ÖFIT-StudieLLMs nutzen und digital souverän bleiben

Die ÖFIT-Studie zum LLM-Einsatz in der Bundesverwaltung betrachtet das Thema der digitalen Souveränität differenziert.
(Bildquelle: everythingpossible/123rf.com)
Die fortschreitende Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung führt dazu, dass große Sprachmodelle (LLMs) zunehmend in den Arbeitsalltag integriert werden – auch in der Bundesverwaltung. Damit wachsen aber auch die Ansprüche an digitale Souveränität. Insbesondere stellt sich dabei die Frage, wie die Bundesverwaltung technologische Abhängigkeiten vermeiden und gleichzeitig leistungsfähige KI-Systeme sicher einsetzen kann. Das Kompetenzzentrum für Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS hat nun eine Studie publiziert, welche die Eigenentwicklungen im Bereich generativer KI untersucht und deren Einfluss auf zentrale Souveränitätsziele wie Wechselmöglichkeit, Gestaltungsfähigkeit und Anbieterunabhängigkeit beleuchtet. Grundlage der Untersuchung waren eine umfassende Datenerhebung zu laufenden KI-Projekten sowie eine internationale Markt- und Maßnahmenbetrachtung in Bezug auf KI und LLMs.
Überschaubare Risiken für die digitale Souveränität
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Durch selbst entwickelte KI-Systeme muss die Verwaltung für viele typische LLM-Anwendungsfälle nicht auf proprietäre Produkte großer, vor allem nicht-europäischer Technologiekonzerne zurückgreifen. So werden Risiken vermindert, sich in neue Abhängigkeiten zu Technologieanbietern begeben zu müssen oder bestehende Abhängigkeiten zu vertiefen. Zudem kommen die derzeit eingesetzten Lösungen primär als Arbeitsunterstützung zum Einsatz – ein Ausfall würde also nicht die Handlungsfähigkeit der Verwaltung gefährden. Die Risiken für die digitale Souveränität sind aus dieser Perspektive daher überschaubar. Zudem werden ressortübergreifende Systeme, die potenziell einer Vielzahl von Nutzenden zur Verfügung stehen, schon jetzt mit Blick auf digitale Souveränität entwickelt: So laufen die LLMs zumeist auf eigener Hardware; sie können bei Bedarf mit geringem bis mittlerem Aufwand ausgetauscht werden, da mehrere hinreichend leistungsstarke Modelle zur Auswahl stehen, und für Betrieb sowie Weiterentwicklung sind keine externen Anbieter nötig.
Maßnahmen, um unabhängig zu bleiben
Die Studie belegt, dass auf Ebene der LLMs bislang hauptsächlich auf nicht-europäische Open-Source-Lösungen gesetzt wird, die auf verwaltungsinterner Hardware gehostet sind. Angesichts sich verändernder Open-Source-Rahmenbedingungen empfehlen die Autorinnen und Autoren, die Entwicklung eines eigenen europäischen LLMs zu prüfen, das Verwaltungsanforderungen besser abbildet und langfristige Unabhängigkeit sicherstellt.
Gleichzeitig wirft die Marktanalyse Fragen zur Entwicklung eines breiteren Ökosystems für staatliche LLM-Anwendungen auf – etwa durch Förderung, gezielte Beschaffung oder föderale Kooperationen wie im Deutschland-Stack. Die Untersuchung weist jedoch auch auf Herausforderungen hin: komplexe rechtliche Anforderungen, Unsicherheiten bei der Bereitstellung zur Nachnutzung sowie ein Mangel an spezialisierter KI-Infrastruktur und Fachpersonal. In einer Reihe konkreter Handlungsempfehlungen fordert die Studie daher unter anderem gemeinsame Infrastrukturen, klare rechtliche Vorgaben, stärkere Open-Source-Initiativen und zusätzliche Maßnahmen zur Qualifizierung.
AISI Deutschland: Wohin zieht das KI-Sicherheitsinstitut?
[07.09.2026] Der Startschuss für das KI-Sicherheitsinstitut AISI Deutschland ist gefallen. Zum Auftakt stützt sich AISI Deutschland auf BSI und Bundesnetzagentur. Wie und wo das tatsächliche Institut später ausgebaut wird, ist offen. Bayern und das Saarland werben bereits für München und Saarbrücken. mehr...
BMI/BMDS: AISI Deutschland gegründet
[02.09.2026] BMDS und BMI richten ein gemeinsames KI-Sicherheitsinstitut ein. Zunächst sollen BSI und Bundesnetzagentur fortschrittliche KI-Modelle auf Fähigkeiten und Risiken untersuchen, später soll das Institut ausgebaut und international vernetzt werden. mehr...
Hessen: Leitplanken für den KI-Einsatz
[02.09.2026] KI soll in Hessens Landesverwaltung Arbeit abnehmen, Entscheidungen aber nicht übernehmen. Die neue KI-Strategie beschreibt, wie das Land Beschäftigte schulen, Werkzeuge bereitstellen und Zuständigkeiten regeln will. Die technische Basis soll eine Multi-Cloud-Strategie liefern. mehr...
Bundesrat: KI-Nutzung bei Bauleitplänen
[01.09.2026] Die Bauleitplanung bereitet die bauliche Nutzung von Grundstücken einer Gemeinde vor – eine komplexe Aufgabe, die unterschiedlichste Aspekte berücksichtigen muss. KI könnte wesentlich unterstützen, meint der Bundesrat, der deshalb fordert, KI auch bei der Begründung und dem Umweltbericht von Bauleitplänen einsetzen zu können. Die Bundesregierung lehnte dies ab. mehr...
BMDS: Abschlussbericht zum Agentic AI Hub
[25.08.2026] Der Agentic AI Hub hat in 19 Kommunen den Einsatz agentischer KI in 20 Pilotprojekten erprobt. Der Abschlussbericht zeigt deutliche Zeitersparnisse und soll nun den Weg für die Skalierung erfolgreicher Anwendungen ebnen. mehr...
EU AI Act: Stellungnahme von Aristech
[13.08.2026] Mit Artikel 50 des EU AI Acts gilt seit dem 2. August 2026 eine Transparenzpflicht für den Einsatz von KI-Systemen. Aristech-Geschäftsführerin Carolin Edler-Mende sieht bei Voice AI jedoch größere Herausforderungen bei Verantwortung, Risikobewertung und AI Literacy. mehr...
KI-Gesetz: Neue Rolle für Bundesnetzagentur
[07.08.2026] Seit Ende Juli koordiniert die Bundesnetzagentur die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung in Deutschland. Sie überwacht unter anderem bestimmte Anwendungen im Personalmanagement, in Kritischen Infrastrukturen sowie im Bildungswesen und nimmt zudem Beschwerden entgegen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI-Chatbot für die Finanzverwaltung
[05.08.2026] Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung erprobt mit FinAssist.NRW eine selbst entwickelte KI-Lösung im Ministerium und in drei Finanzämtern. Die Anwendung läuft im eigenen Rechenzentrum und kann deshalb auch für sensible interne und steuerliche Daten eingesetzt werden. mehr...
KI: LLMoin auf MDD verfügbar
[29.07.2026] LLMoin ist ab sofort auf dem Marktplatz Deutschland Digital (MDD) verfügbar. Somit können Bund, Länder und Kommunen den KI-Textassistenten ohne eigene Ausschreibungen beziehen. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...
Berlin: KI-Strategie für Finanzämter
[17.07.2026] Berlin will KI schrittweise in die Steuerverwaltung integrieren. Pilotprojekte sollen zeigen, wie sich Anträge schneller bearbeiten, Beschäftigte entlasten und der Service verbessern lassen. Schulungen und feste Ansprechpersonen begleiten die Einführung. mehr...
Bundesdruckerei: KI-Modellvergleich für die öffentliche Verwaltung
[15.07.2026] Die Bundesdruckerei veröffentlicht das fortlaufende Forschungsprojekt MÖVE. Auf einer interaktiven Website können Behörden KI-Sprachmodelle systematisch vergleichen. Der Bewertungsrahmen ist speziell auf den Public Sector abgestellt und prüft hinsichtlich Leistung, Sicherheit und Einhaltung europäischer Vorgaben. mehr...
Deutschland/Großbritannien: Zusammenarbeit für KI-Sicherheit
[10.07.2026] Mit immer leistungsfähigeren KI-Modellen entstehen neue Sicherheitsrisiken. Deutschland und Großbritannien wollen deshalb ihre Zusammenarbeit in der KI-Sicherheit ausbauen – auch über das britische AISI und das geplante deutsche KI-Sicherheitsinstitut. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI für eine starke Landwirtschaft
[10.07.2026] Zunehmend smart werden nicht nur Städte und Regionen, sondern auch die Landwirtschaft. Das Land Nordrhein-Westfalen erprobt Lösungen, die durch digitale Klimadatennetzwerke zum Schutz vor extremen Wetterereignissen beitragen und einen nachhaltigen Pflanzenbau auch in Zukunft ermöglichen sollen. mehr...
Land Salzburg: KI beschleunigt Förderprüfung
[03.07.2026] Das Land Salzburg hat ein KI-System zur Vorprüfung von Förderanträgen für klimafreundliche Heizungen eingeführt. Die Lösung gleicht Rechnungsdaten und Leistungsinhalte bereits beim Hochladen ab und soll Fördermittel schneller zur Auszahlung bringen. mehr...














