SaarlandStarkregen besser verstehen

[10.04.2025] Neue Karten für extremen Starkregen ergänzen im Saarland bestehende Vorsorge-Instrumente. Sie zeigen Risiken für Menschen und Infrastruktur, sollen die kommunale Kooperation erleichtern und bilden zudem die Basis für ein geplantes landesweites Frühwarnsystem.
Eine Frau und ein Mann auf einem Podium, die Frau spricht gerade.

Saarland: Umweltministerin Petra Berg und Prof. Dr. Alpaslan Yörük von der htw saar bei der Vorstellung der Extrem-Gefahrenkarte im Rahmen der Landespressekonferenz.

(Bildquelle: Daniel Bittner)

Unter dem Eindruck des Pfingsthochwassers von 2024 hat das Umweltministerium des Saarlandes im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar (htw saar) neue Karten für extreme Starkregenereignisse erstellen lassen. Nun hat Umweltministerin Petra Berg gemeinsam mit Alpaslan Yörük von der htw saar Gefahrenkarten und Modellierungen für Starkregenereignisse vorgestellt. Diese sind im Geoportal des Landes abrufbar. Die Gefahrenbewertungskarten ergänzen die Starkregengefahrenkarten, indem sie Überflutungstiefen und Fließgeschwindigkeiten kombinieren – denn selbst niedrige Wasserstände können bei hoher Fließgeschwindigkeit gefährlich sein. Die Karten bewerten das Risiko für Menschen, Fahrzeuge und Gebäude und zeigen, wie sich Wasser bei extremen Starkregenereignissen auf der Geländeoberfläche verteilt, welche Orte bei extremem Starkregen unzugänglich werden und welche Fluchtwege zu meiden sind. Auf diese Weise verbinden sie Vorsorge und Katastrophenschutz.

Zusammenarbeit endet nicht an Gemeindegrenzen

Darüber hinaus machen die Karten auch Zusammenhänge über kommunale Grenzen hinaus sichtbar und fördern so die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg. Sie bieten eine Grundlage für eine bessere Vorsorge und schnellere Reaktionen bei großflächigen Extremereignissen. In einem nächsten Schritt soll das Team der htw saar eine landesweite Erosionsgefahrenkarte erstellen. Diese wird zeigen, wo Starkregen Boden erodiert, wie das Material transportiert wird und wo es sich ablagert. Die Ergebnisse helfen, Maßnahmen gegen Erosion zu planen, den Eintrag von Sedimenten in Siedlungen oder Gewässer zu verhindern und Schwerpunkte für die Beseitigung von Erosionsfolgen zu identifizieren.

Landesweites Frühwarnsystem geplant

Das im Rahmen dieses Forschungsprojektes entwickelte Modell zum Oberflächenabfluss soll außerdem in das Projekt Klimagefahrenabwehrsystem Blies (KliGAS) integriert werden. Dessen Ziel ist es, ein landesweites Frühwarnsystem zu entwickeln, das die Auswirkungen konkreter prognostizierter Starkregenereignisse und den erwarteten Zeitpunkt darstellt. „Die nun vorliegenden Karten machen konkret sichtbar, dass Starkregen uns alle betreffen kann, auch diejenigen, die fernab von Flüssen leben. Sie sind ein aktives Instrument, um die Bevölkerung zu schützen und solche Schutzmaßnahmen frühzeitig zu planen“, ergänzt die Ministerin.





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