Schleswig-Holstein/ÖsterreichGrenzübergreifend digital souverän

[20.10.2025] Eine Delegation der österreichischen Bundesverwaltung hat sich in Schleswig-Holstein über den laufenden Umstieg auf Open Source und offene Innovationen informiert – ein Austausch, bei dem beide Seiten betonten, dass digitale Souveränität nur gemeinsam gelingen kann.
Kleines modernes Auditorium, Blick über das vorwiegend männliche Publikum zu Dirk Schrödter, der auf der Bühne steht.

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht vor der Delegation aus Österreich.

(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)

Die Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holstein, künftig auf offene Lösungen und Open Source zu setzen und als erstes Land einen digital souveränen IT-Arbeitsplatz in der Landesverwaltung einzuführen (wir berichteten), wird international beachtet. So hat eine hochrangige Delegation der Bundesverwaltung aus Österreich, darunter die CIOs des Bundeskanzleramts, der Bundesressorts und der Stadt Wien, Schleswig-Holstein besucht. Ziel des Besuchs war es laut Staatskanzlei, mehr über den Weg in die digitale Souveränität zu erfahren und in den direkten fachlichen Austausch zu kommen. Digitalisierungsminister und Staatskanzleichef Dirk Schrödter begrüßte die Delegation im Gästehaus der Landesregierung. „Digitale Souveränität ist längst zu einer Schlüsselfrage für die Zukunftsfähigkeit Europas geworden. Deshalb war es uns ein großes Anliegen, die IT-Entscheidungsträger der österreichischen Bundesverwaltung nach Schleswig Holstein zu bringen, um aus erster Hand die Erfahrungsberichte und Best Practices abzuholen“, sagte Clemens Möslinger, CIO im Bundeskanzleramt Österreich.

Einblicke in die Praxis

Auf dem Programm des zweitägigen Besuchs standen unter anderem Einblicke in den Stand des Open-Source-Umstiegs in Schleswig-Holstein, wie etwa die vollständige Migration der E-Mail-Postfächer der Landesverwaltung auf die Open-Source-Lösung Open-Xchange (wir berichteten). Darüber hinaus informierte die Staatskanzlei ihre Gäste über die weiteren strategischen Schritte wie den Wechsel zu LibreOffice, der damit verbundenen Deinstallation von Microsoft Office, der schrittweisen Einführung der Zusammenarbeitsplattform Nextcloud, der Pilotierung des Open-Source-Betriebssystems Linux sowie des Wechsels bei der Telefonie hin zu OpenTalk (wir berichteten). Vom IT-Dienstleister des Landes, Dataport, sowie den Herstellern der Plattformen Open-Xchange und Univention erfuhr die österreichische Delegation, wie die Systeme im technischen Zusammenspiel funktionieren. Weitere Themen waren das landesweite LoRaWAN-Sensor-Netz und dessen Datennutzungsmöglichkeiten, eine innovative quelloffene E-Akte-Lösung und die Arbeit mit der Open-Source-Plattform X-Road. Der DigitalHub.SH stellte der Delegation zudem das Landesprogramm Offene Innovationen (wir berichteten) vor.

Herausforderungen gemeinsam meistern

Beide Seiten zeigten sich sehr zufrieden. „Der Besuch war für uns extrem wertvoll und wir werden viele Dinge mit nach Hause nehmen und zukünftig versuchen, vor allem im Community Management mehr Austausch zu forcieren. Nur gemeinsam können wir diese Herausforderungen meistern“, so Möslinger. Minister Schrödter sagte, während des Treffens seien konkrete Ansatzpunkte für einen weiteren Austausch identifiziert worden – mit dem gemeinsamen Ziel: Die digitale Souveränität in beiden Ländern und in Europa insgesamt zu stärken. „Die Gespräche mit unseren Partnern aus Österreich waren überaus intensiv, konstruktiv und vertrauensvoll“, lautet die Bilanz des Digitalministers.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Digitale Souveränität
Montage: Junger Mann im Karohemd schreibt mit einem Marker auf eine imaginäre Glaswand die Worte "open source"

Bundestag/OSBA: Behörden dürfen Open Source ausschreiben

[20.07.2026] Der Einsatz quelloffener Software gilt als ein wichtiger Baustein, um einzelne Behörden und den Staat als Ganzes digital souveräner aufzustellen. Bei der Vergabe gibt es aber noch viele Unsicherheiten. Ein Gutachten des Bundestags räumt viele davon aus. Die OSBA berichtet. mehr...

Low-Code-Plattformen erlauben die schnelle Programmierung von Lösungen.

Schleswig-Holstein: Fachverfahren per Low Code

[09.07.2026] Schleswig-Holstein will in seiner Landesverwaltung mehr als 100 Fachverfahren ersetzen, die bislang auf Microsoft Access basieren. Für neue webbasierte Anwendungen kommt eine Low-Code-Plattform von mgm zum Einsatz. Andere Verwaltungen sollen die entwickelten Lösungen nachnutzen können. mehr...

Aus Angst vor Datendiebstahl meidet die Mehrheit der Bürger den Online-Behördengang.
bericht

EU/USA: Wackeliger Datenschutzrahmen

[08.07.2026] Eine Entscheidung des US Supreme Court bringt die rechtliche Grundlage transatlantischer Datentransfers ins Wanken: Die Handelsbehörde FTC, die unter anderem kontrollieren soll, ob US-Hyperscaler wichtige Datenschutzgrundsätze einhalten, ist nicht länger neutral. Bayerns Digitalminister Mehring fordert daraus Konsequenzen für Europas digitale Souveränität. mehr...

Ein heller Raum, von hinten aufgenommen über Köpfe und Schultern des Publikums hinweg, vorne Rednerpult, Projektionswand und Dirk Schrödter als Redner

Schleswig-Holstein: Europa braucht Open Source

[07.07.2026] Schleswig-Holstein hat mit „OSPOs for Europe“ ein europäisches Austauschformat zu Open Source angestoßen. Beim zweiten Treffen in Brüssel betonte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, dass digitale Souveränität nicht im Alleingang entsteht, sondern durch gemeinsame Standards und Technologien sowie geteilte Expertise. mehr...

Mecklenburg-Vorpommerns Digitalisierungsminister Heiko Geue (l.) und Landes-CIO Marco Anschütz

Mecklenburg-Vorpommern: Tschüs, Sharepoint – Hallo, Nextcloud

[07.07.2026] Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat für die Kollaborationssoftware seiner Verwaltung den Umstieg auf die quelloffene Lösung Nextcloud begonnen. Die ersten 5.000 Verwaltungsbeschäftigten nutzen die Lösung zum Filesharing. Perspektivisch sollen bis zu 50.000 ÖD-Beschäftigte mit Nextcloud arbeiten. mehr...

Deutsch-französische Kooperation: Vive la souveraineté !

[19.06.2026] Deutschland und Frankreich haben erstmals eine gemeinsame Definition für digitale Souveränität vorgestellt. Das Papier soll Europas technologische Abhängigkeiten verringern und künftige EU-Regeln zu KI, Cloud und Kritischen Infrastrukturen prägen. mehr...

Delos Cloud: Sopra Steria wird Partner

[08.06.2026] Sopra Steria unterstützt Behörden und öffentliche IT-Dienstleister bei der Migration in eine souveräne Cloud-Umgebung. Dazu wurde nun eine strategische Partnerschaft mit Delos Cloud vereinbart. mehr...

Das Bild zeigt Bayerns Digitalminister Fabian Mehring.

Bayern: Souveräner Verwaltungsarbeitsplatz – und zwar schnell

[05.06.2026] Bayerns Digitalministerium macht Tempo beim digital souveränen Arbeitsplatz. Beschäftigte sollen in den kommenden Monaten verschiedene Lösungen im laufenden Betrieb testen. 2027 soll dann bereits ein Fünftel des Hauses mit der dabei gefundenen Arbeitsplatzlösung arbeiten. mehr...

Peter H. Ganten – CEO Univention und Vorstandsvorsitzender der Open Source Business Alliance

OSBA: „Souveränitätswashing“ vermeiden

[03.06.2026] Die Open Source Business Alliance unterstützt den ZenDiS-Vorstoß für einen Souveränitätscheck, sieht aber Nachbesserungsbedarf. Digitale Souveränität dürfe nicht auf Standortfragen oder Exit-Strategien verengt werden, sondern müsse den Abbau bestehender Abhängigkeiten messen. mehr...

BSI: Klare Souveränitätskriterien für Cloud-Dienste

[29.04.2026] Das BSI hat einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Souveränität von Cloud-Diensten vorgelegt. Das C3A-Framework soll Cloud-Kunden wie auch -Anbietern Orientierung geben und eine selbstbestimmte Nutzung erleichtern. Auch Audits für Cloud-Anbieter sind geplant. mehr...

Plastikbausteine mit Noppen in den Deutschland-Farben, vor blauem Hintergrund

OSBA/Deutschland-Stack: Transparente Standards für Cloud-Dienste

[13.04.2026] Die Open Source Business Alliance bewertet die Integration des Sovereign Cloud Stack in den Deutschland-Stack als wichtigen Schritt für offene Cloud-Standards. Der IT-Planungsrat verankert damit erstmals Open-Source-basierte Referenzarchitekturen für Cloud- und Managed Services in der Verwaltung. mehr...

Beine und Torso eines Mannes mmit hellblauem Business-Hemd, der liegend auf einem Laptop tippt.

Bitkom: Wunsch nach digitaler Unabhängigkeit ist da

[13.04.2026] Menschen in Deutschland wünschen sich, dass Europa bei digitalen Technologien unabhängiger wird. Gleichzeitig werden europäische Anwendungen und Technologien nur in wenigen Bereichen genutzt. Der Bitkom fordert daher bessere Rahmenbedingungen für Innovation. mehr...

Eine Festplatte auf einer Laptoptastatur mit einer Reflexion des Programmcodes, der auf dem Bildschirm zu sehen ist.

OSBA: Cyber Resilience Act und Open Source

[09.04.2026] Open Source ist Grundlage der meisten Softwareprodukte und daher zentral für die IT-Sicherheit. Dies muss auch in der Umsetzung des Cyber Resilience Act berücksichtigt werden, fordert die OSBA. Open Source braucht eine passende Regulierung mit Unterstützung der Wirtschaft und klaren Verfahren. mehr...

Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

ZenDiS: Konsultation zur digitalen Souveränität

[30.03.2026] Dass die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von außereuropäischen Technologieanbietern verringert werden muss, ist unstrittig. Gleichzeitig bleibt der Begriff der digitalen Souveränität oft unscharf. Das ZenDiS will dafür nun messbare Kriterien entwickeln – auf Basis eines möglichst breiten Konsens. mehr...

menschenmenge - die meisten personen Männer in hellblauen Oberhemden - in einem modern eingerichteten Konferenzraum.

Schleswig-Holstein: Call for Concepts beim Landesprogramm Offene Innovation

[29.01.2026] Es ist erklärtes Ziel Schleswig-Holsteins, mit Open Source die digitale Souveränität zu sichern und den Digitalstandort zu stärken. Dazu trägt auch das Landesprogramm Offene Innovation bei, mit dem praxisrelevante Open-Source-Projekte in Verwaltung und Zivilgesellschaft gefördert werden. Nun startet die dritte Runde. mehr...