BerlinUnruhe beim ITDZ

Matthias Hundt (ganz rechts) bei einem Besuch im ITDZ, hier im Security Operations Center (SOC).
(Bildquelle: ITDZ)
In der Berliner Digitalpolitik gab es Ende März 2026 recht überraschend einen personellen Wechsel: Die bisherige Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung und CDO, Martina Klement, wechselte kurzfristig nach Brandenburg ins dort neu formierte Landeskabinett Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa. Ihren Posten als Chefdigitalisierer in der Berliner Senatskanzlei übernahm der Unternehmer Matthias Hundt, der dafür aus Dresden an die Spree wechselte.
Auch beim zentralen IT-Dienstleister des Landes, dem IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin), wurde damit eine Neubesetzung notwendig. Auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Kai Wegner, hat der Senat am 21. April Matthias Hund als Mitglied des ITDZ-Verwaltungsrats bestellt. Mit diesem Schritt wird der Landes-CDO ab sofort zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen.
Wie der für gewöhnlich gut unterrichtete Berliner Tagesspiegel berichtet, plant Hundt, einen Staatskommissar in der ITDZ-Geschäftsführung zu installieren. Dies würde wohl eine verstärkte direkte Steuerung des ITDZ durch die Senatskanzlei bedeuten. Der zentrale Berliner IT-Dienstleister will gegen dieses Vorhaben juristisch vorgehen. Der Landesbetrieb befindet sich bereits seit Längerem in einer Finanzkrise. Nach Tagesspiegel-Informationen konnte das ITDZ im Februar und im November 2025 die Zahlungsunfähigkeit nur durch Notkredite des Landes Berlin in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro abwenden. Diese seien inzwischen zurückgezahlt, allerdings habe die Finanzverwaltung dem ITDZ kurz vor Ostern einen erneuten sogenannten Kassenkredit gewährt, diesmal in Höhe von neun Millionen Euro. Die Kreditzusage sei an verschiedene Auflagen geknüpft.
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