Bitkom Länderindex 2026Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden.
Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Der Bitkom wirbt für ein Beschleunigungsbudget für digitale Maßnahmen und befürwortet die engere technische Zusammenarbeit von Bund und Ländern.

(Bildquelle: wirestock/123rf.com)

Hamburg bleibt Deutschlands digitalstes Bundesland. Das geht aus dem Länderindex 2026 hervor, den der Digitalverband Bitkom vorgelegt hat. Für das Ranking wurden alle 16 Bundesländer anhand von 30 Indikatoren in vier Kategorien untersucht: Governance und Verwaltung, digitale Infrastruktur, digitale Wirtschaft und digitale Gesellschaft. Nach Angaben des Bitkom erreicht Hamburg 70,3 von 100 möglichen Punkten und liegt damit erneut auf Rang eins. Dahinter folgen Berlin mit 63,8 Punkten und Hessen mit 63,7 Punkten. Hessen verbessert sich damit von Platz fünf auf Platz drei. Bayern kommt mit 62,6 Punkten auf Rang vier, Baden-Württemberg mit 61,8 Punkten auf Rang fünf. Den größten Sprung nach vorn macht laut Bitkom das Saarland. Es verbessert sich vom zwölften Platz im Länderindex 2024 auf Rang sechs in diesem Jahr. Am Ende der Tabelle stehen Sachsen-Anhalt mit 52,4 Punkten sowie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 51,1 Punkten. Beide Länder teilen sich Rang 15.

Hamburg vorne, auf Rang zwei liegt Berlin

Hamburg liegt dem Verband zufolge nicht nur in der Gesamtwertung vorn. Die Hansestadt belegt auch in den Kategorien digitale Wirtschaft und digitale Infrastruktur den ersten Platz. Bei Governance und Verwaltung kommt Hamburg auf Rang drei, bei der digitalen Gesellschaft auf Rang fünf. Besonders gute Werte nennt Bitkom auch bei der Glasfaser- und Gigabitversorgung sowie beim Anteil von IT-Unternehmen und IT-Fachkräften. Berlin behauptet nach Angaben des Verbands Rang zwei und punktet vor allem mit seiner digitalen Wirtschaft. Ausschlaggebend seien die hohe Zahl an Start-up-Neugründungen und die starke Präsenz von IT-Unternehmen. Hessen erreicht bundesweit den ersten Platz in der Kategorie Governance und Verwaltung sowie Rang zwei bei der digitalen Infrastruktur. Dort wirke sich vor allem die hohe Rechenzentrumsleistung in der Region Frankfurt am Main aus, so der Bitkom.

Saarland legt stark zu

Die auffälligste Entwicklung sieht der Bitkom im Saarland. Das kleinste Flächenland rückt im Gesamtranking auf Platz sechs vor und erreicht in der Kategorie digitale Gesellschaft sogar Rang eins. Dahinter stehen laut Verband vor allem starke Werte bei der digitalen Bildung: In allen Schulformen gebe es dort mindestens sechs Pflichtstunden Informatik. Zudem unterrichteten fünf Prozent der Lehrkräfte Informatik; im Bundesdurchschnitt seien es bislang drei Prozent. Auch bei der digitalen Infrastruktur erreicht das Saarland einen Spitzenwert: Bei der Gigabitversorgung an Schulen erzielte es den besten Wert unter den Ländern. „Das Saarland zeigt beispielhaft, dass digitale Fortschritte nicht allein von Größe und Geldbeutel abhängen. Wer gezielt in digitale Bildung investiert und politische Prioritäten setzt, kann die Digitalisierung schnell nach vorne bringen“, so Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Auch ostdeutsche Länder punkten bei Bildung

Der Länderindex zeigt nach Einschätzung des Verbands auch deutliche regionale Unterschiede. In der Kategorie digitale Infrastruktur liegen mit Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor allem norddeutsche Länder vorn. Sie seien bei Glasfaser- und Gigabitnetzen überdurchschnittlich stark. Bei der digitalen Wirtschaft schneiden dagegen süddeutsche Länder stark ab; nur Hamburg und Berlin liegen hier noch vor ihnen.

Ostdeutsche Länder sind laut Bitkom insbesondere bei digitaler Teilhabe und Bildung gut aufgestellt. Mecklenburg-Vorpommern erreicht in der Kategorie digitale Gesellschaft Platz zwei, Sachsen Platz drei und Thüringen Platz vier, obwohl diese Länder im Gesamtranking deutlich weiter hinten liegen. Der Verband führt dies vor allem auf digitale Bildung zurück: In Mecklenburg-Vorpommern gebe es an allen Schulformen sechs Pflichtstunden Informatik, in Sachsen unterrichteten neun Prozent der Lehrkräfte Informatik.

Wirtschaftsleistung bedingt Digitalisierungsgrad

Der Bitkom konstatiert, dass die digital starken Länder häufig auch andere strukturelle Vorteile haben, etwa eine überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung, hohe Bevölkerungsdichte sowie eine starke Unternehmens- und Hochschullandschaft. Hinzu kommen politische Faktoren wie ein eigenes Digitalministerium, ein Digitalkabinett, ein Digitalcheck für neue Gesetze oder eine Digitalstrategie mit öffentlichem Fortschrittsbericht.

Zur Beschleunigung der OZG-Umsetzung schlägt der Bitkom ein Budget für digitale Maßnahmen vor. Außerdem warb Ralf Wintergerst für eine engere technische Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Wenn jedes Land sein eigenes System baue, werde es kompliziert, teuer und langsam. Dass sich die Länder zum Deutschland-Stack bekannt hätten, könne der digitalen Verwaltung Schub verleihen. „Der Deutschland-Stack hat das Zeug dazu, die Verwaltung digital auf ein gemeinsames, modernes Fundament zu stellen“, so Wintergerst. Zugleich könnten die Länder schon heute bestehende Spielräume nutzen, um digital Fortschritte zu machen. „Die Ergebnisse des Länderindex zeigen: Digitalisierung lässt sich gestalten. Wo Prioritäten gesetzt, Zuständigkeiten gebündelt und Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, kommt digitale Bewegung ins Land. Genau darin liegt jetzt die Chance für alle Bundesländer“, so der Bitkom-Präsident.



Stichwörter: Panorama, Bitkom, Länderindex


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