KommentarDie Mühlen mahlen langsam
Mit der Verabschiedung des OZG 2.0 durch den Deutschen Bundestag macht Deutschland einen weiteren Schritt in Richtung der dringend notwendigen Digitalisierung der Verwaltung. Das Nachfolgegesetz des ursprünglichen Onlinezugangsgesetzes hat den klaren Anspruch, die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen entscheidend voranzubringen. Die Einführung von Standards für Datenformate und Schnittstellen sowie die Festlegung von Fristen für die Digitalisierung sind Schritte in die richtige Richtung.
Tief wurzelnde Probleme
Aber: Die Verabschiedung des OZG 2.0 zeigt auch, wie tief die Probleme bei der Digitalisierung der deutschen Verwaltung verwurzelt sind. Lutz Goebel, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats (NKR), bringt es auf den Punkt: Die Herausforderungen liegen nicht im Ehrgeiz oder in den finanziellen Mitteln, sondern im Mangel an strategischer Klarheit und professioneller Steuerung. Dass Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung im internationalen Vergleich hinterherhinkt, ist ein Zustand, den es schnellstmöglich zu ändern gilt.
Die fehlende Plattformstrategie, die unzureichenden Steuerungs- und Umsetzungsstrukturen sowie das Fehlen einer umsetzungsstarken Digitalisierungsagentur zeigen, dass das OZG 2.0 zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber bei Weitem nicht ausreicht. Es ist, als würde die Tür in die neue Welt der Verwaltungsdigitalisierung nur einen Spalt weit geöffnet, anstatt sie weit aufzustoßen.
Die Verabschiedung des Gesetzes mit mehr als einem Jahr Verspätung ist zudem ein Symbol für die langsamen Mühlen der Politik in einem Bereich, der schnelles und entschlossenes Handeln erfordert. Die Digitalisierung wartet nicht auf politische Kompromisse oder zögerliche Entscheidungsprozesse. Sie ist eine unaufhaltsame Kraft, die nach vorne drängt und der Verwaltung sowohl Chancen als auch Herausforderungen bietet.
Jede Verbesserung ist ein Gewinn
Das OZG 2.0 ist zu begrüßen, denn jede Verbesserung ist ein Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen. Aber wir dürfen uns von diesem Schritt nicht blenden lassen. Es ist ein Anfang, kein Ende. Die kritischen Stimmen des NKR sollten ein Weckruf sein, die Verwaltungsdigitalisierung mit mehr Mut, Entschlossenheit und einer klaren Vision voranzutreiben. Nur so kann Deutschland seine Position stärken und die Verwaltung in eine effiziente, bürgerfreundliche und nachhaltige digitale Zukunft führen.
Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat
[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...
Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen
[12.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...
Deutschland/Estland: Partnerschaft für digitale Verwaltung
[11.06.2026] Deutschland und Estland wollen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine neue Absichtserklärung umfasst Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, EUDI-Wallet, Beschaffung und Cyber-Sicherheit. mehr...
Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung
[29.05.2026] Niedersachsen sieht seinen Roll-out-Ansatz für Online-Dienste durch erste Ergebnisse bestätigt. Mit Unterstützung des Bundes soll eine neu gegründete „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ fünf Fokusleistungen bis Ende 2026 landesweit verfügbar machen und medienbruchfreie Prozesse vorbereiten. mehr...
Berlin: Hauptstadt ohne CDO
[28.05.2026] Berlins oberster Verwaltungsmodernisierer, der Dresdner IT-Unternehmer Matthias Hundt, ist nach weniger als drei Monaten auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausgeschieden. Übergangsweise übernimmt Staatssekretär Florian Hauer seine Aufgaben. mehr...
re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern
[22.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...
Nordrhein-Westfalen / Bayern: Steuerdaten besser schützen
[21.05.2026] Gemeinsam mit Bayern treibt Nordrhein-Westfalen eine länderübergreifende Kooperation bei der Betriebsinfrastruktur der Steuer-IT voran. Damit soll die Informationssicherheit der Finanzverwaltungen gestärkt und speziell Steuerdaten besser geschützt werden. mehr...
Hessen: Neuer Staatssekretär im Digitalministerium
[19.05.2026] In Hessen soll Nicolas Sölter als neuer Staatssekretär im Digitalministerium die Digitalisierung in dem Bundesland weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei unter anderem auf Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz. mehr...
Digitalministerkonferenz: Alle ziehen an einem Strang
[15.05.2026] Die Digitalministerkonferenz hat in Hamburg Beschlüsse zur Umsetzung der föderalen Modernisierungsagenda gefasst. Die Vereinbarungen betreffen unter anderem die DeutschlandID, die Registermodernisierung und ein länderübergreifendes Reallabor für Law-as-Code. mehr...
Kooperation: Gemeinsame KI-Plattform für drei Länder
[11.05.2026] Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wollen beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Plattformarchitektur soll Standards, Schnittstellen und Pilotanwendungen bündeln. mehr...
Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit
[08.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...
Sachsen: Bündeln, straffen, digitalisieren
[05.05.2026] Das sächsische Landeskabinett hat eine umfassende Modernisierungsagenda beschlossen. Ein großer Teil der Maßnahmen betrifft die digitale Transformation der Verwaltung und die erforderlichen Umsetzungsstrukturen. mehr...
Saarland: Zehn Minuten für die digitale Zukunft
[04.05.2026] Im Saarland wird derzeit die Digitalstrategie „Digitales Saarland 2035“ erarbeitet. Diese soll sich nah an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen im Land ausrichten. Daher läuft nun bis 20. Mai eine landesweite Online-Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse in die Strategie einfließen sollen. mehr...
Bayern/Bund: Kooperation besiegelt
[30.04.2026] Bayern und der Bund haben die Vereinbarung für eine Pilotkooperation zur Verwaltungsdigitalisierung unterzeichnet. Damit ist der im Januar angekündigte Ansatz nun vertraglich fixiert. Bis Jahresende sollen wichtige Fokusleistungen in allen Kommunen des Landes angeboten werden können. mehr...
Bitkom: Bilanz nach einem Jahr BMDS
[28.04.2026] Ein Jahr nach Start des Digitalministeriums zieht der Bitkom Bilanz zur Digitalpolitik der Bundesregierung. Demnach sind neun Prozent der Vorhaben abgeschlossen, mehr als die Hälfte läuft. Rund ein Drittel ist noch nicht gestartet. mehr...














