BrandenburgDigitale Transformation der Justiz kommt voran

Zentrale Vorhaben der Digitalisierung der Brandenburger Justiz konnten in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.
(Bildquelle: jimbrow/123rf.com)
Das Land Brandenburg berichtet über wesentliche Fortschritte, die es seit 2019 bei der Digitalisierung der Justiz erzielt habe. So ist der Aufbau des Zentralen IT-Dienstleisters der Justiz (ZenIT) abgeschlossen. Das ZenIT mit Sitz in Potsdam sowie vier Campusstandorten in Brandenburg an der Havel, Cottbus, Neuruppin und Frankfurt (Oder) betreut nach Angaben der Website Digitales Brandenburg 75 Behörden beziehungsweise Gerichte und rund 5.500 Anwenderinnen und Anwender.
E-Akte nahezu flächendeckend
Die Einführung der elektronischen Akte in Brandenburg ist nahezu abgeschlossen. Laut „Digitales Brandenburg“ nutzen alle Landgerichte, das Brandenburgische Oberlandesgericht und 22 von 23 Amtsgerichten in Zivil-, Betreuungs- und Familiensachen die E-Akte. Seit Juli 2024 wird die E-Akte in Ordnungswidrigkeits- und Nachlasssachen in einer Pilotphase an acht Amtsgerichten eingesetzt. Eine flächendeckende Einführung in OWi-Angelegenheiten begann im September 2024, beim Oberlandesgericht ab November. Die Immobiliarvollstreckung wurde erfolgreich pilotiert; die Regeleinführung startet im November, Insolvenzsachen und Mobiliarvollstreckung folgen 2025. Auch die Einführung in Strafsachen läuft: Die Pilotierung der elektronischen Geldstrafenvollstreckung begann bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin, ein Roll-out ist bis Dezember 2024 vorgesehen. Seit Juni 2024 läuft die Pilotierung der E-Akte bei Fachgerichten, beginnend mit dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg. Die Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit soll parallel vorbereitet werden.
Ausstattung der Sitzungssäle
Als weiteres Digitalisierungsprojekt erfolgt seit 2022 die Ausstattung der Sitzungssäle in den Gerichten mit moderner Medientechnik – darunter Videokonferenzanlagen, Konferenzkameras, Großformatdisplays sowie eine zentrale Steuerung per Touchpanel. Damit sollen die mittlerweile flächendeckend an jedem Gerichtsstandort vorhandenen mobilen Videokonferenzanlagen abgelöst oder ergänzt werden. In Neuruppin und Potsdam seien insgesamt acht Säle mit der vollintegrierten Sitzungssaaltechnik versorgt worden. Die Ausstattung wird mit Mitteln des Zukunftsinvestitionsfonds finanziert, aus dem bis 2025 insgesamt 6,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Bis Ende 2025 soll überdies die Ausstattung der Gerichte mit WLAN abgeschlossen sein, um Verfahrensbeteiligten wie Rechtsanwälten und Sachverständigen den Zugriff auf ihre elektronischen Dokumente während der Verhandlung zu ermöglichen.
Weitere zukunftsweisende Projekte
Eine weitere Grundsatzentscheidung im Bereich der Digitalisierung wurde in dieser Legislatur mit der Festlegung von EUREKA-Fach.NET als einheitliches Fachverfahren für alle Fachgerichte getroffen. Ab November 2024 sollen alle Fachgerichte des Landes mit dem einheitlichen Fachverfahren arbeiten, um die technische und fachliche Betreuung zu erleichtern.
Das Interesse anderer Bundesländer an digitaler Normverkündung hat Brandenburg zur Gründung des Länderverbunds EL.NORM bewegt. In diesem Verbund, an dem zunächst Brandenburg und Hessen beteiligt sind, sollen die Entwicklung und Pflege des in Brandenburg genutzten elektronischen Verkündungssystems gemeinschaftlich vorangetrieben werden. Die Verwaltungsvereinbarung wurde Anfang Dezember 2023 vom Kabinett gebilligt und von beiden Ländern unterzeichnet; Brandenburg übernimmt das Verbundmanagement. Laut „Digitales Brandenburg“ haben Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt bereits Interesse an einem Beitritt bekundet.
Zudem entwickelt Brandenburgs Justiz eine KI-Anwendung, um massenhafte Verfahren effizienter zu bearbeiten, die auf gleichen Sachverhalten basieren. Beim Amtsgericht Königs Wusterhausen soll die KI helfen, die Fluggastrechtsprechung zu analysieren, um Fälle effizienter zu bearbeiten. Die KI identifiziert dabei ähnliche Verfahren und unterstützt Richterinnen und Richter durch gebündelte Informationen. Das Justizministerium hatte die Vergabe der erforderlichen Dienstleistungen für Herbst 2024 angekündigt.
Ein Termin-Online-Buchungssystem wird gegenwärtig an vier Amtsgerichten (Bad Liebenwerda, Luckenwalde, Neuruppin und Strausberg) pilotiert. Dieses soll vor allem in Bereichen mit besonders hohem Bürgerterminaufkommen wie Nachlasssachen und Kirchenaustritten für Entlastung sorgen.
Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an
[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...
Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten
[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...
Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt
[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...
Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto
[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...
E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet
[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...
Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung
[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...
Hessen: KI für die Justiz
[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...
Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium
[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...
Bremen: Investitionen in die digitale Justiz
[10.03.2026] Der Bremer Senat beschließt Investitionen in die Justiz: Rund eine Million Euro soll in Maßnahmen der Digitalisierung fließen. So wird die Beweismittelplattform erweitert, Gerichtssäle erhalten stationäre Videokonferenztechnik, und es entstehen speziell ausgestattete Prüfungsplätze für juristische E-Examina. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Entlastung der Justiz
[03.03.2026] Die Digitalisierung der Justiz ist oftmals mit einer hohen Belastung für die Beschäftigten verbunden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Justizbedienstete an immer mehr Standorten vom unvermeidlichen Scannen eingehender Papierakten entlastet. Gleichzeitig ist „Outtasking Scannen“ ein Integrationsprojekt. mehr...
Sachsen-Anhalt: E-Akte für die Verwaltungsgerichte
[25.02.2026] Die Verwaltungsgerichte in Sachsen-Anhalt führen ihre Verfahren nun durchgängig digital. Zum Einsatz kommt eine Fachanwendung des e²-Verbundes, Dataport begleitete die Implementierung. Eine Ausweitung auf weitere Gerichtsbarkeiten ist bereits in Vorbereitung. mehr...
Hessen: KI-Tool für die Strafverfolgung
[03.02.2026] Hessen will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Strafverfolgung deutlich ausbauen. Das Justizministerium plant, den Staatsanwaltschaften bis zum Ende der Legislatur ein KI-Tool bereitzustellen, um große Datenmengen effizienter auszuwerten. mehr...
Brandenburg: Gerichtssäle fit für die E-Akte
[23.01.2026] Das Land Brandenburg hat das Großprojekt der Einführung der E-Akte bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften erfolgreich abgeschlossen – und denkt bereits an die nächsten Schritte. Die Hardware-Basisausstattung in den Gerichten soll nun schrittweise durch leistungsfähigere Technik ersetzt werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Verhandlung bei leerem Gerichtssaal
[16.01.2026] Nach einer neuen Rechtsverordnung dürfen in Schleswig-Holstein ausgewählte Amtsgerichte erstmals vollständig virtuelle Videoverhandlungen erproben. Dabei sollen Erfahrungen für eine mögliche bundesweite Regelung gesammelt werden. mehr...
E-Akte: Justiz und Polizei arbeiten digital zusammen
[14.01.2026] In vielen Bundesländern wird die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz digitaler – und damit enger, effizienter und sicherer. So arbeiten seit Jahresbeginn Justiz und Polizei in Schleswig-Holstein digital. Und auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die elektronische Akte eingeführt. mehr...













