EasyPASSGrenzkontrolle seit zehn Jahren

[04.12.2023] Die Systemlösung EasyPASS ermöglicht die elektronische (teil-)automatisierte Grenzkontrolle an Flughäfen. Die Bundesdruckerei und secunet Security Networks stellen die Lösung seit zehn Jahren zur Verfügung.

Seit zehn Jahren stellen die Konsortialpartner Bundesdruckerei und secunet Security Networks im Auftrag der Bundespolizei das elektronische (teil-)automatisierte Grenzkontrollsystem EasyPASS an ausgewählten deutschen Flughäfen bereit. Wie die Bundesdruckerei mitteilt, fungiert sie dabei als Konsortialführer. Das Grenzkontrollsystem umfasse neben den so genannten eGates von secunet auch Monitoring- und Administrationsarbeitsplätze, den Betrieb sowie die Systeminfrastruktur für die Anbindung an Kundensysteme.
EasyPASS beinhalte unter anderem eine optische und elektronische Dokumentenprüfung sowie einen biometrischen Abgleich und eine Sensorik mit zentraler IT-Infrastruktur. Die Reisedokumente würden beim Passieren des eGates automatisch vom System geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung seien die Passagiere in Deutschland ein- oder ausgereist und könnten ihre Reise fortsetzen. Die grenzpolizeiliche Kontrolle der Reisenden werde dadurch deutlich effizienter, Wartezeiten würden verkürzt und es könnten mehr Passagiere gleichzeitig kontrolliert werden. Die Bundespolizei überwache diese Grenzübertritte mit einer speziell entwickelten Software und müsse nicht jeden einzelnen Reisenden manuell kontrollieren.

Projektstart im Jahr 2013

Nach dem Projektstart am 22. August 2013 seien im Frühjahr 2014 die ersten eGates installiert worden. Aktuell befänden sich mehr als 250 eGates an acht deutschen Flughäfen: Berlin Brandenburg, Hamburg, Hannover, Köln Bonn, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und München. Die Einsatzmöglichkeiten des Systems würden von der Bundespolizei im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten kontinuierlich erweitert, sodass die Nutzung und Akzeptanz stetig zunehme: Bis Mitte 2023 sollen bereits rund 110 Millionen Reisende EasyPASS genutzt haben.
Die automatisierte Überprüfung werde durch einen elektronischen Chip im Reisepass ermöglicht. Diese Technik sei seit dem 1. November 2005 in die deutschen Reisepässe integriert. Der Chip speichere die bei der Beantragung des Passes angegebenen persönlichen Daten und das Lichtbild. Die Überprüfung des Passes und der Reisenden sei dadurch erheblich vereinfacht worden. Auf Basis dieser Überprüfung habe die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das Projekt EasyPASS initiiert.

Fortwährende Modernisierung

Das EasyPASS-System werde laufend modernisiert. So soll EasyPASS beispielsweise an die Herausforderungen des Europäischen Ein- und Ausreiseregisters (Entry-/Exit-System; EES) im Rahmen des Smart-Border-Programms der EU angepasst werden. Das EES speichere personenbezogene Daten aus dem Reisedokument sowie Fingerabdruckdaten oder das Gesichtsbild von Reisenden aus Drittstaaten. Neben der Weiterentwicklung der eGates sollen zur Unterstützung des Smart-Border-Programms auch Selbstregistrierungssysteme (Kioske) etabliert werden. Die Kioske könnten biometrische und biografische Daten von Reisenden aus Drittstaaten bei der Einreise erfassen und diese Daten der Grenzkontrolle zur Verfügung stellen. Bis Ende 2024 sollen 500 solcher Kioske von der Bundesdruckerei und secunet im Auftrag der Bundespolizei an deutschen Flughäfen installiert und zum EES-Start in Betrieb genommen werden.





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