ThüringenDigitalkabinett startet Digitaloffensive

[14.08.2025] Das neue Digitalkabinett Thüringens hat bei seinem ersten Treffen einen Praxis- und Digitalcheck auf Open-Source-Low-Code-Basis, klare Regeln für generative KI und eine Thüringen-App angekündigt. Zudem soll der Zuständigkeitsfinder alle Verwaltungsleistungen bündeln.
Große, nüchterner Raum mit U-förmiger Tischanordnung, an der Menschen in Anzügen sitzen.

Das Thüringer Digitalkabinett will die Digitalisierung im Land beschleunigen, Verwaltungsprozesse vereinfachen und digitale Angebote für Bürger und Unternehmen leichter zugänglich machen.

(Bildquelle: TSK/Jacob Schröter)

Das neue Digitalkabinett der Thüringer Landesregierung ist erstmals zusammengetreten. Unter der Leitung des Digitalministers Steffen Schütz und der Digitalstaatssekretärin und Landes-CIO Milen Starke trafen sich die Mitglieder im Grace-Hopper-Bau der Technischen Universität Ilmenau. Das Digitalkabinett koordiniert und unterstützt  die digitalen Projekte der einzelnen Fachressorts und soll so die Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung im Freistaat beschleunigen. „Wir werden die Verwaltungsdigitalisierung auf Landes- und Kommunalebene zentral steuern, konsolidieren und standardisieren. Dadurch erhöhen wir das Tempo bei der Digitalisierung. Letztlich brauchen wir nutzerfreundlichere Regeln, die Kosten senken sowie Planbarkeit und Investitionssicherheit für Unternehmen erhöhen. Wir wollen mehr Verständlichkeit, weniger Bürokratie und vereinfachte Prozesse“, so Digitalminister Steffen Schütz.

Rechtsetzungsprozess in Online-Plattform

Das Digitalkabinett hat unter anderem die Entwicklung und Einführung eines Praxis- und Digitalchecks beschlossen, um Regelungsvorhaben der Landesregierung systematisch vollzugstauglicher, praxisnäher und digitaltauglicher zu gestalten. Thüringen geht mit dem geplanten Praxis- und Digitalcheck über den Ansatz des Bundes oder anderer Länder hinaus, da die bisher getrennten Prüfansätze zur Praxiseignung und zur Digitaltauglichkeit in einer Online-Plattform zusammengeführt werden. „Wir sind die ersten, die den gesamten Rechtsetzungsprozess in einer Open-Source-Low-Code-Plattform umsetzen. Das heißt, auf Basis vorgefertigter Bausteine wird die Software-Bedienung für Laien ermöglicht und die Digitalchecks können von Behörden ohne tiefgreifende IT-Kenntnisse im Gesetzgebungsprozess schnell und einfach durchgeführt werden“, erläutert Minister Schütz.

Übergreifende Thüringen-App soll kommen

Zudem wurde eine Dienstanweisung zum verantwortungsvollen, rechtskonformen und transparenten KI-Einsatz in der behördlichen Kommunikation beschlossen. Dadurch wird der Einsatz generativer KI in den Behörden innovativ und strukturiert gesteuert, um mit Unterstützung der neuen Technologie Prozesse effizienter zu gestalten und zu beschleunigen. Auf der Agenda des Digitalkabinetts stand auch die zügige Verbesserung Digitaler Serviceangebote der Verwaltung. Zeitnah sollen alle Verwaltungsleistungen aller Behörden in den Thüringer Zuständigkeitsfinder (ZuFi) eingepflegt werden. So entsteht ein zuverlässiger digitaler Zugangskanal für Bürgeranliegen. Darüber hinaus kündigte Minister Schütz eine neue Digitalplattform an: „Damit die digitalen Angebote der Kommunen und des Landes einfacher nutzbar werden, arbeiten wir an einer Thüringen-App, mit der ein kostenloser und einheitlicher Zugang für alle digitalen Verwaltungsleistungen im Freistaat möglich wird.“

Landesweite IT-Standards

Digitalstaatssekretärin Milen Starke stellte die Eckpunkte der Digitalstrategie „Smart State“ vor. Die Basis sind zentral definierte und landesweit zu etablierende IT-Standards in Infrastruktur, Anwendungen, Schnittstellen und Prozessen. „Unsere wichtigsten Partner bei der Digitalisierung sind die Kommunen und die Bürger. Wir wollen Vertrauen aufbauen und Akzeptanz für die fortschreitende Digitalisierung schaffen. Hierfür werden wir die Kommunen eng in die einzelnen Digitalisierungsschritte einbinden. Wir planen Bürgerdialoge und den Ausbau der Behörden-Servicenummer 115 mit einem allzeit erreichbaren Chatbot-Angebot. In der Verwaltung bauen wir Digitalkompetenzen auf und fördern Initiativen wie das Freiwillige Digitale Jahr“, so die Staatssekretärin.



Stichwörter: Politik, Thüringen


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