BMDSKI-Assistenz SPARK wird Open Source

[22.06.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in einer Innovationspartnerschaft KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Genehmigungsverfahren unterstützen und Beschäftigte bei zeitaufwendigen Tätigkeiten entlasten. Die Lösung steht nun auf OpenCode zur Verfügung.
SPARK-Logo

SPARK ist ein KI-gestütztes Assistenzsystem, das zur Unterstützung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt wurde.

(Bildquelle: BMDS)

Die Sichtung und Prüfung umfangreicher Genehmigungsanträge sind für die Verwaltung einer der zentralen Engpässe. Um dem zu begegnen, treibt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) die Entwicklung der KI-Lösung SPARK voran. Das KI-Assistenzsystem SPARK Workflow ordnet die Informationen aus den Antragsunterlagen den fachlichen Prüfthemen und Rechtsnormen zu. Ein KI-gestütztes Einwendungs- und Beteiligungsmanagement zerlegt die Eingänge aus der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung in einzelne Argumente und ordnet sie den Verfahrensthemen zu, sodass auch hohe Eingabevolumina effizient abgearbeitet werden können.

Gesamte Verfahrenskette abgedeckt

Nun hat das BMDS SPARK Workflow vollständig Open Source gestellt. Die Lösung steht ab sofort auf der Plattform OpenCode bereit. Damit, so Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, erhalte die KI-Lösung einen festen Platz im Deutschland-Stack. Die Module orientieren sich laut BMDS an den typischen Schritten eines Planungs- und Genehmigungsverfahrens, von der Extraktion relevanter Informationen aus den Antragsunterlagen über die formale und materielle Vollständigkeitsprüfung bis zur rechtlichen Prüfung und Beschlusserstellung. Mit der Veröffentlichung auf OpenCode ist diese Verfahrenskette Ende-zu-Ende abgedeckt.

Wegweisende rechtliche Prüfung

Mit der Umsetzung von SPARK hat das BMDS zwei Innovationspartner betraut, dabei entstanden zwei unterschiedliche KI-Modul-Lösungen: SPARK Workflow und SPARK API. Im Zentrum steht die rechtliche Prüfung, die zu ausführlich begründeten Ergebnissen führt. Möglich wird das durch zwei Bausteine, die über das einzelne Verfahren hinausreichen: eine KI-gestützte digitale Rechtsdogmatik, die geltendes Recht über Schnittstellen zu Gesetzesdatenbanken automatisiert in kleinste Prüfbestandteile zerlegt, und ein Datenmodell, das den konkreten Sachverhalt mit der jeweiligen Rechtsgrundlage verknüpft. Wie das BMDS berichtet, ist diese Verbindung aus digitaler Rechtsdogmatik und dem Datenmodell für die öffentliche Verwaltung neuartig. Sie könnte zur Grundlage für weitere Anwendungsfälle der Staatsmodernisierung werden. Fachliche Entscheidungen sollen aber weiterhin die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden treffen.

Weiterentwicklung und Roll-out

Bereits im April hatte das Ministerium erste KI-Module veröffentlicht (wir berichteten). Diese wurden in den vergangenen zwei Monaten optimiert – auch auf Grundlage des Community-Feedbacks. Am 30. Juni und 1. Juli 2026 veranstaltet das BMDS zudem einen zweitägigen Hackathon mit drei Challenges, um Impulse für die Weiterentwicklung zu sammeln (wir berichteten).

Das IT-Unternehmen Materna, nach eigenen Angaben Mitglied des verantwortlichen Konsortiums, verweist vor allem auf die praktische Einführung in den Behörden. SPARK Workflow müsse dafür in Fachverfahren, behördenspezifische Rechtsnormen und bestehende IT-Landschaften eingebunden werden. Die Materna-Gruppe unterstützt Verwaltungen von der Prozessanalyse über technische Integration und Roll-out bis zum Change-Management. Die modulare Architektur soll es ermöglichen, einzelne Komponenten in vorhandene Workflows einzubinden oder aber als eigenständige Verfahrensunterstützung zu nutzen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Blick aufs Kanzleramt in Berlin von Außen, im Vordergrund sieht man unscharf eine Person, die mit einem Tablet hantiert

Fraunhofer FOKUS/ÖFIT: Leitlinien für KI im Staat

[15.06.2026] Ein Politikbrief mehrerer renommierter Forschungsinstitutionen zum KI-Einsatz in der Verwaltung liegt jetzt auch auf Deutsch vor. Das Papier skizziert unter anderem die Voraussetzungen, die nötig sind, damit KI die Verwaltung tatsächlich resilienter und handlungsfähiger macht – anstatt sie zu überfordern. mehr...

Blau hinterlegte, stilisierte Darstellung einer Waage, verschwommen dahinter die Umrisse einer Hand, die mit dem Zeigefinger in Richtung des Waagesymbols tippt.

Brandenburg: KI in der Justiz

[11.06.2026] Brandenburg baut den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz aus: Den Beschäftigten steht künftig eine KI-gestützte Recherchefunktion innerhalb der juristischen Datenbank Beck-online zur Verfügung. mehr...

Verpixelte, in Blau gehaltene Ansicht eines Bildschirms, der neben zahlreichen Nullen und Einsen die Buchstaben "KI" zeigt.

Thüringen: KI-Suite für Juris

[08.06.2026] Die Thüringer Justiz hat die Juris-KI-Suite flächendeckend eingeführt. Damit sollen die juristische Recherche erleichtert und Fachinformationen schneller erschlossen werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...

BMDS: Zuschlag für souveräne Cloud-Plattform

[27.05.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat zwei Konsortien mit dem Aufbau einer souveränen KI-Plattform beauftragt. Die PaaS-Lösung soll Anwendungen für Bund, Länder und Kommunen tragen. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 250 Millionen Euro. mehr...

Zwei lächelnde ältere Männer sitzen in einem historisch getäfelten Zimmer an einem polierten Holztisch, vor sich Dokumente.

Bremen: Dienstvereinbarung für den KI-Einsatz

[05.05.2026] In Bremen tritt eine neue Dienstvereinbarung zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung in Kraft. Mit internen klaren Regeln gibt sie den Mitarbeitenden Rechtssicherheit im Umgang mit KI und sorgt für Transparenz und Beschäftigtenschutz. mehr...

Frau vor Laptop_LLMoin-pilot-SH

Schleswig-Holstein: LLMoin-Pilot für die Landesverwaltung

[29.04.2026] In der Landesverwaltung Schleswig-Holstein ist das Pilotprojekt LLMoin gestartet. Bei 1.000 Beschäftigten wird der KI-Assistent nun in den IT-Arbeitsplatz integriert. Das norddeutsche Bundesland nutzt erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. mehr...

Wolters Kluwer (hier der deutsche Hauptsitz in Hürth) liefert Diktier-Workflow-Lösung an rheinland-pfälzische Justiz.

Wolters Kluwer: Von der Idee zur Anwendung

[28.04.2026] Wolters Kluwer lädt zum dritten GovTech Prompt-a-thon ein. Am 18. Juni werden Expertinnen und Experten aus dem öffentlichen Sektor sowie aus IT, Recht und Projektmanagement gemeinsam an zukunftsweisenden KI-Lösungen für reale Verwaltungsherausforderungen arbeiten. mehr...

Graph Intelligence

Materna/Neo4j: Strategische Partnerschaft

[17.04.2026] Eine strategische Partnerschaft für Graph-Intelligence und erklärbare KI haben Materna und Neo4j geschlossen. Damit baut die Unternehmensgruppe Materna ihre Kompetenz für vernetzte Datenanalysen in sicherheitskritischen und regulierten Umfeldern aus. mehr...

Nahaufnahme einer Hand eines futuristischen Roboters, der auf einer Tastatur tippt.

BMDS: Open-Source-KI-Module für die Verwaltung

[08.04.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in den vergangenen acht Monaten KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Planungs- und Genehmigungsverfahren als operative Assistenz unterstützen können. mehr...

Häne über Laptop-Tastatur, im Hintergrund ein Bildschirm mit Code, Lichtstimmung Türkis-Blau

Orientierungshilfe: KI in der Verwaltung – aber mit Datenschutz

[01.04.2026] Um Künstliche Intelligenz innerhalb der öffentlichen Verwaltung erfolgreich zu betreiben, müssen europäische und nationale Datenschutzverordnungen eingehalten werden. Der Bayerische Datenschutzbeauftragte hat jetzt eine Orientierungshilfe für die Umsetzung von KI-Projekten vorgelegt. mehr...

Ordner mit Namen Finanzamt und Steuererklärung

Bayern: Steuerverwaltung
 macht Tempo mit KI

[20.03.2026] Die bayerische Steuerverwaltung setzt für noch mehr Effizienz und Bürgerfreundlichkeit verstärkt auf KI-Lösungen. Entsprechende Pilotprojekte sind jetzt in den Finanzämtern Augsburg-Stadt und Regensburg gestartet. mehr...

Illustration: Mann sitzt mit freundlichem Roboter an Büroschreibtisch

Nordrhein-Westfalen: KI für schnellere Verwaltung

[04.03.2026] Der Verwaltungsassistent NRW.Genius ist das zentrale KI-Projekt in Nordrhein-Westfalen. Die Lösung wurde gezielt für alle Verwaltungsebenen entwickelt. Bald steht sie auch für die Finanzverwaltung zur Verfügung – aus Datenschutzgründen erfolgt der Betrieb im eigenen Rechenzentrum. mehr...

Vektorgrafik eines Laptops, im Hintergrund sind abgehakte Dokumente zu sehen.

Brandenburg: KI für Ausländerbehörden

[13.02.2026] Mit „Aufenthalt Digital“ verantwortet das Innenministerium Brandenburg ein bundesweit erfolgreiches Programm. Dieses erhält nun ein KI-Update: Eine neue Funktion prüft, ob digital eingereichte Dokumente die tatsächlich erforderlichen sind. mehr...

Blick über die Spree aufs Bundeskanzleramt

EU AI Act: Schlanke KI-Aufsicht für Deutschland

[12.02.2026] Das Bundeskabinett hat den Entwurf zum nationalen Durchführungsgesetz für den EU AI Act beschlossen. Ziel ist die Schaffung einer Aufsichtsstruktur für Entwicklung, Bereitstellung und Betrieb von KI-Systemen in der Verwaltung und Wirtschaft. mehr...