Mecklenburg-VorpommernAlles neu bei der Polizei-IT

„Wir haben uns früh gegen schnelle Behelfslösungen entschieden. Unser Ziel ist eine mobile IT-Ausstattung, die nicht nur funktioniert, sondern dauerhaft sicher und belastbar ist“, betont Innenminister Christian Pegel.
(Bildquelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung M-V/Fotostudio Berger Schwerin)
„Wir haben uns früh gegen schnelle Behelfslösungen entschieden. Unser Ziel ist eine mobile IT-Ausstattung, die nicht nur funktioniert, sondern dauerhaft sicher und belastbar ist“, betont Innenminister Christian Pegel.
(Bildquelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung M-V/Fotostudio Berger Schwerin)
Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern wurde im Juni 2025 Ziel eines Cyberangriffs: Betroffen war ein Server, der für Dienst-Handys genutzt wurde. Um Risiken für polizeiliche Daten und für angebundene Systeme auszuschließen, wurden als Sofortmaßnahme zahlreiche dienstliche Smartphones außer Betrieb genommen. Der NDR sprach nach dem Vorfall in einem Bericht von „über 3.500“ Geräten. Seither strebt das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern die vollständige Neuaufstellung der mobilen IT-Ausstattung der Polizei an.
Schon frühzeitig hatten technische Analyse nach dem Vorfall gezeigt, dass eine schnelle Wiederinbetriebnahme einzelner Geräte oder eine punktuelle Reparatur bestehender Strukturen den Sicherheitsanforderungen an polizeiliche IT nicht entsprochen hätte. Daher sei bewusst entschieden worden, auf kurzfristige Übergangslösungen zu verzichten, so das Ministerium in einer aktuellen Meldung. Stattdessen greife die Polizei für ihre tägliche Arbeit auf „die bewährten Kommunikations- und Arbeitsmittel“ zurück, die auch schon vor Einführung der dienstlichen Smartphones genutzt worden seien – also wohl auf Funkgeräte. Einsatzabläufe wurden entsprechend angepasst. Die Einsatzfähigkeit sei gewährleistet.
Abschied von überholten Altstrukturen
Die mobile IT-Infrastruktur wird umfassend neu aufgesetzt. „Dazu gehört die vollständige Überprüfung und Neuordnung der zugrundeliegenden Systeme, der Serverlandschaft und der Endgeräte ebenso wie aller Verwaltungs- und Sicherheitsprozesse. Umfangreiche Tests, mehrstufige Sicherheitsfreigaben sowie eine kontrollierte Inbetriebnahme sind dabei zwingender Bestandteil“, erklärt Innenminister Christian Pegel.
Die neue IT-Struktur soll auf Basis der detaillierten Auswertung des Vorfalls aufgebaut werden, alle bisherigen technischen Erkenntnisse und Prüfergebnisse sollen in die neue Systemarchitektur einfließen. So soll ein klar strukturiertes und dauerhaft belastbares System entstehen, das ohne überholte Altstrukturen auskommt und den aktuellen und künftigen Anforderungen an Sicherheit und Stabilität gerecht wird. Die Architektur werde nicht nur repariert, sondern neu gedacht, betont das Innenministerium. Parallel werden bestehende Sicherheits- und Kontrollprozesse überprüft und wenn nötig nachgeschärft. Innenminister Pegel rechnet im weiteren Verlauf dieses Jahres mit der Rückkehr zu einer vollständig verfügbaren mobilen IT-Ausstattung.
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