Mecklenburg-Vorpommern/NiedersachsenE-Akte in Strafsachen

[02.09.2025] Damit Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte bis 2026 nahtlos digital arbeiten können, sind abgestimmte Prozesse und aufwendige technische Vorbereitungen erforderlich. Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen gehen mit Pilotprojekten in Rostock und Aurich voran.
Porträt von Jacqueline Bernhardt

Justizministerin Jacqueline Bernhardt sieht die Digitalisierung der Justiz in M-V auf der Zielgeraden.

(Bildquelle: JM MV/Ecki Raff)

Das (Bundes-)Gesetz zur Einführung der elektronischen Akte in der Justiz und zur weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs vom Juli 2017 sieht vor, dass Gerichte und Staatsanwaltschaften ihre Verfahrensakten spätestens ab Januar 2026 elektronisch zu führen haben. Die meisten Bundesländer haben die E-Akte bei ihren Zivil- und Fachgerichten bereits erfolgreich eingeführt oder befinden sich hier auf der Zielgeraden. Nun geht es vielerorts um die Einführung der E-Akte in Straf- und Bußgeldsachen – ein anspruchsvolles Vorhaben, wie Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Jacqueline Bernhardt erläutert. „Die E-Akte in Straf- und Bußgeldsachen ist noch einmal eine große Herausforderung. Die Besonderheit hierbei liegt darin, dass Ermittlungsvorgänge in der Regel nicht bei den Justizbehörden, sondern bei der Polizei und anderen Strafverfolgungsbehörden beginnen. Von Anfang an geht es hier darum, in einem Bereich besonders sensibler Inhalte, netz- und ressortübergreifend elektronisch zu arbeiten. Um dies zu ermöglichen, müssen wir vertrauensvoll und sehr konstruktiv alle relevanten Prozesse mit den beteiligten Behörden vorbereiten und umsetzen“, betonte Bernhardt.

Auch technisch komplex

Die Hansestadt Rostock machte den Auftakt. Dort wurde in einem ersten Schritt die Einführung der E-Akte in Straf- und Bußgeldsachen bei den Gerichten, der Staatsanwaltschaft und den Polizei- und Bußgeldbehörden pilotiert. Inzwischen können im gesamten Landgerichtsbezirk Rostock alle Delikte mit der elektronischen Strafakte bearbeitet werden. Nach derzeitigem Stand könne das Land die gesetzliche Vorgabe der Einführung der Elektronischen Akte in allen Bereichen der Gerichte und Staatsanwaltschaften bis Jahresende erfüllen, so die Justizministerin. Für die laut Bernhardt teils sehr komplexen technischen Vorbereitungsmaßnahmen zuständig waren die IT-Dienstleister Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern (DVZ M-V) und Dataport.

Umstellung für alle Beschäftigten

Auch in Niedersachsen hat die Digitalisierung in der Justiz inzwischen die Staatsanwaltschaften erreicht. So berichtet die Staatsanwaltschaft Aurich, dass dort neu eingeleitete Ermittlungsverfahren von den Polizeidienststellen elektronisch an die Justiz übermittelt werden. Damit soll insbesondere der Rechtsverkehr zwischen Justiz und Polizei beschleunigt und die Bearbeitung digitaler Beweismittel vereinfacht werden. Aber auch ein medienbruchfreier Verkehr zwischen den Ermittlungsbehörden und den Strafgerichten ist durch die E-Akte nun möglich. Die Kommunikation erfolgt künftig direkt über sichere digitale Schnittstellen. Im Zuge der Einführung der elektronischen Akte wurden sämtliche Arbeitsplätze technisch neu ausgestattet, zudem fanden Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt, um den Einstieg in die elektronische Aktenwelt so reibungslos wie möglich zu gestalten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: E-Justiz
Nahaufnahme eines hellblauen Reißverschlusses auf gelbem Hintergrund

Hessen: Brücke zwischen Polizei und Justiz

[01.06.2026] Polizei und Justiz arbeiten weitgehend digital – aber mit unterschiedlichen Systemen. Damit Strafverfahren dennoch medienbruchfrei und rechtskonform ablaufen, gibt es die elektronische Strafakte. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung berichtet über das komplexe föderale IT-Projekt. mehr...

Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an

[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...

Ein paar offenbar männliche Hände sind dabei, einen Aktenstapel auf einer hölzernen Tischplatte abzulegen.

Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten

[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...

Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt

[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...

Mock-Up-Screens mit dem Dialog zur P-Konto-Einrichtung

Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto

[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...

Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin fuer Justiz und Verbraucherschutz, aufgenommen in Berlin, 03.02.2026. Fotografiert im Auftrag des Bundesministerium der Justiz (BMJ)

E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet

[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...

Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung

[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...

Porträtfoto von Hessens Justizminister Christian Heinz.

Hessen: KI für die Justiz

[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...

Leeres Büro, Nahaufnahme eines Schreibtischs, auf dem ein Laptop und abgewetzte Aktenordner nebeneinander liegen. Im Hintergrund weitere Akten in Regalen.

Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium

[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...

Porträt von Bremens Justizsenatorin Dr. Claudia Schilling, im Hintergrund grüne Vegetation

Bremen: Investitionen in die digitale Justiz

[10.03.2026] Der Bremer Senat beschließt Investitionen in die Justiz: Rund eine Million Euro soll in Maßnahmen der Digitalisierung fließen. So wird die Beweismittelplattform erweitert, Gerichtssäle erhalten stationäre Videokonferenztechnik, und es entstehen speziell ausgestattete Prüfungsplätze für juristische E-Examina. mehr...

Illustration im Comicstyle: Aktenstapel mit umherfliegenden losen Blättern vor türkisem Hintergrund.

Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Entlastung der Justiz

[03.03.2026] Die Digitalisierung der Justiz ist oftmals mit einer hohen Belastung für die Beschäftigten verbunden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Justizbedienstete an immer mehr Standorten vom unvermeidlichen Scannen eingehender Papierakten entlastet. Gleichzeitig ist „Outtasking Scannen“ ein Integrationsprojekt. mehr...

Hoher Stapel von Aktenmappen, dahinter ist unscharf ein Laptop zu erkennen.

Sachsen-Anhalt: E-Akte für die Verwaltungsgerichte

[25.02.2026] Die Verwaltungsgerichte in Sachsen-Anhalt führen ihre Verfahren nun durchgängig digital. Zum Einsatz kommt eine Fachanwendung des e²-Verbundes, Dataport begleitete die Implementierung. Eine Ausweitung auf weitere Gerichtsbarkeiten ist bereits in Vorbereitung. mehr...

Porträtfoto von Hessens Justizminister Christian Heinz.

Hessen: KI-Tool für die Strafverfolgung

[03.02.2026] Hessen will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Strafverfolgung deutlich ausbauen. Das Justizministerium plant, den Staatsanwaltschaften bis zum Ende der Legislatur ein KI-Tool bereitzustellen, um große Datenmengen effizienter auszuwerten. mehr...

Porträt von Dr. Benjamin Grimm

Brandenburg: Gerichtssäle fit für die E-Akte

[23.01.2026] Das Land Brandenburg hat das Großprojekt der Einführung der E-Akte bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften erfolgreich abgeschlossen – und denkt bereits an die nächsten Schritte. Die Hardware-Basisausstattung in den Gerichten soll nun schrittweise durch leistungsfähigere Technik ersetzt werden. mehr...

Justizia-Skulptur und Richterhammer

Schleswig-Holstein: Verhandlung bei leerem Gerichtssaal

[16.01.2026] Nach einer neuen Rechtsverordnung dürfen in Schleswig-Holstein ausgewählte Amtsgerichte erstmals vollständig virtuelle Videoverhandlungen erproben. Dabei sollen Erfahrungen für eine mögliche bundesweite Regelung gesammelt werden. mehr...