ThüringenAlle Ressorts für eine effiziente Verwaltung

[26.09.2025] Die Thüringer Landesregierung hat eine interministerielle Arbeitsgruppe eingerichtet, um Verwaltungsreformen voranzubringen. Unter Leitung mehrerer Ressorts werden Strategien gegen den Arbeitskräftemangel erarbeitet, Bürokratieabbau und Automatisierung geprüft.

In Thüringen werden künftig alle Ressorts enger zusammenarbeiten, um die Verwaltung zukunftsfähiger aufzustellen.

(Bildquelle: fotoinfot/123rf.com)

Die Thüringer Landesregierung hat die Einrichtung der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) „Moderne, bürokratiearme und effiziente Verwaltung“ beschlossen. Unter gemeinsamer Federführung des Innenministeriums, der Staatskanzlei und des Ministeriums für Digitales sollen künftig alle Ressorts sowie der CIO/CDO des Freistaats an einem Tisch zusammenarbeiten. Ziel ist es, so das Innenministerium, die Thüringer Verwaltung „zukunftsfähig, effizient und bürgernah aufzustellen“.  Die Arbeitsgruppe wird ihre Ergebnisse regelmäßig dem Kabinett vorlegen. Ein Zwischenbericht ist bis Mitte 2026 vorgesehen, der Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen bis Ende 2026. Damit soll sichergestellt werden, dass eingeleitete Modernisierungsmaßnahmen auch in der kommenden Legislatur umgesetzt werden.

Reaktion auf Arbeitskräftemangel

Hintergrund ist die angespannte Personalsituation im Freistaat. Prognosen zufolge fehlen bis 2035 in der Landesverwaltung rund 14.000 Mitarbeitende, fast ein Drittel des heutigen Bestands. Doch schon in den kommenden Jahren zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab. Deshalb müssten Aufgaben neu organisiert, Verfahren beschleunigt und Doppelstrukturen abgebaut werden. „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Wandel, der nur gelingt, wenn alle Ressorts an einem Strang ziehen. Die IMAG bündelt das notwendige Know-how und sorgt dafür, dass wir Doppelstrukturen vermeiden, Prozesse vereinfachen und Bürgerinnen und Bürger künftig schneller und verständlicher bedienen können“, so Innenminister Georg Maier.

Weniger Bürokratie, mehr Automatisierung und Zentralisierung

Die Arbeitsgruppe soll sich mit zentralen Reformfeldern befassen: Sie prüft Möglichkeiten, wie Bürokratie abgebaut, Verfahren beschleunigt und moderne Technik eingesetzt werden können. Sie erarbeitet Vorschläge für ein Landesorganisationsgesetz, stärkt Transparenz und Bürgernähe durch klare Verwaltungssprache, Open-Data-Initiativen und sorgt dafür, dass das Personalentwicklungskonzepts 2035 und die „Aufgabenkritik 2.0“ umgesetzt werden.

Ein bereits abgeschlossenes Pilotprojekt im Bereich Chemikaliensicherheit hat gezeigt, dass über 40 Prozent der dortigen Routinetätigkeiten automatisierbar sind – vor allem Datenerfassung, Standardprüfungen und andere wiederkehrende Aufgaben. Solche Beispiele zeigen, wie digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz helfen können, Personalengpässe abzufedern. Gleichzeitig sollen Querschnittsaufgaben wie Beschaffung, IT oder Reisekostenabrechnung zentralisiert werden, um Synergien zu heben, so das Innenministerium.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Wehende Brandenburg-Flagge mit dem Landeswappen, das einen Adler zeigt.

Brandenburg: Breiter Dialog für neue Digitalstrategie

[07.09.2026] Brandenburg bezieht Verbände, Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in die Erarbeitung der neuen Digitalstrategie ein. Nach Online-Befragung und Verbändeanhörung folgt im September ein Kommunalworkshop. Die Strategie soll bis Ende 2026 verabschiedet und veröffentlicht werden. mehr...

Porträt Anke Pörksen

Niedersachsen: Neue Strukturen bringen Digitalisierung voran

[04.09.2026] Ein Jahr nach der Neuordnung seiner Digitalpolitik zieht Niedersachsen eine positive Bilanz: Zuständigkeiten wurden neu geordnet, Strukturen geschaffen, wichtige Fortschritte sind sichtbar. Nun sollen Verwaltungsdigitalisierung, KI und Cyber-Sicherheit weiter vorankommen. mehr...

Gruppenbild im Scdhlosspark

Digitalpolitik: Kabinettsklausur in Neuhardenberg

[31.08.2026] Bei ihrer Kabinettsklausur in Neuhardenberg beriet die Bundesregierung unter anderem über industrielle KI, digitale Souveränität und Bürokratieabbau. Mit weniger Berichtspflichten sowie schnelleren Genehmigungen und Unternehmensgründungen will sie die Wirtschaft entlasten. mehr...

Blick vom Spreeufer auf das Reichstagsgebäude.

Bundeshaushalt 2027: Digitaletat steigt auf 1,44 Milliarden Euro

[27.08.2026] Der Haushaltsentwurf 2027 sieht für das Bundesdigitalministerium höhere Ausgaben für die IT-Infrastruktur und mehr Mittel aus dem Sondervermögen vor. Schwerpunkte sind Breitbandausbau und Verwaltungsdigitalisierung. Bei Mobilfunk und Registermodernisierung wird dagegen gekürzt. mehr...

Luftaufnahme Berlin, Blick über die Museumsinsel auf den Alexanderplatz

Bitkom: Wie digital sind Berlins Parteien?

[24.08.2026] Welche Berliner Parteien passen bei digitalpolitischen Fragen zu den eigenen Positionen? Zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September gleicht der neue Bitkomat die Antworten der Nutzerinnen und Nutzer auf 20 Thesen mit den Angaben der im Parlament vertretenen Parteien ab. mehr...

Außenansicht des Rathauses in Bremen

Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI

[21.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...

Dänemark ist ein Leuchtturm bei der Digitalisierung.

Schleswig-Holstein/Dänemark: Zwei Digitalregionen rücken zusammen

[20.08.2026] Schleswig-Holstein und Dänemark vertiefen ihren Austausch zur digitalen Verwaltung. In Flensburg diskutierten Fachleute aus Verwaltung, Wirtschaft und Technologie über erfolgreiche gemeinsame Projekte sowie Ansätze für die weitere Zusammenarbeit, etwa bei Verwaltungsdigitalisierung, Cyber-Sicherheit und Open Source. mehr...

3D-Rendering einer Lupe über einem aufgeschlagenen Buch mit einem Paragrafenzeichen.

Berlin: Start des Digitalchecks

[14.08.2026] Werden Gesetze von Anfang an digitaltauglich gestaltet, können Verfahren beschleunigt und Verwaltungskosten gesenkt werden. Für die dahingehende systematische Prüfung von Gesetzesvorhaben in ihrer Frühphase hat sich der Begriff „Digitalcheck“ etabliert. Einen solchen hat nun auch das Land Berlin beschlossen. mehr...

Porträt von Finanzminister Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Strategien für digitale Verwaltung

[10.08.2026] Mecklenburg-Vorpommern ordnet die Verwaltungsdigitalisierung mit zwei Strategien neu: Eine bündelt 43 Maßnahmen für die Landesverwaltung bis 2030. Die andere legt in zwölf Grundsätzen fest, wie Land und Kommunen digitale Vorhaben gemeinsam planen, priorisieren und umsetzen. mehr...

Gruppenbild vor Holzvertäfelung

Baden-Württemberg: Maßnahmen zum Bürokratieabbau

[05.08.2026] Die Modernisierung des Staatswesens zählt in Baden-Württemberg zu den zentralen Vorhaben der laufenden Legislaturperiode. Nun hat die Landesregierung wichtige Strukturentscheidungen zum Bürokratieabbau getroffen und das Effizienzgesetz auf den Weg gebracht. mehr...

Balkengrafik

Brandenburg: Immer mehr Fokusdienste angebunden

[04.08.2026] Brandenburg informiert über den Roll-out der 15 von Bund und Ländern priorisierten Fokusleistungen. Fünf sind bereits vollständig umgesetzt, bei mehreren weiteren wurden in den vergangenen Monaten zusätzliche Stellen angebunden. mehr...

Mehrere Flaggen mit dem bayrischen blau-weißen Rautenmuster vor blauem Hintergrund.

Bayern: Weiß-blaue Erfolgsbilanz

[28.07.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring zog im Landtag eine ausgesprochen wohlwollende Bilanz der eigenen Digitalpolitik. Den Freistaat sieht er bei der Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kurs und bei der Verwaltungsdigitalisierung bereits als Taktgeber Deutschlands. mehr...

Landesdienstflagge Mecklenburg-Vorpommern, nahaufnahme des in Falten liegenden Fahnenstoffes

Mecklenburg-Vorpommern: Beitritt zum Zweckverband eGo-MV

[28.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität

[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...

Hände und Torso einer mutmaßlich weiblichen Person, die mit nachdenklicher Pose ein Smartphone hält.

BMDS: One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung

[21.07.2026] Die Sozialplattform soll zum zentralen digitalen Zugang für Sozialleistungen ausgebaut werden. Vorgesehen sind durchgängig digitale Verfahren, Registerabrufe über NOOTS sowie perspektivisch die Anbindung von Deutschland-App und EUDI-Wallet. mehr...