BayernVorfahrt für das Digitale

Bundesweite Vorfahrt für den digitalen Verwaltungsweg - Bayern will diesen Ansatz vorantreiben.
(Bildquelle: tanitost/123rf.com)
Ende 2025 hatte die Digitalministerkonferenz (DMK) beschlossen, das Prinzip Digital Only gesetzlich zu verankern (wir berichteten). In Zukunft soll es also möglich sein, Verwaltungsleistungen grundsätzlich digital zu beantragen, bei gleichzeitigem Angebot persönlicher Unterstützung vor Ort. Eingebracht hatte den Vorschlag Bayerns Digitalminister Fabian Mehring. Nun hat der Staatsminister den „Weckruf für eine digitale Zeitenwende“ initiiert und im Rahmen des Bayern-Zukunftskongresses vorgestellt. Damit soll den Zielen der DMK – der Modernisierung und Digitalisierung des Staats – Nachdruck verliehen werden.
Digital Only als gemeinsame Zielmarke
Zehn Institutionen, Verbände, Unternehmen und Wissenschaftsvertreter haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft; Lea Frank, Landessprecherin Bayern beim Deutschen Startup Verband; Boris Hecker, Landessprecher Bayern beim Bitkom; Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin Initiative D21 und Rolf Schumann, Co-CEO Schwarz Digits. Damit wachse der politische Impuls von Digitalminister Mehring „zu einer breiten Bewegung für einen modernen, leistungsfähigen und zukunftsfesten Staat“, so das bayerische Digitalministerium in einer Meldung. Angesichts angespannter Haushaltslagen und wachsender Investitionsbedarfe betonen die Unterzeichner zudem die generationenpolitische Dimension der Verwaltungsdigitalisierung. Statt immer neuer Sondervermögen brauche es eine konsequente Realisierung der digitalen Dividende.
Doppelweg als Bremsklotz
Der unterzeichnete Weckruf mache deutlich, dass Deutschlands bisheriger Ansatz der Digitalisierung – der parallele Betrieb digitaler und analoger Verfahren – an seine Grenzen stoße, so das bayerische Digitalministerium. Der analoge Doppelweg verursache hohe Kosten, binde Personal und verhindere die Generierung einer digitalen Dividende. Erst mit dem Abschied vom Analogen entstehe der notwendige Umsetzungsdruck, um Verwaltung grundlegend zu modernisieren. Die Unterzeichner sprechen sich klar für Digital Only als bundesweite Zielmarke aus. Hierzu sollen Verwaltungsverfahren weitestmöglich digitalisiert, automatisiert und nutzerfreundlich gestaltet werden: „Mit dem Ruhestand der Babyboomer-Generation wird sich der Fachkräftemangel im Land dramatisch verschärfen – uns gehen schlicht die Köpfe aus. Uns bleibt also nur, alles zu digitalisieren und zu automatisieren, was möglich ist, damit weniger Köpfe unseren Wohlstand in die Zukunft tragen können“, betont Mehring.
Digitale Teilhabe mitgedacht
Der Weckruf aus Bayern will aber auch ausdrücklich unterstreichen, dass digitale Teilhabe und Digital Only kein Widerspruch sind. Das Gegenteil sei der Fall: Die Einsparungen durch den Abbau analoger Doppelstrukturen könnten neue Spielräume für gezielte Unterstützungsangebote schaffen, etwa durch Servicestellen, persönliche Begleitung oder Hilfe für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf.
„Menschen in hohem Lebensalter fordert die Komplexität deutscher Bürokratie meist ohnehin so sehr heraus, dass sie sowieso persönliche Unterstützung benötigen – ganz egal, ob ein Verwaltungsakt analog oder digital vollzogen wird“, sagt Mehring. Daher sollte allen, die Unterstützung brauchen, „persönlich geholfen“ werden – dies ließe sich dadurch finanzieren, dass „die anderen 90 Prozent der Bevölkerung ihre Behördengänge komfortabel, von überall aus und jederzeit digital erledigen, ohne hierfür analoge Doppelstrukturen vorzuhalten“. Weil niemand mehr ganztägig an einem Schalter sitzen müsse, wäre es sogar denkbar, dass die Verwaltungskraft aus dem Rathaus Omas Antrag mit ihr zusammen im heimischen Wohnzimmer ausfülle.
Digitalministerkonferenz: Alle ziehen an einem Strang
[15.05.2026] Die Digitalministerkonferenz hat in Hamburg Beschlüsse zur Umsetzung der föderalen Modernisierungsagenda gefasst. Die Vereinbarungen betreffen unter anderem die DeutschlandID, die Registermodernisierung und ein länderübergreifendes Reallabor für Law-as-Code. mehr...
Kooperation: Gemeinsame KI-Plattform für drei Länder
[11.05.2026] Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wollen beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Plattformarchitektur soll Standards, Schnittstellen und Pilotanwendungen bündeln. mehr...
Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit
[08.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...
Sachsen: Bündeln, straffen, digitalisieren
[05.05.2026] Das sächsische Landeskabinett hat eine umfassende Modernisierungsagenda beschlossen. Ein großer Teil der Maßnahmen betrifft die digitale Transformation der Verwaltung und die erforderlichen Umsetzungsstrukturen. mehr...
Saarland: Zehn Minuten für die digitale Zukunft
[04.05.2026] Im Saarland wird derzeit die Digitalstrategie „Digitales Saarland 2035“ erarbeitet. Diese soll sich nah an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen im Land ausrichten. Daher läuft nun bis 20. Mai eine landesweite Online-Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse in die Strategie einfließen sollen. mehr...
Bayern/Bund: Kooperation besiegelt
[30.04.2026] Bayern und der Bund haben die Vereinbarung für eine Pilotkooperation zur Verwaltungsdigitalisierung unterzeichnet. Damit ist der im Januar angekündigte Ansatz nun vertraglich fixiert. Bis Jahresende sollen wichtige Fokusleistungen in allen Kommunen des Landes angeboten werden können. mehr...
Bitkom: Bilanz nach einem Jahr BMDS
[28.04.2026] Ein Jahr nach Start des Digitalministeriums zieht der Bitkom Bilanz zur Digitalpolitik der Bundesregierung. Demnach sind neun Prozent der Vorhaben abgeschlossen, mehr als die Hälfte läuft. Rund ein Drittel ist noch nicht gestartet. mehr...
Politik: Neuer Digitalausschuss im Bundesrat
[23.04.2026] Im Bundesrat wurden Digitalisierungsthemen bisher überwiegend in anderen Fachausschüssen – etwa für Verkehr oder Inneres – „mitbehandelt“. Dies wird nun anders: Gestern tagten die Digitalminister von Bund und Ländern erstmals in einem eigenen Ausschuss der Länderkammer. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung
[17.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...
BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in die Fläche
[15.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...
Thüringen/Estland: Von den Besten lernen
[10.04.2026] Estland setzt mit seiner digitalen Transformation globale Maßstäbe. Die Botschafterin des baltischen Staates machte nun ihren Antrittsbesuch beim Thüringer Ministerpräsidenten und der Landes-CIO. Thüringen und Estland wollen die digitale Verwaltung enger verzahnen. mehr...
Sachsen: Zukunftspaket für Wirtschaft und Arbeit
[08.04.2026] Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter hat das Zukunftspaket I für Wirtschaft und Arbeit vorgestellt. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören unter anderem ein umfassendes Normenscreening und die Schaffung strafferer Strukturen in der Verwaltung. Auch die 24-Stunden-Gründung soll vorangetrieben werden. mehr...
IT-Planungsrat/FITKO: Jahresbericht veröffentlicht
[02.04.2026] Der IT-Planungsrat und die Föderale IT-Kooperation (FITKO) haben ihren gemeinsamen Jahresbericht 2025/2026 veröffentlicht. Er zeigt auf, wie die Verwaltungsdigitalisierung 2025 in konkrete Vorhaben übersetzt wurde. mehr...
Unternehmensgründung: Konzept für automatisierte Verfahren
[27.03.2026] Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bayern haben ein Konzept für vollautomatisierte Verwaltungsverfahren im Bereich Unternehmensgründung vorgelegt. Das Konzept stammt aus dem Projekt „Gründen in 24 Stunden“. mehr...
Schleswig-Holstein: Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz im Landtag
[25.03.2026] Mit dem Digitalisierungsbeschleunigungsgesetz will Schleswig-Holstein den gesetzlichen Rahmen für eine umfassende, konsequente Verwaltungsdigitalisierung schaffen. Der Entwurf dazu wurde nun in den Landtag eingebracht. mehr...














