UnternehmensgründungLoslegen statt Formulare ausfüllen

Vor der Unternehmensgründung steht bisher noch ein hoher Verwaltungsaufwand. Das soll sich nun ändern.
(Bildquelle: Scott Graham/Umplash)
Nach Hessen (wir berichteten) bringt sich nun auch Nordrhein-Westfalen in die bundesweite Pilotierung des Projekts Schneller Gründen ein. Ziel des gemeinsamen Vorhabens von Bund und Ländern ist es, Unternehmensgründungen deutlich einfacher, schneller und vollständig digital zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht ein neuer digitaler Kombiantrag, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. Mit dem Projekt sollen doppelte Dateneingaben reduziert, Rückfragen vermieden und Verfahren vereinfacht werden. Gerade für Gründerinnen und Gründer sind unkomplizierte Abläufe wichtig, denn erst mit der steuerlichen Erfassung und der Vergabe einer Steuernummer kann rechtssicher die erste Rechnung gestellt werden.
Kombiantrag wird pilotiert
Der neue Kombiantrag soll ab Juli 2026 unter Realbedingungen an ausgewählten Pilotstandorten getestet werden – eben auch in Nordrhein-Westfalen. Dort sollen das Finanzamt Aachen-Stadt und alle Düsseldorfer Finanzämter eine zentrale Rolle übernehmen. Die Auswahl der Pilotstandorte erfolgte bundesweit nach fachlichen und technischen Kriterien. Entscheidend waren unter anderem digitale Voraussetzungen, ausreichende personelle Kapazitäten und die Bereitschaft, neue Verfahren frühzeitig zu erproben. „Wer ein Unternehmen gründet, braucht verlässliche und schnelle Verfahren. Nordrhein-Westfalen bringt seine leistungsfähige Finanzverwaltung gezielt in dieses bundesweite Modernisierungsprojekt ein“, sagt Finanzminister Marcus Optendrenk. Mit dem neuen Angebot werde Nordrhein-Westfalen zudem als Wirtschaftsstandort gestärkt.
Auf dem Weg zu mehr Automatisierung
Das Projekt kommt nicht nur Unternehmensgründerinnen und -gründern zugute. Es stärke auch die Handlungsfähigkeit der Verwaltung, betont das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium. Die mit dem Kombiantrag erzielte bessere Datenqualität und die digitalen Abläufe sollen manuelle Nacharbeiten reduzieren und Bearbeitungszeiten verkürzen. Langfristig sollen risikoarme Standardfälle stärker automatisiert bearbeitet werden.
Daneben knüpft das Projekt an den Prozess der Staatsmodernisierung und den konsequenten Bürokratieabbau der Landesregierung Nordrhein-Westfalen an. Anfang Mai 2026 hatte die Landesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Unternehmen beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem der Abbau von Schriftformerfordernissen, digitale One-Stop-Ansätze und die stärkere Automatisierung risikoarmer Verwaltungsverfahren.
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