UmfrageNeue digitale Welle
Die Menschen in Deutschland wünschen sich 2020 mehr Online-Angebote in der öffentlichen Verwaltung. Das ergab die Befragung von 999 Bundesbürgern für das „Digital Government Barometer“ von Sopra Steria (wir berichteten). Demnach wünschen sich 42 Prozent den Ausbau der Online-Leistungen im Gesundheitssektor auf der Digitalagenda. 39 Prozent würden befürworten, dass Bund, Länder und Kommunen die digitalen Leistungen in den Einwohnermeldeämtern vorantreiben. Im Dezember 2019 wurde das digitale Wohngeld eingeführt (wir berichteten), der Vorreiter einer Reihe von Leistungen, die in den Digtallaboren von Bund, Ländern und Kommunen erarbeitet worden seien. Der Online-Service soll nach der Pilotphase auch in weiteren Bundesländern angeboten werden. Nach Angaben von Sopra Steria stuften die Verantwortlichen vor allem die Digitalisierung des Wohngeldantrags als besonders dringlich ein, da das Verfahren als komplex und langwierig gilt. Betroffene Bürger sollen daher möglichst schnell von dem Angebot profitieren. Für dieses und das kommende Jahr sind zahlreiche weitere digitale Leistungen gemäß Onlinezugangsgesetz (OZG) geplant.
Gesundheit mit Apps unterstützen
Ginge es nach dem Willen vieler Bürger in Deutschland, würde es 2020 vor allem mehr Online-Service im Gesundheitswesen geben. 52 Prozent sind nicht zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung. Das ergab die „European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways“ von Sopra Steria. 81 Prozent der Bürger glauben demnach, dass vor allem Langzeiterkrankungen wie Diabetes mithilfe vernetzter digitaler Lösungen besser behandelt werden können. 90 Prozent der Deutschen würden zugelassene Apps nutzen, beispielsweise für Smartphone-Erinnerungen zur Einnahme von Medikamenten, für das Monitoring von Vitaldaten und Hinweise zu möglichen Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln. Ob dieser Wunsch 2020 in Erfüllung gehen wird, hänge davon ab, wie schnell die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Fortschritte gäbe es aber bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verzeichnen. Im vergangenen Herbst hat der Bundestag das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) verabschiedet. So können Patienten künftig auf Kassenkosten Gesundheits-Apps erhalten und Angebote von Online-Sprechstunden leichter nutzen. Unklar sei das Datum für die Einführung der NFC-Gesundheitskarte, dank der Patienten mit ihrem Smartphone auf die elektronische Patientenakte zugreifen können.
Behörden und Bildung modernisieren
Wie das „Digital Government Barometer“ weiter offenbart, sollten aus Sicht der Bevölkerung parallel zu Digital-Health-Leistungen auch Leistungen der Melde- und Standesämter digitalisiert werden. Dazu würden unter anderen das Beantragen und Verlängern von Ausweisen und Meldebestätigungen sowie das Ausstellen von Dokumenten bei der Schließung von Ehen und Lebenspartnerschaften oder bei Geburten zählen. Wie das Unternehmen mitteilt, gaben die Bürger in Interviews für die Studie zudem Hinweise, was sie an den derzeit verfügbaren Online-Angeboten der öffentlichen Verwaltung stört und was sie für verbesserungswürdig halten. Neben einem Ausbau des noch zu geringen Online-Angebots würde ein Viertel der Menschen in Deutschland gern sehen, dass Behörden Statusinformationen über laufende Verfahren kommunizieren, ähnlich einer Sendungsverfolgung im Online-Handel.
Verfahren kürzen und vereinfachen
Die Umfrage ergab außerdem, dass die Bürger begrüßen würden, wenn die bestehenden Online-Verfahren auf den Behördenportalen weiter vereinfacht und abgekürzt würden. Jeder fünfte Deutsche wünsche sich, dass die Digitalisierung auch für einen weiteren Bürokratieabbau genutzt wird. Ulf Glöckner, Experte für digitale Verwaltung bei Sopra Steria, kommentierte: „Die Digitalisierung behördlicher Leistungen funktioniert häufig nur mit einer inhaltlichen Vereinfachung. In der Vergangenheit wurde beispielsweise das Schriftformerfordernis für viele Leistungen abgeschafft. Wichtig ist aber auch, dass Behörden Merkblätter oder Informationsbroschüren zu konkreten Leistungen nicht nur als PDF-Dokumente online veröffentlichen, sondern diese Informationen an die Online-Welt anpassen, beispielsweise indem sie Erklärgrafiken und -videos nutzen.“
Auch positive Reaktionen lassen sich in der Bürgermeinung ablesen. So gibt Sopra Steria an, dass ein Drittel der Bürger mehr Online-Services im Bildungssektor fordert – acht Prozent weniger als 2018. „Das zeigt: Meilensteine wie der Digitalpakt Schule werden wahrgenommen. Wichtig ist, dass die Verwaltungen Prioritäten bei der Digitalisierung der Leistungen setzen“, so Glöckner.
OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht
[10.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...
Hessen: BAföG digital beantragen
[09.03.2026] In Hessen kann BAföG nicht nur digital beantragt werden, auch der Förderbescheid wird künftig online zugestellt. Das Bundesland ist somit das erste mit einem kompletten BAföG-Digitalpaket. mehr...
BMV: iKfz-App für Unternehmen nutzbar
[06.03.2026] Der digitale Fahrzeugschein lässt sich jetzt auch per QR-Code in die iKfz-App übertragen. Das bietet insbesondere Unternehmen, Handwerksbetrieben, Dienstleistern und Fuhrparkbetreibern neue Möglichkeiten. mehr...
Nationaler Normenkontrollrat: 81 Vorschläge für weniger Bürokratie
[02.03.2026] Mit inzwischen zwölf Zielen und zahlreichen konkreten Vorschlägen erweitert der NKR sein Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau. Im Fokus stehen ein effizienterer Verwaltungsvollzug und Entlastungen für KMU – etwa durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren oder ein vereinfachtes Vergaberecht. mehr...
DigitalService: Work4Germany geht in die nächste Runde
[27.02.2026] Für den Herbstdurchgang des Fellowship-Programms Work4Germany beginnt am 2. März die Bewerbungsphase. Der DigitalService des Bundes bringt Fachleute als Fellows in die Bundesverwaltung, wo sie Referate in Projekt-, Produkt- sowie Team- und Organisationsentwicklung unterstützen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Der Beihilfebescheid kommt per App
[26.02.2026] Die rund 645.000 Beihilfeberechtigten in Nordrhein-Westfalen können ihre Bescheide ab sofort in digitaler Form erhalten. Möglich wird das durch eine neue Funktion der bereits etablierten BeihilfeNRW-App. Davon profitieren die Antragstellenden wie auch die Beschäftigten der Beihilfestellen. mehr...
Baden-Württemberg/Bayern: Software-Landschaft für die Gesundheitsämter
[17.02.2026] Baden-Württemberg und Bayern vereinbaren die Zusammenarbeit zur Entwicklung einer gemeinsamen digitalen Grundlage für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Ziel ist eine einheitliche, bürgerfreundliche Fachanwendungslandschaft. Die Kooperation steht weiteren Ländern und Kommunen offen. mehr...
Deutschland-Index Digitale Verwaltung 2025: Brandenburg holt auf
[16.02.2026] Der Index Digitale Verwaltung des ÖFIT zeigt: Brandenburg ist im Jahr 2025 der Aufsteiger schlechthin. Punkten kann die Verwaltung insbesondere mit der sehr guten Benutzbarkeit ihres Angebots. Schwachpunkte bleiben die Basiskomponenten und das Angebot an Online-Verwaltungsleistungen. mehr...
Low Code/No Code: Digitalisierung von innen
[13.02.2026] Es ist eine Mammutaufgabe, die Verwaltung einer großen Organisation zu digitalisieren. Das gilt auch für die Bundeswehr, die zudem vor zahlreichen weiteren Herausforderungen steht. Die Digitalisierung in Teilen in die Hände kleinerer Einheiten oder Teams zu geben, kann zu erheblichen Effizienzgewinnen führen. mehr...
Niedersachsen: Wie brauchbar sind Registerdaten?
[12.02.2026] Geht es um die Registermodernisierung, stehen vor allem technische Aspekte wie die Datenaustauschplattform NOOTS im Fokus. Ein Pilotprojekt in Niedersachsen hat nun die Qualität der Registerdaten selbst untersucht und gleichzeitig gezeigt, wie diese automatisiert verbessert werden kann. mehr...
Nordrhein-Westfalen: BAföG-Fachverfahren fürs ganze Land
[30.01.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup. mehr...
ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis
[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...
Normenkontrollrat BW: Tätigkeitsbericht 2025 übergeben
[27.01.2026] Der Normenkontrollrat Baden-Württemberg hat seinen zweiten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Das Gremium fordert ein Umdenken in der Gesetzgebung, mehr Freiräume für flexible Lösungen vor Ort und entschlossene Schritte zum Bürokratieabbau. mehr...
DigitalService des Bundes: Neues zur Digitalen Dachmarke
[20.01.2026] Die Digitale Dachmarke gewinnt an Reichweite: Seit der Pilotphase Ende 2024 stieg die Zahl der eingebundenen Onlineservices von 17 auf rund 150. Der DigitalService des Bundes berichtet nun über Erfahrungen aus der Pilotierung und über Anpassungen bei Vergabe, Umsetzung und Betrieb. mehr...
Baden-Württemberg: Digitales Verkehrsmodell
[06.01.2026] Ein landesweites Verkehrsmodell bildet den Auto-, Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sowie den Güterverkehr in Baden-Württemberg nun digital ab. Mit dem Modell steht dem Land künftig ein zentrales, leistungsfähiges Planungswerkzeug zur Verfügung. mehr...













