Mecklenburg-VorpommernStaatsmodernisierung als Demokratieprojekt

[12.03.2026] Auf Grundlage der Ende vergangenen Jahres von Bund und Ländern vereinbarten Föderalen Modernisierungsagenda hat das Land Mecklenburg-Vorpommern jetzt 237 Maßnahmen zur Staatsmodernisierung beschlossen. Ziel sei es, damit auch die Zustimmung zur Demokratie insgesamt zu stärken, so Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue.
Mann sitzt auf einem Sofa und tippt auf seinem Laptop.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen digitale und medienbruchfreie Abläufe künftig der Standard sein.

(Bildquelle: dolgachov/123rf.com)

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt den Startschuss zur Umsetzung von 237 Maßnahmen zur Staatsmodernisierung gegeben. Grundlage ist die Föderale Modernisierungsagenda, die im Dezember 2025 von Bund und Ländern vereinbart wurde und einen gemeinsamen, verbindlichen Rahmen für die Modernisierung staatlichen Handelns bildet.

Wie das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung berichtet, sieht der entsprechende Kabinettsbeschluss vor, Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, unnötige Berichtspflichten abzubauen, digitale und medienbruchfreie Abläufe zum Standard zu machen und Doppelarbeit in der Verwaltung zu reduzieren. Anträge sollen somit künftig einfacher gestellt werden können, Entscheidungen schneller fallen und die Verwaltung ihre Zeit stärker für Beratung und Lösungen statt für formale Prüfungen nutzen.

„Staatsmodernisierung ist ein Demokratieprojekt. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die bürgernäher und wirtschaftsfreundlicher ihre Aufgaben erledigt. Wenn der dazu notwendige Kulturwandel gelingt, kann auch die Zustimmung zur Demokratie insgesamt gestärkt werden“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue. „Wir müssen entschlossen auf Modernisierung, Bürokratieabbau und Digitalisierung setzen. Das wollen wir gemeinsam mit der kommunalen Ebene machen.“

Schnelle rechtliche Anpassungen

Damit die beschlossenen Maßnahmen zügig greifen, setzt die Landesregierung auf eine verbindliche Umsetzung. Die Koordination übernimmt das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung. Erste rechtliche und organisatorische Änderungen sollen rasch auf den Weg gebracht werden – etwa ein ressortübergreifendes Artikelgesetz, in dem kurzfristig umsetzbare rechtliche Anpassungen gebündelt werden sollen, um möglichst schnell spürbare Entlastungen, schnellere Verfahren und medienbruchfreie Abläufe zu ermöglichen.

So wird nach Angaben der Landesregierung beispielsweise in zahlreichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen die Pflicht, beglaubigte Kopien oder Originalurkunden einzureichen entfallen. Künftig reichen in der Regel einfache Kopien. Ebenso werde in vielen Gesetzen die bisher erforderliche Schriftform (mit eigenhändiger Unterschrift) durch die elektronische Form ersetzt (E-Mail oder Online-Formular). Ebenso sieht die Föderale Modernisierungsagenda vor, dass auf die Vorlage von Registerauskünften verzichtet wird. Diese sollen künftig elektronisch durch die Behörden abrufbar sein.

„Wir müssen Verwaltung konsequent vom Bürger her denken“, so Geue weiter. „Dazu brauchen wir Beschleunigungsgesetze vom Bund und eine enge Zusammenarbeit bei digitalen Lösungen mit dem Bund und den Ländern.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Kahler Mann im Anzug mit Mikro in der Hand an einem Rednerpult, im Hintergrund zugezogene Jalousien.

Niedersachsen: Neuer Landes-CIO

[11.03.2026] Um die Digitalisierung im Land schneller voranzubringen, hat Niedersachsen bereits im letzten Herbst die Bündelung von Kompetenzen im Innenministerium beschlossen. Nun hat die damals geschaffene Abteilung 4 eine neue Leitung – und das Land damit auch einen neuen Chief Information Officer. mehr...

Außenansicht des klassizistischen Bundesratsgebäudes, im Vordergrund blühender Rhododendron.

Bundesratsinitiative: Entlastungspaket für die Sozialverwaltung

[06.03.2026] Die Sozialverwaltungen stehen vor wachsenden Anforderungen – bei gleichzeitig begrenzten personellen Ressourcen. Um Verfahren zu vereinfachen und Abläufe stärker zu digitalisieren, bringt Hamburg gemeinsam mit weiteren Ländern ein Entlastungspaket mit 24 Maßnahmen in den Bundesrat ein. mehr...

Wehende Flagge mit dem Landeswappen von Sachsen.

Sachsen: Zweites Bürokratieentlastungspaket beschlossen

[05.03.2026] Die sächsische Staatsregierung hat ein zweites Bürokratieentlastungspaket beschlossen. Mit mehr als 30 konkreten Maßnahmen sollen Berichtspflichten reduziert und Planungs- sowie Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Zugleich sollen die Bedingungen für Investitionen verbessert werden. mehr...

Ein professionelles IT-Infrastruktur-Management sorgt für den nötigen Überblick bei der Verwaltungsmodernisierung.

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[04.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Thüringen: Digitalkabinett beschließt KI-Strategie

[27.02.2026] Das Thüringer Digitalkabinett hat die KI-Strategie für die Landesverwaltung beschlossen, mit der Prozesse und Antragsverfahren für die Bürger beschleunigt werden sollen. Weitere Beschlüsse betreffen eine engere Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die ThüringenApp. mehr...

Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft

[19.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...

Notebook auf gelber Tischplatte, darauf liegen Bündel von Euro-Scheinen in variierter Stückelung.

OSBA: Microsoft-Lizenzen haben hohen Preis

[18.02.2026] Die Lizenzkosten der Bundesverwaltung für Microsoft-Produkte steigen seit Jahren, inzwischen liegen sie bei rund einer halben Milliarde Euro. Diese Mittel fehlen für die Modernisierung des Staates, beklagt die OSBA. Stärkere Investitionen in Open Source hingegen unterstützen wichtige digitalpolitische Ziele. mehr...

Baden-Württemberg: Landeseigenes Open-Data-Portal daten.bw freigeschaltet.

Baden-Württemberg: Online-Parteiencheck zur Landtagswahl

[16.02.2026] Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg gehen zwei interaktive Entscheidungshilfen online. Der Bitkomat klopft die wichtigsten Themen der baden-württembergischen Digitalpolitik ab und bietet den Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe, der Wahl-O-Mat widmet sich verschiedenen Politikfeldern. mehr...

Eine durchgängige Digitalisierung der Verwaltung ist mit papierbasierten Prozessen nicht möglich.

Thüringen: Ein Jahr Bürokratiemelder

[13.02.2026] Zwölf Monate nach dem Start des Thüringer Bürokratiemelders zieht die Landesregierung eine positive Bilanz. Seit Februar 2025 sind über 500 Hinweise eingegangen. Manche Meldungen haben bereits konkrete Reformen angestoßen – etwa in den Bereichen BAföG, Baurecht und Once Only. mehr...

Vorfahrt-Beachten-Schild aus leichter Unzersicht gegen blauen Himmel

Bayern: Vorfahrt für das Digitale

[09.02.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring will das Prinzip Digital Only für Verwaltungsleistungen und den Abbau analoger Doppelstrukturen voranbringen. Seinem sogenannten Weckruf haben sich bereits verschiedene Institutionen, Verbände, Unternehmen und Wissenschaftsvertreter angeschlossen. mehr...

Außenansicht des Eingangsbereichs des Hessischen Landtags

Hessen: Digitalisierungshaushalt 2026 steht

[06.02.2026] Mit rund 380 Millionen Euro plant Hessen für 2026 umfangreiche Investitionen in die Digitalisierung. Schwerpunkte liegen auf digitaler Infrastruktur, Verwaltungsdigitalisierung sowie dem Ausbau von Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing. mehr...

Purpurfarben ausgeleuchtetes Podium mit Diskususionsteilnehmenden auf Sesseln

dbb-Diskussion: Staatsmodernisierung im Fokus

[06.02.2026] Bei der dbb-Jahrestagung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden über die bundesweite und die föderale Modernisierungsagenda. Die Debatte ist nun als Video verfügbar. mehr...

Die Landesflagge von Schleswig-Holstein, im Hintergrund blauer Himmel.

Schleswig-Holstein: Konsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...

Karsten Wildberger, Kirsten Sinemus und Fabian Mehring sowie mehrere unbekannte Personen in Rückenansicht in einem Sitzungssaal.
bericht

OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung

[23.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...