Baden-WürttembergPalantir als Zwischenlösung

Die Analysesoftware Palantir will Baden-Württemberg nur in gesicherten Rechenzentren in Deutschland betreiben.
(Bildquelle: Adobe Stock)
Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat einen weiteren Schritt zur Umsetzung ihres Sicherheitspakets getan. Wie aus einer Pressemitteilung des Staatsministeriums vom Dienstag (29. Juli 2025) hervorgeht, sollen Polizei und Sicherheitsbehörden künftig mit der verfahrensübergreifenden Recherche- und Analyseplattform VeRA arbeiten, die auf der Software des US-Unternehmens Palantir basiert. Das Ziel besteht darin, große Datenmengen schnell zusammenzuführen und auszuwerten.
Bürgerinnen und Bürger besser schützen
Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte nach der Sitzung des Ministerrates: „Nach den furchtbaren Anschlägen und Gewalttaten im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung im Herbst ein Sicherheitspaket auf den Weg gebracht. Nach und nach setzen wir die darin vereinbarten Maßnahmen um.“ Kretschmann betonte, dass Polizistinnen und Polizisten mit dem neuen Instrument die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger besser gewährleisten könnten.
Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl erklärte, die Bedrohungen der inneren und äußeren Sicherheit würden wachsen. „Unsere Polizei braucht die beste und sicherste Software, die es auf dem Markt gibt“, sagte Strobl. Nur wenn die Polizei Informationen in Sekunden abrufen könne, sei ein optimaler Schutz der Menschen möglich.
Änderung des Polizeigesetzes
Das Kabinett beschloss parallel zum Aufbau der Technik eine Änderung des Polizeigesetzes. Dieses erlaubt künftig die automatisierte Datenverarbeitung. Die Regelung ist nach Angaben der Landesregierung offen für jede Software, die verfahrensübergreifende Analysen ermöglicht. Eine Bindung an einen bestimmten Anbieter gebe es nicht. Die Nutzung solle sich an der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts orientieren.
Die parlamentarische Kontrolle werde ausgeweitet. Das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium solle viermal im Jahr über die Nutzung informiert werden. Dazu würden unter anderem IT-Sicherheitsberichte und Prüfungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik vorgelegt.
Kooperation mit europäischen Partnern
Da die Software kurzfristig benötigt werde, setze das Land vorerst auf eine Übergangslösung mit dem US-Anbieter Palantir. Laut Staatsministerium werde die Software getrennt vom öffentlichen Netz und nur in gesicherten Rechenzentren in Deutschland genutzt. Ein Zugriff durch ausländische Stellen sei ausgeschlossen. Die Nutzung sei zudem zeitlich befristet.
Mittelfristig will die Landesregierung mit Industriepartnern eine eigenständige europäische Lösung entwickeln. Erste Partner seien Airbus Defence and Space sowie Schwarz Digits, die Digitalsparte der Schwarz Gruppe. Innenminister Strobl sagte dazu: „Europa muss bei der Software-Entwicklung aufholen und souveräner werden. Palantir ist eine Zwischenlösung, um den Schutz der Menschen bestmöglich zu gewährleisten.“
Katastrophenhilfe: Das 5G-Netz kommt per Drohne
[24.07.2026] In der Nothilfe ist ein leistungsstarkes Kommunikationsnetz essenziell: Es ermöglicht gezielte Rettung durch ein detailliertes Lagebild und sorgt für die Sicherheit der Einsatzkräfte. Ein Forschungsbündnis hat nun eine 5G-Breitbandlösung entwickelt, die auf eine Drohne passt – und damit nahezu überall eingesetzt werden kann. mehr...
Hessen/Bayern: Kooperation bei VR-gestützter Tatortarbeit
[20.07.2026] Bayern und Hessen wollen das in Bayern entwickelte Holodeck künftig gemeinsam weiterentwickeln. Die VR-Technik bildet Tatorte dreidimensional nach und soll Ermittlungen, Rekonstruktionen und Dokumentationen unterstützen. Auch KI-Assistenzen sind vorgesehen. mehr...
Berlin: Komplexe Lagen schnell erfassen
[13.07.2026] Berlin steht als Hauptstadt und Austragungsort zahlreicher Großveranstaltungen vor hohen Sicherheitsanforderungen. Die Stadt und das DLR haben nun eine Kooperation vereinbart: In Zukunft sollen innovative Technologien gemeinsam mit den Berliner BOS praxisnah entwickelt und eingesetzt werden. mehr...
Sachsen-Anhalt: Neue Plattform für Polizeieinsätze
[23.06.2026] In Sachsen-Anhalt führt die Landespolizei die Leitstellensoftware eOCS landesweit ein. Das browserbasierte System verknüpft Einsatzinformationen von Notruf bis Dokumentation und bindet Einsatzkräfte über eine mobile Anwendung direkter ein. mehr...
Fraunhofer IGD: Digitale Technologien für Sicherheitsbehörden
[26.05.2026] Begrenzte personelle Ressourcen und komplexere Einsatzlagen erfordern neue Ansätze in der Inneren Sicherheit. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD zeigt, wie digitale Technologien Ermittlungen effizienter gestalten und Einsatzkräfte gezielt unterstützen können. mehr...
Materna: Sicherheitspolitik als digitale Aufgabe
[20.05.2026] Das Unternehmen Materna baut seine Präsenz nahe zentraler Auftraggeber aus Bundeswehr und Verwaltung aus und eröffnet einen neuen Standort für Defence und digitale Souveränität in Koblenz. Dort sollen künftig Lösungen für den Einsatz in sicherheitsrelevanten Bereichen entwickelt werden. mehr...
Bremen: Beweismittelnetz stärkt die Ermittlungsarbeit
[09.04.2026] Die Polizei Bremen und die Ortspolizeibehörde Bremerhaven treten einem gemeinsamen Netz für digitale Beweismittel bei. Der Senat hat dafür rund 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesinfrastrukturprogramm freigegeben. mehr...
Thüringen: Online-Wache bewährt sich
[17.03.2026] In Thüringen hat sich die Online-Wache – eine im Zuge der OZG-Umsetzung entwickelte Einer-für-Alle-Leistung – zu einem oft genutzten Service entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden darüber über 20.000 Anzeigen erstattet. Eine Weiterentwicklung ist geplant. mehr...
Sachsen-Anhalt: Neue Einsatz-App für die Polizei
[26.01.2026] Die Landespolizei Sachsen-Anhalt setzt bei der Einsatzkommunikation künftig landesweit auf die App resQnect. Die mobile Anwendung vernetzt Einsatzkräfte mit Lage- und Führungszentren und wird nach einer Pilotphase nun im Streifendienst eingesetzt. mehr...
Bundeswehr: Megaprojekt D-LBO startet
[28.11.2025] Das Gefechtsfeld des 21. Jahrhunderts erfordert vernetzte Kommunikation, präzise Daten und schnelle Entscheidungen. Das Megaprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) ist daher eines der großen Zukunftsvorhaben der Bundeswehr. mehr...
Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025
[17.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politisch motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...
Hamburg: Videoüberwachung mit smarter KI
[11.11.2025] Hamburg führt die Erprobung KI-gestützter Videobeobachtung fort: Nach dem erfolgreichen Test am Hansaplatz soll die Technologie nun auch am Hauptbahnhof Gefahrensituationen früh erkennen und so ein schnelleres Eingreifen der Polizei ermöglichen. mehr...
Brandenburg: Internetwache mit neuen Funktionen
[10.10.2025] Die brandenburgische Internetwache ist jetzt mit dem bundesweiten Strafanzeigenportal P20-Onlinewache verbunden. Das Land verspricht sich davon Zeitersparnis für Nutzende und Polizei. mehr...
Baden-Württemberg: Feuerwehr funkt per Satellit
[21.08.2025] Einsatzkräfte der Feuerwehren müssen jederzeit – auch in Krisensituationen – zuverlässig kommunizieren. Baden-Württemberg will nun ein satellitengestütztes Funksystem aufbauen. Dieses kann den bestehenden Digitalfunk entlasten und auch auswärtige Kräfte leichter einbinden. mehr...












