E-JustizDigitalverfahren werden einfacher

Das Buneskabinett hat weitere Weichen für die E-Justiz gestellt.
(Bildquelle: sdecoret/123rf.com)
Im Juni 2025 hatte das Bundesjustizministerium (BMJV) zwei Gesetzentwürfe vorgelegt, die der weiteren Digitalisierung der Justiz Vorschub leisten sollen (wir berichteten). Nun hat das Bundeskabinett die beiden Gesetzesvorhaben beschlossen. Mit dem Gesetzentwurf zur elektronischen Präsenzbeurkundung will das BMJV die bisher papiergebundene Urkundenpraxis modernisieren. Zwar ist die elektronische Verwahrung von Urkunden in vielen Bereichen bereits gängige Praxis, für die eigentliche Beurkundung ist bislang jedoch regelmäßig eine Niederschrift in Papierform nötig. Das soll sich nun ändern: Notarinnen und Notare sowie andere öffentliche Urkundsstellen – etwa Nachlassgerichte oder Konsulate – sollen künftig Beurkundungen auch direkt digital durchführen können. Das betrifft insbesondere die Aufnahme der Urkunde, die Signatur der Beteiligten etwa auf einem Unterschriftenpad sowie die abschließende qualifizierte elektronische Signatur durch die Urkundsperson. Zur Unterstützung stellt die Bundesnotarkammer ein zentrales Signatursystem bereit. Auch die Beglaubigung von elektronisch geleisteten Unterschriften wird erleichtert. Neu geregelt wird zudem der Zugang zu beurkundeten Erklärungen: Eine elektronisch beglaubigte Abschrift soll künftig genügen, um rechtliche Wirksamkeit herzustellen – etwa bei Erbausschlagungserklärungen gegenüber dem Nachlassgericht. Ein weiterer Baustein ist die Einführung einer elektronischen Legalisation für ausländische elektronische Urkunden, die bislang nicht anerkannt werden konnten.
Einfacher zur zivilrechtlichen Klage
Der zweite beschlossene Gesetzentwurf befasst dich mit der Einführung eines digitalen Zivilverfahrens vor Amtsgerichten. Vorgesehen ist ein schlankes, durchgängig digitales Onlineverfahren für Klagen auf Zahlung einer Geldsumme – zunächst beschränkt auf bestimmte Pilotgerichte. Die Klageerhebung soll über nutzerfreundliche Eingabesysteme erfolgen, flankiert von Informationen und Abfragedialogen. Bürgerinnen und Bürger sollen dafür das Justizpostfach nutzen können, die Anwaltschaft wird über das beA eingebunden. Auch Videoverhandlungen, schriftliche Verfahren und digitale Urteilsverkündungen sollen erprobt werden. Darüber hinaus schafft das Gesetz die Grundlage für eine einheitliche Kommunikationsplattform zwischen Gerichten und Verfahrensbeteiligten – zunächst begrenzt auf die Interaktion mit der Anwaltschaft. Die Gerichtsgebühren im Onlineverfahren sollen gegenüber dem herkömmlichen Zivilverfahren reduziert werden, um einen niederschwelligen Zugang zum Recht zu ermöglichen.
Die Umsetzung beider Vorhaben ist eng mit laufenden Digitalisierungsprojekten des Bundesministeriums der Justiz verknüpft. Am Onlineprojekt zur digitalen Zivilgerichtsbarkeit beteiligen sich aktuell 13 Amtsgerichte in neun Bundesländern. Die Erprobung ist auf zehn Jahre angelegt, Zwischenbewertungen sind nach vier und acht Jahren geplant. Ziel ist eine nachhaltige Modernisierung der justiziellen Verfahren und eine konsequente Ausrichtung auf digitale Abläufe.
Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten
[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...
Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt
[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...
Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto
[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...
E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet
[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...
Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung
[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...
Hessen: KI für die Justiz
[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...
Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium
[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...
Bremen: Investitionen in die digitale Justiz
[10.03.2026] Der Bremer Senat beschließt Investitionen in die Justiz: Rund eine Million Euro soll in Maßnahmen der Digitalisierung fließen. So wird die Beweismittelplattform erweitert, Gerichtssäle erhalten stationäre Videokonferenztechnik, und es entstehen speziell ausgestattete Prüfungsplätze für juristische E-Examina. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Entlastung der Justiz
[03.03.2026] Die Digitalisierung der Justiz ist oftmals mit einer hohen Belastung für die Beschäftigten verbunden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Justizbedienstete an immer mehr Standorten vom unvermeidlichen Scannen eingehender Papierakten entlastet. Gleichzeitig ist „Outtasking Scannen“ ein Integrationsprojekt. mehr...
Sachsen-Anhalt: E-Akte für die Verwaltungsgerichte
[25.02.2026] Die Verwaltungsgerichte in Sachsen-Anhalt führen ihre Verfahren nun durchgängig digital. Zum Einsatz kommt eine Fachanwendung des e²-Verbundes, Dataport begleitete die Implementierung. Eine Ausweitung auf weitere Gerichtsbarkeiten ist bereits in Vorbereitung. mehr...
Hessen: KI-Tool für die Strafverfolgung
[03.02.2026] Hessen will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Strafverfolgung deutlich ausbauen. Das Justizministerium plant, den Staatsanwaltschaften bis zum Ende der Legislatur ein KI-Tool bereitzustellen, um große Datenmengen effizienter auszuwerten. mehr...
Brandenburg: Gerichtssäle fit für die E-Akte
[23.01.2026] Das Land Brandenburg hat das Großprojekt der Einführung der E-Akte bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften erfolgreich abgeschlossen – und denkt bereits an die nächsten Schritte. Die Hardware-Basisausstattung in den Gerichten soll nun schrittweise durch leistungsfähigere Technik ersetzt werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Verhandlung bei leerem Gerichtssaal
[16.01.2026] Nach einer neuen Rechtsverordnung dürfen in Schleswig-Holstein ausgewählte Amtsgerichte erstmals vollständig virtuelle Videoverhandlungen erproben. Dabei sollen Erfahrungen für eine mögliche bundesweite Regelung gesammelt werden. mehr...
E-Akte: Justiz und Polizei arbeiten digital zusammen
[14.01.2026] In vielen Bundesländern wird die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz digitaler – und damit enger, effizienter und sicherer. So arbeiten seit Jahresbeginn Justiz und Polizei in Schleswig-Holstein digital. Und auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die elektronische Akte eingeführt. mehr...
Bund/Länder: Justizcloud kommt
[08.01.2026] Für die Justiz in Bund und Ländern soll eine einheitliche Cloud aufgebaut werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt unterzeichnet. Eine erste lauffähige Version soll bis Anfang 2027 zur Verfügung stehen. mehr...













