PG DITInnovation aus der Verwaltung für die Verwaltung

[28.04.2020] Als verwaltungsinterner Think und Do Tank arbeitet die Projektgruppe Digital Innovation Team (PG DIT) daran, digitale Innovationen in der Bundesverwaltung zu fördern sowie neue Methoden und Arbeitsweisen in die Behörden zu bringen.
Digital Innovation Team will Verwaltungsmitarbeiter zu agilen Arbeitsweisen befähigen.

Digital Innovation Team will Verwaltungsmitarbeiter zu agilen Arbeitsweisen befähigen.

(Bildquelle: PG DIT)

Vor knapp einem Jahr hat die agile Projektgruppe „Konzeption und Aufbau eines Digital Innovation Teams / E-Government-Agentur“ (PG DIT) die Arbeit im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) aufgenommen. Als Kern einer künftigen E-Government-Agentur ist sie dabei zentraler Anknüpfungspunkt für Innovatoren aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft und bringt digitale Akteure zusammen. Die Nachfrage nach neuen Arbeitsweisen und Methoden war dabei im ersten Jahr aufseiten der Verwaltungsmitarbeiter überwältigend. Schon heute gibt es in vielen Bereichen innovative Vorkämpfer sowie spannende Digitalisierungsprojekte. Als verwaltungsinternes Team steht das DIT im direkten Austausch mit Beschäftigten aller Ebenen der Bundesverwaltung.
Bundes-CIO und Staatssekretär im Bundesinnenministerium Klaus Vitt, der die Projektgruppe initiiert hat, sagt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Digital Innovation Team arbeiten in selbstorganisierten Teams. Sie wissen aus erster Hand, wie schwierig es ist, neue Arbeitsmethoden einzuführen und wie wichtig eine Öffnung hin zu mehr innovativen Ansätzen ist. Die digitale Transformation muss von innen heraus vorangetrieben werden. So steigern wir die Akzeptanz und ermöglichen einen nachhaltigen Kulturwandel in der Bundesverwaltung.“

Befähigung zu agilem Arbeiten

Das Digital Innovation Team erklärt dabei nicht nur anderen, wie sie innovativer werden und neue Arbeitsweisen in die öffentliche Verwaltung bringen können. Die Projektgruppe arbeitet auch selbst agil und hierarchiefrei und fördert durch ihre Arbeit ein Innovation Mindset bei den Mitarbeitern. Denn für das DIT ist klar, dass der von Staatssekretär Vitt betonte Kulturwandel die Voraussetzung ist, um nicht-vorhersehbare Herausforderungen in der Verwaltung zu meistern, für die es noch keine Blaupausen gibt. Der Wissenstransfer und die Befähigung der Verwaltungsmitarbeiter zu agilem Arbeiten ist daher eine der Kernaufgaben. In über 30 Workshops und Vorträgen hat das Team bereits Wissen über agile Methoden geteilt und mehr als 150 innovative Ideen für die Verwaltung der Zukunft gemeinsam mit den verschiedenen Partnern entwickelt.

Interner Akteur

Um Innovation anhand konkreter Beispiele erlebbar zu machen und in die Breite zu tragen, begleitet das DIT Projekte und berät bei der Strategiefindung sowie beim Aufbau von Innovationseinheiten. Dazu werden verschiedene Kreativformate genutzt: von kurzen Impulsvorträgen über agile Methoden oder New Work bis hin zu längeren Workshops, in denen gemeinsam konkrete Fragestellungen und Probleme angegangen und Prototypen erstellt werden. In Kooperation mit Partnerbehörden wurden zudem in mehrwöchigen Projekten innovative Services gestaltet. Dabei unterstützt das Digital Innovation Team bis zur Umsetzung konkreter digitaler Produkte und teilt als interner Akteur auch stets das Wissen mit den Partnerbehörden. Denn die Mitarbeiter sollen ja befähigt werden, künftig komplexe Problemstellungen mithilfe agiler Methoden selbst zu lösen. So soll ein Netzwerk von innovativen Multiplikatoren in der Bundesverwaltung geschaffen werden.

Aktuelle Projekte mit Partnerbehörden

Mit dem Bundesverwaltungsamt arbeitet das DIT aktuell an einem Personal-Matching-Tool für das Beratungszentrum Bund. Das Tool schafft Transparenz über die anstehenden Projekte sowie die Interessen und Entwicklungswünsche der Mitarbeiter und verbessert somit den Matching-Prozess von Beratern und Projekten. Dabei geht das Digital Innovation Team immer nutzerzentriert vor, um Lösungen zu finden, die einen wirklichen Mehrwert für die Beschäftigten bieten. Das DIT arbeitet ergebnissoffen und sucht die Lösung, die den Ansprüchen der Partnerbehörde am besten entspricht. Außerdem wird das Methoden- und Projekt-Management-Wissen stets offen geteilt.
Mit dem Service Center des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge arbeitet die Projektgruppe daran, innovative Lösungen zu finden, um die an die Behörde gestellten Anfragen besser und effizienter beantworten sowie die Beschäftigten bei ihrer Arbeit unterstützen zu können. Mithilfe von verschiedenen Design-Thinking-Methoden hat das DIT dabei zunächst das Problem und die Anforderungen erfasst und in weiteren Schritten verschiedene digitale Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Das Team hat für solche Projekte einen eigenen Innovationsprozess entwickelt, der an die Bedürfnisse der Verwaltung angepasst ist. Teil davon ist auch die Unterstützung bei der Umsetzung. Die Partnerbehörde wird also auch über die Erstellung von Prototypen hinaus begleitet.

Eine Frage des Mindsets

Mit der Corona-Krise erleben wir gerade, was es bedeutet, wenn plötzlich Lösungen für nie dagewesene Probleme benötigt werden. Neue Arbeitsweisen und agile Methoden sind dazu da, sich schnellstmöglich an rasant wandelnde Situationen anzupassen. Zusätzlich sind sie die Voraussetzung für Innovation und Digitalisierung. Das DIT will diese Chance nutzen, denn in zugespitzten Zeiten zeigt sich die Verwaltung als besonders innovativ und offen für neue Ansätze. Jedoch ist nicht die Krise selbst entscheidend, sondern das Bewusstsein, dass etwas geändert werden muss. Denn Innovation ist am Ende eine Frage der Kultur, des Mindsets.
Die Mitarbeiter im Digital Innovation Team bilden sich durch ihre Arbeit ständig weiter. Aktuelle Informationen über Projekt- und Innovationsmanagement sowie neue Arbeitsmethoden in der Verwaltung stellt das DIT dabei auf seiner Website frei zur Verfügung.

Adrian Bidlingmaier hat die PG DIT im Februar und März 2020 im Rahmen eines Praktikums unterstützt; Jan-Ole Beyer ist Leiter der Projektgruppe und verantwortlich für Strategie und Kommunikation.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Mehrere Menschen stehen vor einem Aufsteller mit der Aufschrift „Startuphafen SH“.

Schleswig-Holstein: Schnell ein Unternehmen gründen

[10.07.2026] Eine von acht Pilotregionen beim bundesweiten BMDS-Projekt „Schneller Gründen“ ist Nordfriesland. Der dort entwickelte Startuphafen bündelt Informationen und Verwaltungsangebote zur Unternehmensgründung – und soll bald weiteren Städten und Kreisen im Land zur Verfügung stehen. mehr...

Ein roter Bauhelm liegt auf dem Asphaltboden, im Hintergrund unscharf eine Baustelle.

Niedersachsen: Bauleitplanung landesweit digital

[08.07.2026] Niedersachsen hat für seine Kommunen flächendeckend das digitale Verfahren DiPlanCockpit PRO für die Bauleitplanung eingeführt. Das neue Online-System soll Planungsverfahren schneller und einfacher machen. mehr...

Mutter spielt mit den Füßen eines Neugeborenen

GovTech Deutschland: Elterngeldverfahren föderal nachnutzen

[06.07.2026] Das Elterngeldverfahren steht perspektivisch auf der Deutschlandplattform zur föderalen Nachnutzung zur Verfügung. Die von GovTech Deutschland verantwortete Migration zeigt, wie bestehende Verwaltungsverfahren effizient und in kurzer Zeit auf eine moderne Plattformarchitektur überführt werden können. mehr...

Nahaufnahme eines Mannes, der eine Angel in der Hand hält vor grünem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Fischereischein fürs Smartphone

[06.07.2026] Wer in Nordrhein-Westfalen den Fischereischein erwirbt, erhält diesen künftig im modernen Scheckkartenformat oder als elektronisches Zertifikat auf dem Smartphone. mehr...

Drei Verkehrsschilder (Abbiegen) gegen blauen Himmel aufgenommen

Baden-Württemberg: Kataster für Verkehrszeichen

[03.07.2026] Baden-Württemberg digitalisiert die Verwaltung seiner Verkehrszeichen. Ein neues Kataster soll Anordnung, Pflege und Auswertung der Schilder medienbruchfrei unterstützen und die Daten zugleich für Planung, Forschung und Mobilitätsanwendungen öffnen. mehr...

Festlich gedeckte Tafel, ein paar formell gekleidete Menschen, hinten Projektionsfläche

NEGZ/msg: Rückblick auf das Erfurter Digitalisierungsgespräch

[03.07.2026] Mit seinen Digitalisierungsgesprächen bringt das NEGZ Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Beim jüngsten Termin in Erfurt ging es unter anderem um das Spannungsfeld zwischen technologischer Unabhängigkeit, effizienten Verwaltungsprozessen und rechtlichen Rahmenbedingungen. mehr...

Aus Code-Bausteinen neue Anwendungen zusammensetzen.

IT-Planungsrat: Ein Designsystem für Bund und Länder

[02.07.2026] Der IT-Planungsrat nimmt den offenen Standard KERN UX in sein Portfolio auf. Das von Hamburg und Schleswig-Holstein initiierte Projekt soll digitale Verwaltungsdienste nutzerfreundlicher, konsistenter und – zusammen mit der Digitalen Dachmarke – wiedererkennbarer machen. mehr...

Außenaufnahme: Wiese mit mehreren Männern in Uniform, auf dem Boden eine weiße Markierung.

Bitkom: Bundeswehr-Reserve muss digitaler werden

[02.07.2026] Das Bundeskabinett hat ein Gesetz zur Stärkung der Bundeswehr-Reserve beschlossen. Aus Sicht des Bitkom genügt Personalaufwuchs jedoch nicht für die Einsatzfähigkeit. Die Nutzung digitaler Technologien – von Apps über digitale Identität bis VR – müsste systematisch vorangetrieben werden. mehr...

Nahaufnahme eines Papierstapels auf einem Schreibtisch

Berlin: Zuwendungen sollen schneller fließen

[29.06.2026] In Berlin sollen eine moderne Software für digitale Anträge und eine neue Datenbank für Förderprogramme künftig dafür sorgen, dass mögliche Zuwendungen im Sozialbereich schneller und mit weniger Bürokratie vergeben werden können. Auch ein neues IT-Fachverfahren soll eingeführt werden. mehr...

Screenshot Website Digitale Dachmarke

BMDS: Alles zur Digitalen Dachmarke an einem Ort

[24.06.2026] Eine zentrale Webseite bündelt künftig Informationen zur Digitalen Dachmarke, ihren Kennzeichnungselementen und der Beantragung. Damit soll der einheitliche Auftritt staatlicher Online-Angebote von Bund, Ländern und Kommunen breiter unterstützt werden. mehr...

Frauenhände, die ein Mikro, eine Kamera und Zeitungen hochhalten vor rosa Hintergrund

NEGZ: Woher nehmen Fachleute ihr Digitalwissen?

[19.06.2026] Mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung befasst sich inzwischen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen sowie Podcasts. Das NEGZ will nun wissen, welche Medien von Fachleuten gelesen oder gehört werden. Die Umfrage ist in unter fünf Minuten zu schaffen. mehr...

Hessen: Immissionsschutz-Anträge werden digital

[15.06.2026] Hessen treibt die Digitalisierung von Genehmigungsverfahren weiter voran: Zum Jahreswechsel soll die Antragstellung im Bereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausschließlich über den Dienst ElIA-Online erfolgen. mehr...

Waldbrand: Dunkle Silhouette von Nadelbäumen vor orange leuchtendem Hintergrund.

Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor

[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...

In ein hellblaues Oberhemd gekleideter Männertorso mit Händen und Armen auf der Schreibtischplatte, die von Papieren übersät ist.

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...