Nordrhein-WestfalenKI-Einsatz bei der Steuerfahndung

Künstliche Intelligenz soll der Steuerfahndung in Nordrhein-Westfalen helfen, verdächtige Transaktionen zugunsten der Terrorismusfinanzierung aufzudecken.
(Bildquelle: julydfg/123rf.com)
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen will Künstliche Intelligenz (KI) zur Bekämpfung von Terrorfinanzierung nutzen. Dazu hat das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) jetzt eine Forschungskooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS geschlossen. Im Zuge der Kooperation wird das Fraunhofer IAIS gemeinsam mit den Fachleuten des LBF NRW einen eigenen KI-Prototyp zur Auswertung digitaler Beweismittel entwickeln, diesen implementieren und den Testeinsatz dokumentieren. Die Zusammenarbeit ist auf sechs Monate angelegt.
„Ziel der Forschungskooperation ist es, das Durchsuchen von digitalen Asservaten drastisch zu beschleunigen“, sagt Nordrhein-Westfalens Finanzminister Marcus Optendrenk. „In sichergestellten Datenmassen diese eine verdächtige Transaktion zu finden, die uns auf die Spur der Täter bringt, ist bisher langwierig und fordernd für unsere Fahnderinnen und Fahnder – bald wohl nicht mehr. Die Künstliche Intelligenz, die wir in den Einsatz bringen werden, durchkämmt Terabytes an Daten effektiv und gibt den Expertinnen und Experten des LBF NRW wichtige Hinweise, wo ihr geschulter Blick lohnt.“
Mit Asservaten chatten
Wie das Land Nordrhein-Westfalen weiter mitteilt, soll die KI-Software das digitale Beweismaterial filtern, welches das LBF NRW bei Durchsuchungen auf Datenträgern sicherstellt. Basis werde ein so genanntes Retrieval-Augmented-Generation-System sein, welches unterschiedliche Dateiformate im doppelten Sinne übersetzt: Inhalte in anderen Sprachen werden ins Deutsche übertragen, aber auch Bilder und Audioformate in Textform umgewandelt.
„Das KI-System, welches wir mit dem LBF NRW entwickeln wollen, kann zum Beispiel Fotos von Rechnungen auch als Rechnung erkennen und anzeigen. Die Umwandlung aller Dateiformate in eine Textform führt dazu, dass der Ermittler oder die Ermittlerin sozusagen mit den Asservaten chatten und Fragen dazu stellen kann“, erklärt Professor Bauckhage, der seitens des Fraunhofer IAIS federführend für die Forschungskooperation verantwortlich zeichnet. „So gibt die KI der Steuerfahndung die Möglichkeit, sich rasch und zielgerichtet auch durch große Datenmengen zu arbeiten und speziell die Verdachtspunkte aufzudecken, die auf Transaktionen zugunsten der Terrorismusfinanzierung hinweisen.“
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