betriebenes System, das den hohen Anforderungen an Datenschutz und Transparenz entspricht.
Reibungslose Einführung
Die Einführung der neuen Plattform, die von rund 1.200 Mitarbeitenden genutzt wird, erfolgte nach einer Testphase innerhalb von nur vier Monaten. Durch die Integration in bestehende Systeme konnten der digitale Servicekatalog und die Zusammenarbeit stark modernisiert werden – ohne die gewohnten Abläufe der Kolleginnen und Kollegen zu verändern, berichtet der BMWET-CIO Martin Ollrom. Zudem hätten eine umfangreiche Informationskampagne, klare Kommunikation, Schulungen und ein schrittweiser Übergang für hohe Akzeptanz und einen reibungslosen Ablauf gesorgt.
Rolle als Wegbereiter
Derzeit setzt das Ministerium in bestimmten Bereichen weiterhin auf bestehende Lösungen wie etwa Microsoft Teams – doch die Grundlage für eine schrittweise Unabhängigkeit sei geschaffen, betont Nextcloud. Damit schließe sich das BMWET einer Gruppe wegweisender öffentlicher Organisationen wie dem Land Schleswig-Holstein an, das bereits vollständig auf einen digital souveränen Open-Source-Arbeitsplatz umgestellt hat (wir berichteten). Deren Erfolg könnte wegweisend für weitere öffentliche Einrichtungen in Österreich und der EU sein – in einer Zeit, in der digitale Souveränität zunehmend als strategische Voraussetzung für Innovation und politische Handlungsfreiheit wahrgenommen wird. Österreich und Schleswig-Holstein stehen zum Thema der digitalen Souveränität im Austausch – erst kürzlich war eine Delegation aus Wien zu Gast in Kiel (wir berichteten).
Mecklenburg-Vorpommern/Schwarz Digits: Kooperation für souveräne Landes-IT
[08.09.2026] Mecklenburg-Vorpommern baut gemeinsam mit Schwarz Digits die digitale Infrastruktur der Landesverwaltung aus. Geplant sind eine hybride Cloud für Land und Kommunen sowie ein zentraler digitaler Arbeitsplatz für rund 16.000 Lehrkräfte und weitere Schulbeschäftigte. mehr...
Schleswig-Holstein: Telefonie wird Open Source
[12.08.2026] Schleswig-Holstein erneuert die Telefonie der Landesverwaltung: Die Open-Source-Plattform OSKAR soll die heterogene Infrastruktur modernisieren und das bisher genutzte proprietäre System ersetzen. Den Auftrag erhielt das Flensburger Software-Unternehmen Viakom. mehr...
Impulspapier: Digitale Souveränität in Deutschland und Europa
[10.08.2026] Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib, BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus haben ein Impulspapier zur digitalen Souveränität vorgelegt. Zu den Kernpunkten zählen die Bündelung europäischer Kompetenzen bei Schlüsseltechnologien und der Abbau regulatorischer Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...
openDesk: Weiterarbeiten in der Krise
[24.07.2026] Ein groß angelegtes Pilotprojekt mit mehreren Sozialversicherungsträgern hat openDesk als Notfallarbeitsplatz unter Realbedingungen getestet. Die vom ZenDiS gesteuerte Erprobung verlief erfolgreich. Der Einsatz von openDesk als souveränem Notfallarbeitsplatz soll weiter skaliert werden. mehr...
Bundestag/OSBA: Behörden dürfen Open Source ausschreiben
[20.07.2026] Der Einsatz quelloffener Software gilt als ein wichtiger Baustein, um einzelne Behörden und den Staat als Ganzes digital souveräner aufzustellen. Bei der Vergabe gibt es aber noch viele Unsicherheiten. Ein Gutachten des Bundestags räumt viele davon aus. Die OSBA berichtet. mehr...
Schleswig-Holstein: Fachverfahren per Low Code
[09.07.2026] Schleswig-Holstein will in seiner Landesverwaltung mehr als 100 Fachverfahren ersetzen, die bislang auf Microsoft Access basieren. Für neue webbasierte Anwendungen kommt eine Low-Code-Plattform von mgm zum Einsatz. Andere Verwaltungen sollen die entwickelten Lösungen nachnutzen können. mehr...
EU/USA: Wackeliger Datenschutzrahmen
[08.07.2026] Eine Entscheidung des US Supreme Court bringt die rechtliche Grundlage transatlantischer Datentransfers ins Wanken: Die Handelsbehörde FTC, die unter anderem kontrollieren soll, ob US-Hyperscaler wichtige Datenschutzgrundsätze einhalten, ist nicht länger neutral. Bayerns Digitalminister Mehring fordert daraus Konsequenzen für Europas digitale Souveränität. mehr...
Schleswig-Holstein: Europa braucht Open Source
[07.07.2026] Schleswig-Holstein hat mit „OSPOs for Europe“ ein europäisches Austauschformat zu Open Source angestoßen. Beim zweiten Treffen in Brüssel betonte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, dass digitale Souveränität nicht im Alleingang entsteht, sondern durch gemeinsame Standards und Technologien sowie geteilte Expertise. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Tschüs, Sharepoint – Hallo, Nextcloud
[07.07.2026] Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat für die Kollaborationssoftware seiner Verwaltung den Umstieg auf die quelloffene Lösung Nextcloud begonnen. Die ersten 5.000 Verwaltungsbeschäftigten nutzen die Lösung zum Filesharing. Perspektivisch sollen bis zu 50.000 ÖD-Beschäftigte mit Nextcloud arbeiten. mehr...
Deutsch-französische Kooperation: Vive la souveraineté !
[19.06.2026] Deutschland und Frankreich haben erstmals eine gemeinsame Definition für digitale Souveränität vorgestellt. Das Papier soll Europas technologische Abhängigkeiten verringern und künftige EU-Regeln zu KI, Cloud und Kritischen Infrastrukturen prägen. mehr...
Delos Cloud: Sopra Steria wird Partner
[08.06.2026] Sopra Steria unterstützt Behörden und öffentliche IT-Dienstleister bei der Migration in eine souveräne Cloud-Umgebung. Dazu wurde nun eine strategische Partnerschaft mit Delos Cloud vereinbart. mehr...
Bayern: Souveräner Verwaltungsarbeitsplatz – und zwar schnell
[05.06.2026] Bayerns Digitalministerium macht Tempo beim digital souveränen Arbeitsplatz. Beschäftigte sollen in den kommenden Monaten verschiedene Lösungen im laufenden Betrieb testen. 2027 soll dann bereits ein Fünftel des Hauses mit der dabei gefundenen Arbeitsplatzlösung arbeiten. mehr...
OSBA: „Souveränitätswashing“ vermeiden
[03.06.2026] Die Open Source Business Alliance unterstützt den ZenDiS-Vorstoß für einen Souveränitätscheck, sieht aber Nachbesserungsbedarf. Digitale Souveränität dürfe nicht auf Standortfragen oder Exit-Strategien verengt werden, sondern müsse den Abbau bestehender Abhängigkeiten messen. mehr...
BSI: Klare Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste
[29.04.2026] Das BSI hat einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Souveränität von Cloud-Diensten vorgelegt. Das C3A-Framework soll Cloud-Kunden wie auch -Anbietern Orientierung geben und eine selbstbestimmte Nutzung erleichtern. Auch Audits für Cloud-Anbieter sind geplant. mehr...














