Schleswig-HolsteinLLMoin-Pilot für die Landesverwaltung

[29.04.2026] In der Landesverwaltung Schleswig-Holstein ist das Pilotprojekt LLMoin gestartet. Bei 1.000 Beschäftigten wird der KI-Assistent nun in den IT-Arbeitsplatz integriert. Das norddeutsche Bundesland nutzt erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin.
Frau vor Laptop_LLMoin-pilot-SH

Schleswig-Holstein pilotiert eine angepasste Produktversion des KI-Assistenten LLMoin.

(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)

Digital souverän arbeiten sowie gleichzeitig KI-Technologien sicher und effektiv nutzen: In Schleswig-Holsteins Landesverwaltung startet jetzt ein Pilotprojekt, das beides verbindet. In einem ersten Schritt wird bei zunächst 1.000 Mitarbeitenden der KI-Assistent LLMoin in den IT-Arbeitsplatz integriert. Wie die Staatskanzlei mitteilt, unterstützt LLMoin die Beschäftigten dabei, Texte für E-Mails, Präsentationen oder Berichte zu formulieren, Dokumente auszuwerten und Informationen insgesamt zu strukturieren. Das Besondere: Im Gegensatz zu den bisher genutzten proprietären Large-Language-Modellen, die auf internationalen Plattformen betrieben werden, liege der Fokus des neuen KI-Assistenten auf einer digital souveränen und europäischen Infrastruktur.

Auf digital souveränem Fundament nutzen

„Im Sinne unserer Open-Innovation- und Open-Source-Strategie gehen wir in Schleswig-Holstein konsequent den Weg in die digitale Souveränität durch Open-Source-Lösungen wie LibreOffice, Open-Xchange, Nextcloud oder OpenTalk. Gleichzeitig wollen und werden wir die Landesverwaltung auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter modernisieren“, sagt Digitalminister Dirk Schrödter und ergänzt. „KI-basierte Modelle steigern die Effizienz und die Qualität von Prozessen in der Verwaltung. Sie geben den Mitarbeitenden mehr Freiräume für ihre eigentlichen Fachaufgaben. Die schrittweise Einführung von LLMoin ermöglicht es uns, die Potenziale der KI-Sprachmodelle auch auf einem digital souveränen Fundament zu nutzen.“

Das Projekt ist nach Angaben der Staatskanzlei Teil der KI-Strategie des Landes Schleswig-Holstein und des Ausbaus moderner digitaler Arbeitsplätze in der Verwaltung. Ziel sei die skalierbare, sichere und souveräne KI-Nutzung für die öffentliche Verwaltung sowie die mögliche Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und weiteren öffentlichen Einrichtungen. LLMoin wurde vom Landes-IT-Dienstleister Dataport speziell für die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Datenschutz, Compliance und Rechtssicherheit würden konsequent und strukturiert adressiert.

Angepasste Produktversion von LLMoin

Schleswig-Holstein nutzt laut der Staatskanzlei erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. Statt des proprietären Sprachmodells GPT-4.1 komme das leistungsfähige Open-Weight-Sprachmodell GPT-OSS-120B zum Einsatz. Der Betrieb des Sprachmodells erfolge zunächst durch den deutschen Cloud-Anbieter IONOS.

Voraussichtlich ab dem Sommer 2026 wird Dataport eigenen Angaben zufolge die LLMoin-Variante für Schleswig-Holstein vollständig on premise auf der data[port]ai-Plattform im eigenen Rechenzentrum betreiben. Damit liege der Betrieb des KI-Assistenten künftig vollständig in den Händen von Dataport und Schleswig-Holstein – ohne Abhängigkeit von externen Cloud-Diensten. Dazu sagt Thomas Brandmann, Leiter von data[port]ai: „Wir freuen uns, dass die Beschäftigten des Landes Schleswig-Holstein nun KI im Arbeitsalltag einsetzen können. Dass wir LLMoin erstmals für einen Kunden mit einem souverän betriebenen Sprachmodell anbieten können, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu digitaler Souveränität.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz

Medientage München: Mehring fordert fairen Wettbewerb im KI-Zeitalter

[26.10.2026] Auf den 40. Medientagen München hat Bayerns Digitalminister Fabian Mehring eine stärkere technologische Eigenständigkeit Europas, einen gesellschaftlichen Konsens über den Einsatz Künstlicher Intelligenz und eine faire Beteiligung der Medienbranche an der KI-Wertschöpfung gefordert. mehr...

Sachsen: MAXi unterstützt Steuerverwaltung

[16.10.2026] Rund 5.250 Beschäftigte der sächsischen Steuerverwaltung können künftig den KI-Chatbot MAXi nutzen. Das ursprünglich in Hessen entwickelte System soll Routineaufgaben übernehmen, bei der Bearbeitung von Einsprüchen helfen und die Kommunikation mit Steuerpflichtigen erleichtern. mehr...

Bayern: KI-Sicherheit im Fokus

[06.10.2026] Der Freistaat Bayern will den Umgang mit Risiken leistungsfähiger KI-Systeme stärker institutionalisieren. Digitalminister Fabian Mehring kündigte nach einem KI-Gipfel einen KI-Sicherheitsdialog, einen jährlichen Sicherheitsbericht und ein KI-Ethikforum an. mehr...

dbb akademie: Weiterbildung zum KI-Beauftragten

[06.10.2026] Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung wächst der Bedarf an Beschäftigten, die technische, rechtliche und organisatorische Fragen zusammenführen können. Die dbb akademie bietet dafür eine fünftägige Zertifizierung zum behördlichen KI-Beauftragten an. mehr...

Immer mehr Bürger setzen für Interaktionen mit der Verwaltung auf die BundID.

BundID: KI beantwortet Routinefragen

[02.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...

bericht

Schleswig-Holstein: Schrödter fordert offene KI

[29.09.2026] Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht sich gegen einen generellen Entwicklungsstopp für Künstliche Intelligenz aus. Auf der 7. KI-Landeskonferenz Schleswig-Holstein in Neumünster plädiert er stattdessen für offene KI-Modelle, digitale Souveränität und einen schnelleren Transfer von KI in die praktische Anwendung. mehr...

Logo Ko-Pionier-Preis

Ko-Pionier-Preis 2026: LGLN macht Nachnutzung möglich

[29.09.2026] Beim Ko-Pionier-Preis 2026 wird die KI-gestützte Gebäudeerkennung des LGLN gleich mehrfach ausgezeichnet: Die niedersächsische Landesbehörde erhielt den govdigital-Sonderpreis für besonderes Engagement zur Nachnutzung, den ersten Preis in der Kategorie „Digitalisierung der Verwaltung“ und den Publikumspreis. mehr...

Rheinland-Pfalz: eManuel unterstützt Justiz

[28.09.2026] Die rheinland-pfälzische Justiz weitet den Einsatz ihres KI-Assistenten eManuel aus. Neben Beschäftigten an Gerichten können inzwischen auch mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare die Anwendung nutzen. mehr...

bericht

SAS-Studie: Behörden vertrauen KI weniger als die freie Wirtschaft

[28.09.2026] Die öffentliche Verwaltung tut sich mit dem Vertrauen in Künstliche Intelligenz schwerer als andere Branchen. Eine internationale Studie von SAS und IDC sieht Behörden beim Einsatz vertrauenswürdiger KI auf dem letzten Platz. Als größte Hürde gilt der Datenschutz. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: NRW.Genius auf Rang zwei

[25.09.2026] Der KI-Assistent NRW.Genius wurde beim eGovernment-Wettbewerb 2026 ausgezeichnet. Die Lösung soll künftig von einem generativen KI-Assistenten zu einem KI-Baukasten für die Verwaltungs-IT werden. mehr...

Bundesagentur für Arbeit: Klara beantwortet Fragen

[25.09.2026] Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei der Automatisierung ihres Kundenservice auf eine KI-Lösung von Aristech. Der Voicebot Klara soll die Service-Center entlasten und die Erreichbarkeit verbessern. Perspektivisch ist auch die automatisierte Bearbeitung von E-Mails vorgesehen. mehr...

bericht

Nordrhein-Westfalen: Investitionsoffensive für KI-Robotik

[21.09.2026] Nordrhein-Westfalen will eine landesweite Forschungs- und Transferinfrastruktur für KI-basierte Robotik aufbauen. Für das Projekt KIRO.NRW sollen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. mehr...

Blick von unten auf eine große Baustelle mit mehreren orangefarbenen Baukränen und eingerüsteten Gebäuden. Die Kräne ragen vor blauem Himmel in die Höhe, während die Sonne zwischen den Rohbauten hindurchscheint.

BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen

[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...

Capgemini-Studie: Lücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung

[21.09.2026] Öffentliche Organisationen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch nur 28 Prozent schaffen es, KI-Projekte erfolgreich vom Piloten in den Regelbetrieb zu überführen. Eine neue Capgemini-Studie zeigt: Entscheidend für den Erfolg sind weniger die KI-Modelle als Datenqualität, Governance und organisatorische Reife. mehr...

Brandenburg: KI-Assistent LLMoin landesweit ausgerollt

[18.09.2026] Brandenburg stattet seine Landesverwaltung flächendeckend mit dem KI-Assistenten LLMoin aus. Bis Ende September soll die Lösung allen Ministerien und einem Großteil der obersten Landesbehörden zur Verfügung stehen. mehr...