Schleswig-HolsteinNect fürs Serviceportal

Schleswig-Holstein bietet im Serviceportal neben der BundID jetzt auch eine KI-basierte Alternative an.
(Bildquelle: yacobchuk/123rf.com)
Das Land Schleswig-Holstein erweitert sein digitales Serviceportal durch die Integration der Identifikationslösung Nect, die als Schlüsseltechnologie für eine sichere und nutzerfreundliche digitale Identifizierung und Authentifizierung dient. Laut einer Pressemeldung der Staatskanzlei ermöglicht diese Anbindung an das landesweite Servicekonto Bürgerinnen und Bürgern einen unkomplizierten Zugang zu Verwaltungsleistungen. Mit der Nect Wallet biete das Land eine zusätzliche, praxiserprobte Alternative zur BundID, die sowohl für die erstmalige Registrierung als auch für den Log-in über die App verwendet werden kann. Die technische Umsetzung erfolgt durch den Landes-IT-Dienstleister Dataport.
Niemand wird zurückgelassen
„Die Verwaltung in Schleswig-Holstein wird künftig schneller, einfacher und moderner sein – für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Denn eine zukunfts- und leistungsfähige digitale Verwaltung, die sich an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger orientiert, entscheidet letztlich über das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates und damit unserer Demokratie. Und sie entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Das Ziel sind im Sinne unserer Digitalstrategie vollständig digitale Verwaltungsverfahren und Prozessketten – von der Antragstellung bis zur Entscheidung, ohne Medienbrüche“, kommentiert Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und führt weiter aus: „Verwaltungsleistungen werden künftig ausschließlich über das digitale Servicekonto in Anspruch genommen. Die Identifikationslösung Nect leistet in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag für einen modernen und sicheren Datenaustausch. Wir verbinden aber diese konsequente Digitalisierung mit einem klaren Versprechen: Wir lassen niemanden zurück. Für Menschen, die den digitalen Zugang nicht allein nutzen können, schaffen wir gezielte Unterstützungsangebote und sichern digitale Teilhabe.“
Steigende Nutzung digitaler Angebote erwartet
Angesichts der Bevölkerungszahl von etwa 2,89 Millionen Menschen in Schleswig-Holstein und der durchschnittlich zwei Behördengänge pro Person und Jahr eröffnet die Ausweitung digitaler Identifikationsmöglichkeiten erhebliche Effizienzpotenziale, so die Staatskanzlei weiter. 2025 wurden über 150.000 Zugriffe auf das Servicekonto registriert, 2026 bislang 60.000. Durch die zusätzliche Identifizierungsoption mit der Nect Wallet erwartet das Land einen signifikanten Anstieg der Nutzung digitaler Verwaltungsangebote. Die Integration der Wallet ergänze bestehende Identitätsverfahren um eine KI-basierte Lösung, die nicht nur die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen vorantreibe, sondern auch den Zugang zu Online-Diensten erleichtere. Zudem bereite sich Schleswig-Holstein strukturiert auf die ab 2027 verpflichtende Akzeptanz der EUDI-Wallet vor, um die europäische digitale Identität nahtlos einzubinden.
Hundertprozentige Eigenentwicklung
Benny Bennet Jürgens, CEO und Gründer von Nect, sagt: „Die Zusammenarbeit ist ein bedeutender Schritt zur Weiterentwicklung digitaler Identitäten in Deutschland. Damit schaffen wir eine vertrauenswürdige Grundlage für skalierbare digitale Verwaltungsprozesse und die künftige Anbindung europäischer Identitätslösungen wie der EUDI-Wallet.“
Schleswig-Holstein setzt mit dieser Kooperation eigenen Angaben zufolge seine auf souveräne, nutzerfreundliche Lösungen ausgelegte Modernisierung der digitalen Infrastruktur konsequent fort, um Abhängigkeiten von externen Drittanbietern zu vermeiden. Nect erfülle diesen Anspruch durch eine hundertprozentige Eigenentwicklung, bei der sämtliche Technologien, einschließlich der eingesetzten Künstlichen Intelligenz, inhouse entwickelt und betrieben werden.
Das ePass-Verfahren sei das einzige im Gesundheitswesen zugelassene, hochsichere Fernidentifikationsverfahren, das auf einer ISO-27001-zertifizierten, eigenständigen Technologie ohne Drittanbieter basiere und das sichere Auslesen von Ausweisdokumenten aus über 180 Ländern ermögliche. Darüber hinaus garantiere das Hosting der Technologie in ISO-27001-zertifizierten deutschen Rechenzentren auf eigener Hardware höchste Sicherheitsstandards. Der Verzicht auf Cloud-Lösungen von Drittanbietern sowie die Datenverarbeitung ohne Auftragsverhältnisse mit Dritten gewährleisteten eine lückenlose technologische Kontrolle.
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