ThüringenApp für Beratung und mehr Sicherheit

[05.11.2025] Thüringen testet in seiner Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl die App Saba, mit der psychosoziale Belastungsfaktoren bei Geflüchteten frühzeitig erkannt werden sollen. Das Modellprojekt will Schutzbedarfe systematisch erfassen und gezielte Hilfe schneller verfügbar machen.
Hände und Torso einer mutmaßlich weiblichen Person, die mit nachdenklicher Pose ein Smartphone hält.

Thüringen pilotiert die Mental-Health-App Saba im Bereich der Betreuung von Geflüchteten.

(Bildquelle: tonktiti/123rf.com)

Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, sind mitunter starken psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Die Erstaufnahmeeinrichtung im thüringischen Suhl hat nun die App Saba eingeführt, die dazu beitragen soll, solche Belastungsfaktoren frühzeitig zu erfassen. „Die psychosoziale Erstversorgung ist aus unserer Sicht ein zentrales Element funktionierender Integrationspolitik und im Extremfall sogar ein Baustein für die Verhütung schwerer Straftaten. Fälle wie in Aschaffenburg, aber auch bei uns in Apolda zeigen, wie wichtig eine sensible und professionelle Betreuung in der ersten Phase der Aufnahme ist“, so Justiz- und Migrationsministerin Beate Meißner. „Wir investieren gezielt in diese App, weil wir wissen: Prävention ist der beste Schutz für alle. Gerade in der Erstaufnahme, wo viele Menschen mit schweren Fluchterfahrungen ankommen, ist es entscheidend, Anzeichen psychischer Krisen früh zu identifizieren. Wer früh psychosozial betreut wird, ist besser integrierbar, und in kritischen Fällen kann das auch vor Radikalisierung und Gewalt schützen.“

Besondere Schutzbedarfe erkennen

Mit dem Einsatz in Suhl beginnt ein Modellprojekt, das zwei Ziele verfolgt: zum einen die Stärkung der individuellen Gesundheit von Geflüchteten direkt nach Ankunft, zum anderen die systematische Erfassung besonderer Schutzbedarfe, um gezielte Hilfe schneller und zuverlässiger leisten zu können. Die App wurde mit Unterstützung von EU und Bund entwickelt und soll besonders belasteten Menschen helfen, ihre Symptome selbst zu erfassen und niedrigschwellig Hilfe in Anspruch zu nehmen – noch bevor sich Probleme zuspitzen. Wie das Ministerium für Justiz, Migration und Verbraucherschutz berichtet, gehört Thüringen zu den ersten Bundesländern, welche die App bereits im sensiblen Bereich der Erstaufnahme einsetzen.

Nutzerinnen und Nutzer können sich freiwillig in der App registrieren und eigenständig ein siebenteiliges Selbsthilfe-Modul durchlaufen, das sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Die Antworten im Selbsthilfe-Modul werden von einer Beraterin oder einem Berater begleitet und überwacht.





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