ThüringenAlle Ressorts für eine effiziente Verwaltung

In Thüringen werden künftig alle Ressorts enger zusammenarbeiten, um die Verwaltung zukunftsfähiger aufzustellen.
(Bildquelle: fotoinfot/123rf.com)
Die Thüringer Landesregierung hat die Einrichtung der interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) „Moderne, bürokratiearme und effiziente Verwaltung“ beschlossen. Unter gemeinsamer Federführung des Innenministeriums, der Staatskanzlei und des Ministeriums für Digitales sollen künftig alle Ressorts sowie der CIO/CDO des Freistaats an einem Tisch zusammenarbeiten. Ziel ist es, so das Innenministerium, die Thüringer Verwaltung „zukunftsfähig, effizient und bürgernah aufzustellen“. Die Arbeitsgruppe wird ihre Ergebnisse regelmäßig dem Kabinett vorlegen. Ein Zwischenbericht ist bis Mitte 2026 vorgesehen, der Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen bis Ende 2026. Damit soll sichergestellt werden, dass eingeleitete Modernisierungsmaßnahmen auch in der kommenden Legislatur umgesetzt werden.
Reaktion auf Arbeitskräftemangel
Hintergrund ist die angespannte Personalsituation im Freistaat. Prognosen zufolge fehlen bis 2035 in der Landesverwaltung rund 14.000 Mitarbeitende, fast ein Drittel des heutigen Bestands. Doch schon in den kommenden Jahren zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab. Deshalb müssten Aufgaben neu organisiert, Verfahren beschleunigt und Doppelstrukturen abgebaut werden. „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Wandel, der nur gelingt, wenn alle Ressorts an einem Strang ziehen. Die IMAG bündelt das notwendige Know-how und sorgt dafür, dass wir Doppelstrukturen vermeiden, Prozesse vereinfachen und Bürgerinnen und Bürger künftig schneller und verständlicher bedienen können“, so Innenminister Georg Maier.
Weniger Bürokratie, mehr Automatisierung und Zentralisierung
Die Arbeitsgruppe soll sich mit zentralen Reformfeldern befassen: Sie prüft Möglichkeiten, wie Bürokratie abgebaut, Verfahren beschleunigt und moderne Technik eingesetzt werden können. Sie erarbeitet Vorschläge für ein Landesorganisationsgesetz, stärkt Transparenz und Bürgernähe durch klare Verwaltungssprache, Open-Data-Initiativen und sorgt dafür, dass das Personalentwicklungskonzepts 2035 und die „Aufgabenkritik 2.0“ umgesetzt werden.
Ein bereits abgeschlossenes Pilotprojekt im Bereich Chemikaliensicherheit hat gezeigt, dass über 40 Prozent der dortigen Routinetätigkeiten automatisierbar sind – vor allem Datenerfassung, Standardprüfungen und andere wiederkehrende Aufgaben. Solche Beispiele zeigen, wie digitale Lösungen und Künstliche Intelligenz helfen können, Personalengpässe abzufedern. Gleichzeitig sollen Querschnittsaufgaben wie Beschaffung, IT oder Reisekostenabrechnung zentralisiert werden, um Synergien zu heben, so das Innenministerium.
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