OSBADigitale Souveränität wichtiger denn je

Die digitale Souveränität Deutschlands ist unter Druck. Die Politik muss nun entschieden gegensteuern, fordert die OSBA.
(Bildquelle: przemekklos/123rf.com)
Die Open Source Business Alliance (OSBA) warnt seit Jahren vor der Gefahr, die durch Abhängigkeiten von großen US-Unternehmen für Wirtschaft und Verwaltung besteht. Mit dem erneuten Amtsantritt Donald Trumps gerate die digitale Souveränität Deutschlands und Europas mehr denn je unter Druck. So hat Trump zuletzt Gebietsansprüche auf Kanada, Grönland und den Panama-Kanal angemeldet – und zur Umsetzung auch militärischen und wirtschaftlichen Druck als legitime Mittel genannt. Gleichzeitig offenbaren die Chefs großer US-amerikanischen Technologiekonzerne ihre Bereitschaft, ihre digitalen Dienste Trumps Vorstellungen anzupassen. Werden US-amerikanische Softwarelösungen auf Anweisung des Präsidenten für Spionage und Erpressung genutzt, sind Sicherheit und Kontrollierbarkeit dieser Software in Gefahr – bei Lösungen, die auch in Deutschland in Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in der Breite genutzt werden.
Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump per Executive Order eine Sperrung aller Adobe-Dienste in Venezuela angeordnet. Spitzen sich geopolitische und wirtschaftliche Konflikte zwischen den USA und Deutschland zu, könnte die Verfügbarkeit digitaler Dienste von US-amerikanischen Softwareherstellern auch hier als Druckmittel eingesetzt werden. Selbst eine temporäre Störung hätte fatale Folgen in praktisch jedem europäischen Staat. Es wäre von der Politik in Deutschland daher naiv, sich auf die Zusicherungen von US-amerikanischen Unternehmen oder Politikern zu verlassen, so die OSBA.
Digitale Souveränität spielt in Parteiprogrammen eine zu geringe Rolle
Digitale Souveränität und der Einsatz von leistungsfähigen Open-Source-Alternativen, die selbstbestimmt genutzt werden können, spiele dennoch in den Wahlprogrammen der Parteien für die Bundestagswahl 2025 keine zentrale Rolle, so die OSBA. Bei einigen Parteien werde das Thema gar nicht, bei anderen zu wenig berücksichtigt. Zwar mussten die Wahlprogramme dieses Mal in kurzer Zeit erstellt werden, wie die OSBA einräumt. Dennoch sei mit Blick auf autokratische Staatschefs in und um Europa die inhaltliche Positionierung zur Frage der digitalen Souveränität über alle Parteien hinweg viel zu dünn. Hinzu komme, dass die Parteien nur von 30 Organisationen Wahlprüfsteine annehmen. Digitalpolitische Verbände oder Organisationen sind nicht darunter. Dadurch ist die Möglichkeit stark eingeschränkt, wie diese (Fach-)Verbände mit den Parteien in den Austausch gehen können.
Das Wissen ist da – der Umsetzungswille nicht
Die OSBA erkennt hier kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Erst Anfang Dezember 2024 wurde bei einer Sachverständigenanhörung im Deutschen Bundestag zu Open Source ausführlich über die dringenden Maßnahmen diskutiert, die zur Stärkung der digitalen Souveränität ergriffen werden müssten. Verschiedene Sachverständige betonten, dass der Staat in den Open-Source-Sektor investieren und Open Source Software vorrangig beschaffen müsse, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Tech-Riesen zu verringern. Auch das Zentrum für digitale Souveränität (ZendiS) müsse gestärkt werden. Diese und viele weitere konkrete Ansätze fehlten aber in den Wahlprogrammen der Parteien, so die OSBA.
„Ich frage mich, ob die Politik den Ernst der Lage erst erkennt, wenn tatsächlich große Teile unserer digitalen Infrastruktur von außen und gegen unseren Willen abgeschaltet werden. Die aktuellen Wahlen im In- und Ausland sind entscheidend dafür, ob wir die Kontrolle über unsere digitalen Systeme und damit auch unsere Wettbewerbsfähigkeit behalten können. Die Parteien müssen daher digitale Souveränität und den verstärkten Aufbau von Open-Source-Alternativen zu einem zentralen Wahlkampfthema machen. Die neue Bundesregierung muss dieses Thema nach der Wahl unbedingt priorisiert angehen“, sagt der OSBA-Vorstandsvorsitzende Peter Ganten, der auch bei der Anhörung im Dezember als Experte zu Wort kam.
Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat
[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...
Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen
[12.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...
Deutschland/Estland: Partnerschaft für digitale Verwaltung
[11.06.2026] Deutschland und Estland wollen bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine neue Absichtserklärung umfasst Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität, EUDI-Wallet, Beschaffung und Cyber-Sicherheit. mehr...
Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung
[29.05.2026] Niedersachsen sieht seinen Roll-out-Ansatz für Online-Dienste durch erste Ergebnisse bestätigt. Mit Unterstützung des Bundes soll eine neu gegründete „Taskforce Digitalisierung Niedersachsen“ fünf Fokusleistungen bis Ende 2026 landesweit verfügbar machen und medienbruchfreie Prozesse vorbereiten. mehr...
Berlin: Hauptstadt ohne CDO
[28.05.2026] Berlins oberster Verwaltungsmodernisierer, der Dresdner IT-Unternehmer Matthias Hundt, ist nach weniger als drei Monaten auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausgeschieden. Übergangsweise übernimmt Staatssekretär Florian Hauer seine Aufgaben. mehr...
re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern
[22.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...
Nordrhein-Westfalen / Bayern: Steuerdaten besser schützen
[21.05.2026] Gemeinsam mit Bayern treibt Nordrhein-Westfalen eine länderübergreifende Kooperation bei der Betriebsinfrastruktur der Steuer-IT voran. Damit soll die Informationssicherheit der Finanzverwaltungen gestärkt und speziell Steuerdaten besser geschützt werden. mehr...
Hessen: Neuer Staatssekretär im Digitalministerium
[19.05.2026] In Hessen soll Nicolas Sölter als neuer Staatssekretär im Digitalministerium die Digitalisierung in dem Bundesland weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei unter anderem auf Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz. mehr...
Digitalministerkonferenz: Alle ziehen an einem Strang
[15.05.2026] Die Digitalministerkonferenz hat in Hamburg Beschlüsse zur Umsetzung der föderalen Modernisierungsagenda gefasst. Die Vereinbarungen betreffen unter anderem die DeutschlandID, die Registermodernisierung und ein länderübergreifendes Reallabor für Law-as-Code. mehr...
Kooperation: Gemeinsame KI-Plattform für drei Länder
[11.05.2026] Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wollen beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung enger zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Plattformarchitektur soll Standards, Schnittstellen und Pilotanwendungen bündeln. mehr...
Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit
[08.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...
Sachsen: Bündeln, straffen, digitalisieren
[05.05.2026] Das sächsische Landeskabinett hat eine umfassende Modernisierungsagenda beschlossen. Ein großer Teil der Maßnahmen betrifft die digitale Transformation der Verwaltung und die erforderlichen Umsetzungsstrukturen. mehr...
Saarland: Zehn Minuten für die digitale Zukunft
[04.05.2026] Im Saarland wird derzeit die Digitalstrategie „Digitales Saarland 2035“ erarbeitet. Diese soll sich nah an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen im Land ausrichten. Daher läuft nun bis 20. Mai eine landesweite Online-Bürgerbeteiligung, deren Ergebnisse in die Strategie einfließen sollen. mehr...
Bayern/Bund: Kooperation besiegelt
[30.04.2026] Bayern und der Bund haben die Vereinbarung für eine Pilotkooperation zur Verwaltungsdigitalisierung unterzeichnet. Damit ist der im Januar angekündigte Ansatz nun vertraglich fixiert. Bis Jahresende sollen wichtige Fokusleistungen in allen Kommunen des Landes angeboten werden können. mehr...
Bitkom: Bilanz nach einem Jahr BMDS
[28.04.2026] Ein Jahr nach Start des Digitalministeriums zieht der Bitkom Bilanz zur Digitalpolitik der Bundesregierung. Demnach sind neun Prozent der Vorhaben abgeschlossen, mehr als die Hälfte läuft. Rund ein Drittel ist noch nicht gestartet. mehr...














