Bundesministerium der JustizGegen den Bürokratie-Burnout

[15.01.2024] Das Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) soll die Unternehmen spürbar entlasten. Der jetzt vorgelegte Entwurf des Bundesjustizministeriums sieht unter anderem vor, das Schriftformerfordernis zur Textform herabzustufen oder abzuschaffen.
Das Bild zeigt Bundeskustizminister Marco Buschmann.

Bundesjustizminister Marco Buschmann: „Mit unserem Entbürokratisierungspaket entlasten wir die Unternehmen um mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr.“

(Bildquelle: BMJ/Julia Deptala)

Das Bundesministerium der Justiz hat am Donnerstag vergangener Woche (11. Januar 2024) den Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der Verwaltung von Bürokratie (BEG IV) veröffentlicht. Der Entwurf sieht verschiedene Änderungen vor, um Bürokratie abzubauen:

  • Verkürzte Aufbewahrungsfristen: Die handels- und steuerrechtlichen Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege wie Rechnungskopien, Kontoauszüge und Lohn- und Gehaltsabrechnungen sollen von zehn auf acht Jahre verkürzt werden. Damit können Unternehmen Belege früher entsorgen und Kosten sparen.
  • Abschaffung der Hotelmeldepflicht: Die Hotelmeldepflicht für deutsche Staatsangehörige soll abgeschafft werden.
  • Reduzierung der Schriftformerfordernisse: Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sollen Schriftformerfordernisse, wo es sinnvoll ist, auf die Textform herabgestuft oder abgeschafft werden. Dies betrifft unter anderem das Vereinsrecht und das GmbH-Recht.
  • Digitales Auslesen von Reisepässen: Reisepässe sollen künftig bei der Abfertigung digital ausgelesen werden.
  • Verkürzung der Stellungnahmefristen bei Öffentlichkeitsbeteiligungen: Bei Öffentlichkeitsbeteiligungen in Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung kann die Äußerungsfrist angemessen verkürzt werden.

Bundesjustizminister Marco Buschmann erklärte: „Wir entlasten unsere Unternehmen spürbar von Bürokratie. Denn sie brauchen Abhilfe gegen den Bürokratie-Burnout, der sie seit Jahren plagt. Genau hier setzt unser Meseberger Entbürokratisierungspaket an. Damit entlasten wir unsere Unternehmen um mehr als drei Milliarden Euro pro Jahr. Das BEG IV ist Teil dieses Pakets, mit dem wir vor allem gegen die Zettelwirtschaft vorgehen.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Papierkorb mit zusammengeknülten Papieren, im Hintergrund unscharf ein Fax-Gerät

Sachsen/Thüringen: Die Verwaltung soll schneller werden

[16.07.2026] Sachsen und Thüringen wollen Verwaltungsverfahren vereinfachen und beschleunigen und haben dazu neue Gesetzespakete auf den Weg gebracht. Thüringen konzentriert sich vor allem auf das Baurecht, während Sachsen einen breiten Umbau des Landesrechts plant. mehr...

Läufer, der die Ziellinie eines Rennens auf einer schwarzen Laufbahn überquert, mit Bewqegungsunschärfe.

Bitkom: Digitalvorhaben kommen voran

[13.07.2026] Die Bundesregierung hält in der Digitalpolitik das Tempo: Erstmals sind doppelt so viele Digitalvorhaben begonnen wie noch nicht begonnen. Das geht aus dem neuesten Monitor Digitalpolitik des Bitkom hervor. Der Verband mahnt, begonnene Projekte nun zügig abzuschließen. mehr...

Karsten Wildberger steht vor einer violett-roten Wand zwischen zwei nicht näher benannten Männern, alle im Anzug

BMDS/Hertie School: Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung

[09.07.2026] Das BMDS fördert ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung an der Hertie School. Die Plattform soll die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern wissenschaftlich begleiten und deren Wirkung unabhängig evaluieren. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Tagungssaal mit runder Tischanordnung, gut besetzt

Ministerpräsidentenkonferenz: Im Schulterschluss zum schlanken Staat

[01.07.2026] Die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz hat den ersten Fortschrittsbericht zur Föderalen Modernisierungsagenda beschlossen. In wichtigen Bereichen kam die Umsetzung voran – Bundesdigitalminister Wildberger wie auch der NKR mahnten aber Tempo und weitere strukturelle Entscheidungen an. mehr...

Gruppenfoto: alle IT-PLR-Mitglieder stehen in einem Innneraum nebeneinander und sehen wohlwollend und zufrieden aus

IT-Planungsrat: Der D-Stack gewinnt an Kontur

[22.06.2026] Für die Umsetzung des Deutschland-Stacks wurden einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Bei der letzten Sitzung des IT-Planungsrats haben sich Bund und Länder auf wesentliche Elemente des im Aufbau befindlichen standardisierten, interoperablen digitalen Ökosystems geeinigt. mehr...

BMDS/Mecklenburg-Vorpommern: Verwaltungsdigitalisierung gemeinsam beschleunigen

[22.06.2026] Der Bund und Mecklenburg-Vorpommern haben eine Verwaltungsvereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit unterzeichnet. Damit sollen Maßstäbe für digitale Verwaltung, Bürokratierückbau, bessere Rechtsetzung und mehr Serviceorientierung gesetzt werden. mehr...

Vier Männer vor Bildschirmen_5G-Campusnetze_SH

Schleswig-Holstein: Wirkmächtiges Instrument

[19.06.2026] Eine positive Bilanz zum Digitalisierungsbooster SH hat Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gezogen. Zentrale Maßnahmen sind eine LoRaWAN-Infrastruktur, die 5G-Campusnetze und das Landesprogramm Offene Innovation. mehr...

Porträt von Lydia Hüskens, mit verschränkten Armen im dunklen Blazer vor einer braunen Wand stehend

Sachsen-Anhalt: Positive Zwischenbilanz zur Digitalstrategie

[17.06.2026] Eine positive Zwischenbilanz der Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ hat Digitalministerin Lydia Hüskens gezogen. Rund 80 Prozent der definierten Ziele sind bereits erreicht oder aktiv in Bearbeitung. Der Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen zählt zu den sichtbarsten Erfolgen. mehr...

Karsten Wildberger am Rednerpult in klassizistischer Kulisse.

BMDS: Umsetzungsstand der Modernisierungsagenden

[16.06.2026] In Berlin diskutierten 200 Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern über die Fortschritte der Modernisierungsagenden. Dabei wurde deutlich: Die Umsetzung hängt vor allem an der engen Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. mehr...

Drei steif lächelnde Menschen stehen nebeneinander vor einer blauen Wand und halten Doklumentenmappen in ihren Händen.

Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat

[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...

Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen

[12.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...

Handshake-Pose von Pakoste und Wildberger vor blauem Hintergrund

Deutschland/Estland: Partnerschaft für digitale Verwaltung

[11.06.2026] Deutschland und Estland wollen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine neue Absichtserklärung umfasst Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, EUDI-Wallet, Beschaffung und Cyber-Sicherheit. mehr...

Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[29.05.2026] Niedersachsen sieht seinen Roll-out-Ansatz für Online-Dienste durch erste Ergebnisse bestätigt. Mit Unterstützung des Bundes soll eine neu gegründete „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ fünf Fokusleistungen bis Ende 2026 landesweit verfügbar machen und medienbruchfreie Prozesse vorbereiten. mehr...

Porträt Florian Hauer, mittelalter Mann im dunklen Anzug vor grauem Hintergrund
bericht

Berlin: Hauptstadt ohne CDO

[28.05.2026] Berlins oberster Verwaltungsmodernisierer, der Dresdner IT-Unternehmer Matthias Hundt, ist nach weniger als drei Monaten auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausgeschieden. Übergangsweise übernimmt Staatssekretär Florian Hauer seine Aufgaben. mehr...