Schleswig-Holstein/ÖsterreichGrenzübergreifend digital souverän

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht vor der Delegation aus Österreich.
(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)
Die Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holstein, künftig auf offene Lösungen und Open Source zu setzen und als erstes Land einen digital souveränen IT-Arbeitsplatz in der Landesverwaltung einzuführen (wir berichteten), wird international beachtet. So hat eine hochrangige Delegation der Bundesverwaltung aus Österreich, darunter die CIOs des Bundeskanzleramts, der Bundesressorts und der Stadt Wien, Schleswig-Holstein besucht. Ziel des Besuchs war es laut Staatskanzlei, mehr über den Weg in die digitale Souveränität zu erfahren und in den direkten fachlichen Austausch zu kommen. Digitalisierungsminister und Staatskanzleichef Dirk Schrödter begrüßte die Delegation im Gästehaus der Landesregierung. „Digitale Souveränität ist längst zu einer Schlüsselfrage für die Zukunftsfähigkeit Europas geworden. Deshalb war es uns ein großes Anliegen, die IT-Entscheidungsträger der österreichischen Bundesverwaltung nach Schleswig Holstein zu bringen, um aus erster Hand die Erfahrungsberichte und Best Practices abzuholen“, sagte Clemens Möslinger, CIO im Bundeskanzleramt Österreich.
Einblicke in die Praxis
Auf dem Programm des zweitägigen Besuchs standen unter anderem Einblicke in den Stand des Open-Source-Umstiegs in Schleswig-Holstein, wie etwa die vollständige Migration der E-Mail-Postfächer der Landesverwaltung auf die Open-Source-Lösung Open-Xchange (wir berichteten). Darüber hinaus informierte die Staatskanzlei ihre Gäste über die weiteren strategischen Schritte wie den Wechsel zu LibreOffice, der damit verbundenen Deinstallation von Microsoft Office, der schrittweisen Einführung der Zusammenarbeitsplattform Nextcloud, der Pilotierung des Open-Source-Betriebssystems Linux sowie des Wechsels bei der Telefonie hin zu OpenTalk (wir berichteten). Vom IT-Dienstleister des Landes, Dataport, sowie den Herstellern der Plattformen Open-Xchange und Univention erfuhr die österreichische Delegation, wie die Systeme im technischen Zusammenspiel funktionieren. Weitere Themen waren das landesweite LoRaWAN-Sensor-Netz und dessen Datennutzungsmöglichkeiten, eine innovative quelloffene E-Akte-Lösung und die Arbeit mit der Open-Source-Plattform X-Road. Der DigitalHub.SH stellte der Delegation zudem das Landesprogramm Offene Innovationen (wir berichteten) vor.
Herausforderungen gemeinsam meistern
Beide Seiten zeigten sich sehr zufrieden. „Der Besuch war für uns extrem wertvoll und wir werden viele Dinge mit nach Hause nehmen und zukünftig versuchen, vor allem im Community Management mehr Austausch zu forcieren. Nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen meistern“, so Möslinger. Minister Schrödter sagte, während des Treffens seien konkrete Ansatzpunkte für einen weiteren Austausch identifiziert worden – mit dem gemeinsamen Ziel: Die digitale Souveränität in beiden Ländern und in Europa insgesamt zu stärken. „Die Gespräche mit unseren Partnern aus Österreich waren überaus intensiv, konstruktiv und vertrauensvoll“, lautet die Bilanz des Digitalministers.
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