Baden-WürttembergNeue Wege bei Verwaltungs-KI

[15.11.2024] Die Landesverwaltung Baden-Württemberg setzt auf das KI-basierte Text-Assistenz-System F13, entwickelt vom Heidelberger Scale-up Aleph Alpha. Nach einem erfolgreichen Roll-out will das Land nun das Thema Schulung und Weiterbildung im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter vorantreiben.
Eine Person arbeitet an einem Laptop mit der KI-basierten Text-Assistenz F13.

Die KI-basierten Text-Assistenz F13 ist ein wichtiger Baustein in der KI-Strategie der Baden-Württembergischen Landesverwaltung.

(Bildquelle: Ilkay Karakurt/Staatsministerium BW)

Im vergangenen Jahr wurde der Prototyp des auf KI basierenden Text-Assistenz-System F13, den das Heidelberger Scale-up Aleph Apha für die Landesverwaltung Baden-Württemberg entwickelt hat, beim E-Government-Wettbewerb ausgezeichnet. F13 soll die Verwaltung beim Verarbeiten und Erstellen von Schriftvorgängen unterstützen; das zugrundeliegende KI-Sprachmodell Luminous erfüllt die Transparenzpflichten der europäischen KI-Verordnung und setzt auf Datensicherheit und Transparenz.

Seit Ende Oktober ist nun der Roll-out von F13 in den Landesministerien, beim Rechnungshof und der Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) abgeschlossen. Das Vorhaben sei auch im Kontext digitaler Souveränität zu sehen, so eine Meldung der Landesregierung. Deren Stellenwert nehme angesichts globaler Unsicherheiten weiter zu: „Angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen dürfen wir nicht länger nur über digitale Souveränität für unsere Verwaltung sprechen. Es gilt sicherzustellen, dass der Staat langfristig gut aufgestellt ist und dass keine zusätzlichen technischen Abhängigkeiten entstehen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Rahmen einer Ministerratssitzung, bei der auch die nächsten Schritte für ein KI-Ökosystem vorgestellt wurden.

Weitere Funktionen und Schulungsangebote

Bisherige Nutzungszahlen sowie das Feedback zu F13 zeigen, dass das Interesse der Verwaltung an KI hoch ist. Der Staatskanzlei-Chef Florian Stegmann sagte, Baden-Württemberg wolle bei der KI-Entwicklung nun noch stärker vorangehen und F13 als leistungsstarke KI-Basis für die gesamte Verwaltung im Land ausbauen, damit alle Interessierten F13 nutzen könnten. Allerdings könne nur mit einem tiefergehenden Verständnis der KI-Technologie und insbesondere auch der richtigen Nutzung das volle Potenzial der neuen Version von F13 ausgeschöpft und die digitale Transformation der Verwaltung erfolgreich vorangetrieben werden, so Stegmann. Daher werden nun verstärkt Schulungsangebote wie Workshops, E-Learning-Angebote oder eine Prompt-Bibliothek unterbreitet.

Gemeinsame Softwaregrundlage für Verwaltungs-KI

Der modulare Aufbau von F13 ermöglicht es, perspektivisch immer mehr Aufgaben mithilfe von F13 zu erledigen. „Gemeinsam mit unseren Partnern und unserem Ökosystem schaffen wir in Baden-Württemberg somit die Grundlage für leistungsfähige KI-Assistenz in der Verwaltung. Mit den neuen Chat-Funktionen wird F13 somit zum ‚schwäbischen Taschenmesser‘, also zum universellen Werkzeug, das jegliche Textverarbeitung beherrscht“, sagt Stegmann.

Auch solle der „dutzendfachen Entwicklung identischer KI-Funktionalitäten“ entgegengewirkt werden. Dazu soll eine gemeinsame Softwaregrundlage für KI in der Verwaltung entstehen. „Wir laden alle interessierten Partner ein, daran mitzuwirken. So wollen wir perspektivisch eine geeignete KI-Grundlage in Baden-Württemberg und darüber hinaus entstehen lassen“, kündigte Staatsminister Stegmann an.

Datenschutz und KI gemeinsam denken

Der Landesbeauftragte für Datenschutz (LfDI), Tobias Keber, betont die Notwendigkeit, Datenschutz und Künstliche Intelligenz von Anfang an zu integrieren, um Risiken zu minimieren und Vertrauen zu schaffen. Ein datenschutzkonformer Ansatz fördert die Akzeptanz und stärkt Innovationen, von denen sowohl Unternehmen als auch öffentliche Stellen profitieren. Baden-Württemberg setzt auf eine menschenzentrierte und datenschutzkonforme KI.

Der LfDI wurde frühzeitig in die KI-Entwicklung eingebunden, und derzeit wird das Landesdatenschutzgesetz auf seine Eignung für KI-Anwendungen überprüft. Ein Diskussionspapier des LfDI zu KI und Datenschutz liefert dafür die Grundlage. Zudem bereitet sich das Land auf die EU-KI-Verordnung vor. Um Datenschutzprobleme zu vermeiden, bietet Baden-Württemberg über die F13-Anwendung einen sicheren Zugang zu KI-Systemen. Der IT-Dienstleister BITBW betreibt dafür landeseigene KI-Modelle und hat die nötige Infrastruktur aufgebaut.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Ordner mit Namen Finanzamt und Steuererklärung

Bayern: Steuerverwaltung
 macht Tempo mit KI

[20.03.2026] Die bayerische Steuerverwaltung setzt für noch mehr Effizienz und Bürgerfreundlichkeit verstärkt auf KI-Lösungen. Entsprechende Pilotprojekte sind jetzt in den Finanzämtern Augsburg-Stadt und Regensburg gestartet. mehr...

Illustration: Mann sitzt mit freundlichem Roboter an Büroschreibtisch

Nordrhein-Westfalen: KI für schnellere Verwaltung

[04.03.2026] Der Verwaltungsassistent NRW.Genius ist das zentrale KI-Projekt in Nordrhein-Westfalen. Die Lösung wurde gezielt für alle Verwaltungsebenen entwickelt. Bald steht sie auch für die Finanzverwaltung zur Verfügung – aus Datenschutzgründen erfolgt der Betrieb im eigenen Rechenzentrum. mehr...

Vektorgrafik eines Laptops, im Hintergrund sind abgehakte Dokumente zu sehen.

Brandenburg: KI für Ausländerbehörden

[13.02.2026] Mit „Aufenthalt Digital“ verantwortet das Innenministerium Brandenburg ein bundesweit erfolgreiches Programm. Dieses erhält nun ein KI-Update: Eine neue Funktion prüft, ob digital eingereichte Dokumente die tatsächlich erforderlichen sind. mehr...

Blick über die Spree aufs Bundeskanzleramt

EU AI Act: Schlanke KI-Aufsicht für Deutschland

[12.02.2026] Das Bundeskabinett hat den Entwurf zum nationalen Durchführungsgesetz für den EU AI Act beschlossen. Ziel ist die Schaffung einer Aufsichtsstruktur für Entwicklung, Bereitstellung und Betrieb von KI-Systemen in der Verwaltung und Wirtschaft. mehr...

Männerhände auf Laptop-Tastatur, auf dem Screen sieht man ein KI-Eingabefeld

ÖFIT: Nachnutzung generativer KI-Systeme

[12.02.2026] Eine ÖFIT-Untersuchung zeigt: Die Nachnutzung bestehender generativer KI-Systeme in Bund, Ländern und Kommunen ist möglich, die Schaffung einer Plattform für alle Akteure aber schwierig. Stattdessen empfiehlt die Studie eine gemeinsame Referenzarchitektur, basierend auf den Nutzerbedarfen. mehr...

Nahaufnahme einer Hand eines futuristischen Roboters, der auf einer Tastatur tippt.

Dataport/IBM: KI-gestützter Transkriptionsservice

[10.02.2026] Ob in der Justiz, im Amt oder im Bildungsbereich: In der öffentlichen Verwaltung wird viel besprochen, manuell transkribiert und dokumentiert. Das bindet Ressourcen. Dataport stellt eine KI-Lösung vor, die diese Arbeit erleichtert – und die speziell für den öffentlichen Sektor ausgelegt ist. mehr...

Oberkörper und Häne einer Person in einer Büroumgebung, die auf einem silbernen Laptop tippt.

CSBW: Neues Lernmodul zu KI

[09.02.2026] Das Lernangebot der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg liefert in verschiedenen Formaten Wissen zu wichtigen Cybersicherheitsthemen. Verwaltungsmitarbeitende erhalten Hintergrundwissen, Praxistipps und Handlungsempfehlungen. Nun gibt es eine neue interaktive Schulungseinheit zum KI-Einsatz. mehr...

Nahaufnahme weibliche Hände an einer Tastatur

Berlin: Kein Behördendeutsch dank KI

[04.02.2026] Damit Behörden Texte automatisiert in bürgernahe Sprache sowie in Leichte Sprache übersetzen können, stellt die Berliner Senatskanzlei ab sofort und zunächst für drei Jahre eine KI-unterstützte Software zur Verfügung. mehr...

Montage: Schreibtisch, Laptops, Hände von Jacketttragenden Männern, Überlagerung mit diversen IT-Icons

Künstliche Intelligenz: KI-Marktplatz MaKI startet

[03.02.2026] Mit dem bundesweiten KI-Marktplatz MaKI startet eine zentrale Plattform für den Austausch von KI-Anwendungen in der Verwaltung. Der MaKI schafft erstmals einen ebenenübergreifenden Überblick über KI-Anwendungen in Bund, Ländern und Kommunen und erleichtert deren gemeinsame Nutzung. mehr...

Porträt Ina Scharrenbach

Nordrhein-Westfalen: Verwaltungswissen für die KI

[12.01.2026] Behörden brauchen eine KI, die verwaltungsspezifische Fragestellungen abarbeiten kann und dabei hohe Datenschutzvorgaben erfüllt. Das nordrhein-westfälische Projekt GovTeuken adressiert beide Anforderungen. Auf Basis des europäischen Open-Source-Sprachmodells Teuken-7B entsteht eine KI, die Verwaltungssprache und -abläufe versteht. mehr...

Detailansicht eines moernen Schreibtischs mit Laptop, man sieht zwei Männertorsos, die etwas zusammen bearbeiten.

BfDI: KI datensicher in Behörden einsetzen

[05.01.2026] Die BfDI hat Praxisempfehlungen zum Einsatz von KI veröffentlicht. Sie sollen Bundesbehörden helfen, datenschutzrechtliche Fragen frühzeitig zu erkennen und KI-Projekte strukturiert umzusetzen. Ein besonderer Fokus liegt auf generativen Large Language Models. mehr...

Richterin und Richter im Hintergrund das Landeswappen BW

Baden-Württemberg: Neues KI-Tool für die Justiz

[19.12.2025] Das von Baden-Württemberg und Hessen entwickelte KI-Tool zur Anonymisierung von Entscheidungen steht ab sofort zur Nutzung bereit. Im Ländle können es zunächst die Zivilabteilungen aller Oberlandes-, Land- und Amtsgerichte einsetzen. mehr...

Illustration: Mann sitzt mit freundlichem Roboter an Büroschreibtisch

Hamburg: LLMoin etabliert sich

[17.12.2025] Der KI-Assistent LLMoin steht nach Abschluss des stufenweisen Roll-outs nun circa 40.000 Beschäftigten der Hamburger Verwaltung zur Verfügung. Zudem kann das Tool bundesweit nachgenutzt werden. mehr...

Detailansicht eines moernen Schreibtischs mit Laptop, man sieht zwei Männertorsos, die etwas zusammen bearbeiten.

ÖFIT-Studie: LLMs nutzen und digital souverän bleiben

[09.12.2025] Der Einsatz von LLMs eröffnet Chancen für die digitale Transformation der Verwaltung – stellt aber auch hohe Ansprüche an die digitale Souveränität. Eine aktuelle Studie untersucht den LLM-Einsatz in der Bundesverwaltung. Um langfristig handlungsfähig zu bleiben, sind Weiterentwicklungen notwendig. mehr...

Hessen: Erstes KI-Werkzeug für die Justiz

[04.12.2025] Hessens Justiz bereitet erstmals den praktischen Einsatz eines KI-Tools vor. Beim zweiten Forum KI kündigte Justizminister Christian Heinz an, dass die Technologie bald in justiziellen Arbeitsabläufen genutzt werden soll. Details sind noch nicht bekannt. mehr...