BMDSKI-Assistenz SPARK wird Open Source

SPARK ist ein KI-gestütztes Assistenzsystem, das zur Unterstützung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt wurde.
(Bildquelle: BMDS)
Die Sichtung und Prüfung umfangreicher Genehmigungsanträge sind für die Verwaltung einer der zentralen Engpässe. Um dem zu begegnen, treibt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) die Entwicklung der KI-Lösung SPARK voran. Das KI-Assistenzsystem SPARK Workflow ordnet die Informationen aus den Antragsunterlagen den fachlichen Prüfthemen und Rechtsnormen zu. Ein KI-gestütztes Einwendungs- und Beteiligungsmanagement zerlegt die Eingänge aus der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung in einzelne Argumente und ordnet sie den Verfahrensthemen zu, sodass auch hohe Eingabevolumina effizient abgearbeitet werden können.
Gesamte Verfahrenskette abgedeckt
Nun hat das BMDS SPARK Workflow vollständig Open Source gestellt. Die Lösung steht ab sofort auf der Plattform OpenCode bereit. Damit, so Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, erhalte die KI-Lösung einen festen Platz im Deutschland-Stack. Die Module orientieren sich laut BMDS an den typischen Schritten eines Planungs- und Genehmigungsverfahrens, von der Extraktion relevanter Informationen aus den Antragsunterlagen über die formale und materielle Vollständigkeitsprüfung bis zur rechtlichen Prüfung und Beschlusserstellung. Mit der Veröffentlichung auf OpenCode ist diese Verfahrenskette Ende-zu-Ende abgedeckt.
Wegweisende rechtliche Prüfung
Mit der Umsetzung von SPARK hat das BMDS zwei Innovationspartner betraut, dabei entstanden zwei unterschiedliche KI-Modul-Lösungen: SPARK Workflow und SPARK API. Im Zentrum steht die rechtliche Prüfung, die zu ausführlich begründeten Ergebnissen führt. Möglich wird das durch zwei Bausteine, die über das einzelne Verfahren hinausreichen: eine KI-gestützte digitale Rechtsdogmatik, die geltendes Recht über Schnittstellen zu Gesetzesdatenbanken automatisiert in kleinste Prüfbestandteile zerlegt, und ein Datenmodell, das den konkreten Sachverhalt mit der jeweiligen Rechtsgrundlage verknüpft. Wie das BMDS berichtet, ist diese Verbindung aus digitaler Rechtsdogmatik und dem Datenmodell für die öffentliche Verwaltung neuartig. Sie könnte zur Grundlage für weitere Anwendungsfälle der Staatsmodernisierung werden. Fachliche Entscheidungen sollen aber weiterhin die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden treffen.
Weiterentwicklung und Roll-out
Bereits im April hatte das Ministerium erste KI-Module veröffentlicht (wir berichteten). Diese wurden in den vergangenen zwei Monaten optimiert – auch auf Grundlage des Community-Feedbacks. Am 30. Juni und 1. Juli 2026 veranstaltet das BMDS zudem einen zweitägigen Hackathon mit drei Challenges, um Impulse für die Weiterentwicklung zu sammeln (wir berichteten).
Das IT-Unternehmen Materna, nach eigenen Angaben Mitglied des verantwortlichen Konsortiums, verweist vor allem auf die praktische Einführung in den Behörden. SPARK Workflow müsse dafür in Fachverfahren, behördenspezifische Rechtsnormen und bestehende IT-Landschaften eingebunden werden. Die Materna-Gruppe unterstützt Verwaltungen von der Prozessanalyse über technische Integration und Roll-out bis zum Change-Management. Die modulare Architektur soll es ermöglichen, einzelne Komponenten in vorhandene Workflows einzubinden oder aber als eigenständige Verfahrensunterstützung zu nutzen.
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