NExT-StudieNetzwerke und Verwaltungstransformation

[26.05.2025] Netzwerke und Communities of Practice können die Verwaltungstransformation entscheidend voranbringen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die neue Studie der Plattform NExT zeigt, worin der Mehrwert liegt, was derzeit bremst und wie sich Vernetzung stärken lässt.
Coverillustration der Studie: Mehrere Menschen schieben gemeinsam eine überdimensionierte Karteikarten-Schublade, im Hintergrund ein digitales Anwendungsfenster.

Communities können ein zentraler Hebel für die Verwaltungstransformation sein.

(Bildquelle: NExT)

Die Idee, Wissen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam Probleme zu lösen, gewinnt in der öffentlichen Verwaltung zunehmend an Bedeutung. Die Vernetzungsplattform NExT berichtet auf der BMDS-Infoseite zur Verwaltungsdigitalisierung, dass sich immer mehr Mitarbeitende aus Verwaltungen zusammenschließen, um Erfahrungen auszutauschen und davon zu profitieren – auch über Abteilungs- und Landesgrenzen hinweg. So zählt das Netzwerk rund um die Communities of Practice (CoPs) bei NExT inzwischen über 5.000 Mitglieder. Communities of Practice sind langfristige, fachspezifisch und praxisbezogene Netzwerke. Hier können Beschäftigte der öffentlichen Hand Fragen stellen, Erfahrungen teilen und sich vernetzen. Auch andernorts entstehen zunehmend Formate für Austausch und Zusammenarbeit, etwa in Form von Konferenzen, digitalen Plattformen wie RUDI oder BayKoNet und CoPs innerhalb von Behörden.

Welchen Nutzen hat Vernetzung?

Doch nicht alle Verwaltungen unterstützen Netzwerkaktivitäten. Gerade Vorgesetzte erwarten häufig unmittelbar verwertbare Ergebnisse – ein Anspruch, dem Netzwerkarbeit nicht immer gerecht wird. Vor diesem Hintergrund hat NExT eine vom Bund geförderte Studie durchgeführt, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Das Forschungsteam führte dazu über 30 Tiefeninterviews mit Teilnehmenden und Leitenden von NExT-Communities, ergänzt um eine umfassende Online-Umfrage. Die angegebenen Gründe für Vernetzung sind vielfältig. Oft stehe der Wissenstransfer im Vordergrund, so NExT, etwa durch Kompetenzerwerb oder das Nutzen bewährter Beispiele aus der Praxis. Als zentrale Mehrwerte wahrgenommen werden auch der gezielte Austausch zu konkreten Themen, bereichsübergreifende Kontakte und die Möglichkeit, unkompliziert Ratschläge einzuholen oder gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Motivation, Sichtbarkeit und neue Schnittstellen – etwa zu Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft – werden ebenfalls als Pluspunkte genannt.

Zentrale Einflussfaktoren auf Netzwerkarbeit

Die Daten zeigen aber auch, dass Netzwerkaktivitäten unterschiedlich intensiv betrieben werden – von sporadischer Teilnahme bis zu aktiver Mitgestaltung. Drei Einflussbereiche wirken sich besonders stark auf das Engagement aus:

  • die Rahmenbedingungen beim Arbeitgeber,
  • die persönlichen Umstände der Verwaltungsmitarbeitenden und
  • die Gestaltung der Vernetzungsangebote selbst.

Es zeigt sich laut NExT deutlich, dass Netzwerken ein Freizeitprojekt mit begrenzter Wirkung bleibt, wenn es nicht aktiv gefördert wird. Mögliche Hemmnisse sind fehlende Freistellung, mangelnde Unterstützung durch Führungskräfte oder strukturelle Hürden.

Verwaltungsmodernisierung braucht Netzwerkarbeit

In der Studie gaben über drei Viertel (79 Prozent) der Befragten an, dass Netzwerken ihnen hilft, die Aufgaben in der Verwaltungstransformation besser zu bewältigen. Gleichzeitig hilft Netzwerken dabei, einer als zentral erkannten Ursache für das langsame Voranschreiten der Verwaltungsdigitalisierung entgegenzuwirken: der mitunter geringen Veränderungsbereitschaft von Beschäftigten. Der Austausch mit anderen erweitert den Horizont, schafft Verständnis für neue Perspektiven und stärkt die Offenheit für Veränderung. Die Studie zeige klar, dass Netzwerken kein nettes Zusatzangebot ist, sondern ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Verwaltungsmodernisierung, so NExT. Damit Netzwerke ihr volles Potenzial entfalten können, braucht es aber auch strukturelle Anpassungen und entsprechende Angebote. Die Studie liefert dazu konkrete Handlungsanweisungen – für Führungskräfte, Behördenleitungen sowie Netzwerkorganisatorinnen und -organisatoren.



Stichwörter: Panorama, NExt, Studie


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Waldbrand: Dunkle Silhouette von Nadelbäumen vor orange leuchtendem Hintergrund.

Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor

[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...

In ein hellblaues Oberhemd gekleideter Männertorso mit Händen und Armen auf der Schreibtischplatte, die von Papieren übersät ist.

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Verkehrsmanagementzentrale RheinMain

Hessen: Digital vernetzt für bessere Mobilität

[22.05.2026] In Frankfurt am Main wurde jetzt die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain in Betrieb genommen. Diese soll unter anderem durch die Nutzung von Echtzeit-Mobilitätsdaten zur besseren Verkehrslenkung beitragen. Geplant ist der Ausbau zu einer Verkehrsmanagementzentrale für ganz Hessen. mehr...

Motiviertes junges Arbveitsteam sitzt an einem Tisch

Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle

[18.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...

Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...

Screenshot der Social Wall des LGL

LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media

[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...

Telefonierende Frau in einem Büro

115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit

[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...

Torsi von Männern an einem Schreibtisch, darüber als Overlay Gebäudekonturen

Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM

[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...

Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung

[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...

In blaues Licht getaquchter Raum, Person am Monitor, flankiert von Mann und Frau in förmlicher Kleidung
bericht

Berlin: Unruhe beim ITDZ

[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...

Darstellung der App-Startseite auf einem Tablet.

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...

Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel

[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach 
einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...

Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...

Porträt Leonhard Kugler

ZenDiS: Wechsel an der Spitze

[16.04.2026] Beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung wechselt die Geschäftsführung: Leonhard Kugler übernimmt und folgt auf Alexander Pockrandt. Mit dem Wechsel soll die Aktivierung des Open-Source-Ökosystems stärker in den Fokus rücken. mehr...