Schleswig-HolsteinLLMoin-Pilot für die Landesverwaltung

Schleswig-Holstein pilotiert eine angepasste Produktversion des KI-Assistenten LLMoin.
(Bildquelle: Staatskanzlei Schleswig-Holstein)
Digital souverän arbeiten sowie gleichzeitig KI-Technologien sicher und effektiv nutzen: In Schleswig-Holsteins Landesverwaltung startet jetzt ein Pilotprojekt, das beides verbindet. In einem ersten Schritt wird bei zunächst 1.000 Mitarbeitenden der KI-Assistent LLMoin in den IT-Arbeitsplatz integriert. Wie die Staatskanzlei mitteilt, unterstützt LLMoin die Beschäftigten dabei, Texte für E-Mails, Präsentationen oder Berichte zu formulieren, Dokumente auszuwerten und Informationen insgesamt zu strukturieren. Das Besondere: Im Gegensatz zu den bisher genutzten proprietären Large-Language-Modellen, die auf internationalen Plattformen betrieben werden, liege der Fokus des neuen KI-Assistenten auf einer digital souveränen und europäischen Infrastruktur.
Auf digital souveränem Fundament nutzen
„Im Sinne unserer Open-Innovation- und Open-Source-Strategie gehen wir in Schleswig-Holstein konsequent den Weg in die digitale Souveränität durch Open-Source-Lösungen wie LibreOffice, Open-Xchange, Nextcloud oder OpenTalk. Gleichzeitig wollen und werden wir die Landesverwaltung auch durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter modernisieren“, sagt Digitalminister Dirk Schrödter und ergänzt. „KI-basierte Modelle steigern die Effizienz und die Qualität von Prozessen in der Verwaltung. Sie geben den Mitarbeitenden mehr Freiräume für ihre eigentlichen Fachaufgaben. Die schrittweise Einführung von LLMoin ermöglicht es uns, die Potenziale der KI-Sprachmodelle auch auf einem digital souveränen Fundament zu nutzen.“
Das Projekt ist nach Angaben der Staatskanzlei Teil der KI-Strategie des Landes Schleswig-Holstein und des Ausbaus moderner digitaler Arbeitsplätze in der Verwaltung. Ziel sei die skalierbare, sichere und souveräne KI-Nutzung für die öffentliche Verwaltung sowie die mögliche Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und weiteren öffentlichen Einrichtungen. LLMoin wurde vom Landes-IT-Dienstleister Dataport speziell für die Anforderungen der öffentlichen Verwaltung entwickelt. Datenschutz, Compliance und Rechtssicherheit würden konsequent und strukturiert adressiert.
Angepasste Produktversion von LLMoin
Schleswig-Holstein nutzt laut der Staatskanzlei erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. Statt des proprietären Sprachmodells GPT-4.1 komme das leistungsfähige Open-Weight-Sprachmodell GPT-OSS-120B zum Einsatz. Der Betrieb des Sprachmodells erfolge zunächst durch den deutschen Cloud-Anbieter IONOS.
Voraussichtlich ab dem Sommer 2026 wird Dataport eigenen Angaben zufolge die LLMoin-Variante für Schleswig-Holstein vollständig on premise auf der data[port]ai-Plattform im eigenen Rechenzentrum betreiben. Damit liege der Betrieb des KI-Assistenten künftig vollständig in den Händen von Dataport und Schleswig-Holstein – ohne Abhängigkeit von externen Cloud-Diensten. Dazu sagt Thomas Brandmann, Leiter von data[port]ai: „Wir freuen uns, dass die Beschäftigten des Landes Schleswig-Holstein nun KI im Arbeitsalltag einsetzen können. Dass wir LLMoin erstmals für einen Kunden mit einem souverän betriebenen Sprachmodell anbieten können, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu digitaler Souveränität.“
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