Nordrhein-WestfalenVergabe mit KI-Unterstützung

Die inhaltliche Vorbereitung von Vergabeverfahren kann mit KI wirkungsvoll unterstützt werden.
(Bildquelle: klyaksun/stock.adobe.com)
Beschaffungen und Vergaben sind ein wichtiges Element nahezu jeder Behörde. Nordrhein-Westfalen will die Vergabe durch Einsatz einer KI-gestützten Software beschleunigen. Bereits im April hatte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung einen Rahmenvertrag mit dem Start-up GovRadar geschlossen, der es den 427 Kommunen des Landes ermöglicht, die SaaS-Lösung zu nutzen. Durch einen weiteren, nun abgeschlossenen Lizenzvertrag kann die GovRadar-Software jetzt auch in Dienststellen der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalens eingesetzt werden. Damit entsteht erstmals ein digitaler Standard für die Ausschreibungsvorbereitung in einem deutschen Flächenland.
Anders als klassische Vergabetools, die sich oft nur auf die Abwicklung konzentrieren, fokussiert die KI-basierte Lösung von GovRadar vor allem auf die Leistungsbeschreibung: Die Software unterstützt bei der Erstellung von vergaberechtskonformen Ausschreibungsdokumenten, strukturiert automatisch Marktdaten, bietet erprobte Vorlagen für Leistungsbeschreibungen und automatisiert wiederkehrende Aufgaben.
Aufwendige Marktrecherche wird beschleunigt
„Die Kommunallizenz von GovRadar haben bereits 166 Kommunen beantragt. Dafür wurden 2.140 Lizenzen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen ausgeteilt“, berichtet Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Jetzt folge die KI-Unterstützung für Landesbehörden. Dies beschleunige nicht nur die Vergabeverfahren, sondern entlaste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch von Standardprozessen und langwierigen Recherchen. „Gerade bei der Vorbereitung von Vergabeentscheidungen müssen wir derzeit einen hohen personellen Aufwand betreiben. Das Land kann nun schneller und effizienter Investitionen tätigen, um benötigte Dienstleistungen und Ausrüstungen zu beschaffen“, so Sieveke.
Vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Start-up
Das Vorgehen des Landes Nordrhein-Westfalen sei ein „Beispiel für strategische Verantwortung im föderalen Staat. Ein Ministerium prüft zentral, ermöglicht allen Kommunen und Ministerien den Zugang und schafft damit einen SaaS-Standard, der Verwaltung handlungsfähig hält“, sagt Sascha Soyk, Gründer und Geschäftsführer von GovRadar. „So kann Zusammenarbeit zwischen Staat und GovTech-Start-ups funktionieren – als skalierbare, pragmatische Lösung statt teurer Insellösungen.“ Abrufberechtigt aus dem nun geschlossenen Rahmenvertrag sind unter anderem die Ministerien, die Oberen, Mittleren und Unteren Landesbehörden, Hochschulen und die durch das Land Nordrhein-Westfalen unmittelbar oder mittelbar unterstellten Unternehmen. In Zeiten von Personalknappheit und haushalterischen Grenzen erwartet das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung deutliche Vorteile.
Brandenburg: KI in der Justiz
[11.06.2026] Brandenburg baut den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz aus: Den Beschäftigten steht künftig eine KI-gestützte Recherchefunktion innerhalb der juristischen Datenbank Beck-online zur Verfügung. mehr...
Thüringen: KI-Suite für Juris
[08.06.2026] Die Thüringer Justiz hat die Juris-KI-Suite flächendeckend eingeführt. Damit sollen die juristische Recherche erleichtert und Fachinformationen schneller erschlossen werden. Die Nutzung der KI ist freiwillig. mehr...
BMDS: Zuschlag für souveräne Cloud-Plattform
[27.05.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat zwei Konsortien mit dem Aufbau einer souveränen KI-Plattform beauftragt. Die PaaS-Lösung soll Anwendungen für Bund, Länder und Kommunen tragen. Das Auftragsvolumen liegt bei knapp 250 Millionen Euro. mehr...
Bremen: Dienstvereinbarung für den KI-Einsatz
[05.05.2026] In Bremen tritt eine neue Dienstvereinbarung zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung in Kraft. Mit internen klaren Regeln gibt sie den Mitarbeitenden Rechtssicherheit im Umgang mit KI und sorgt für Transparenz und Beschäftigtenschutz. mehr...
Schleswig-Holstein: LLMoin-Pilot für die Landesverwaltung
[29.04.2026] In der Landesverwaltung Schleswig-Holstein ist das Pilotprojekt LLMoin gestartet. Bei 1.000 Beschäftigten wird der KI-Assistent nun in den IT-Arbeitsplatz integriert. Das norddeutsche Bundesland nutzt erstmals eine von Dataport angepasste Produktversion von LLMoin. mehr...
Wolters Kluwer: Von der Idee zur Anwendung
[28.04.2026] Wolters Kluwer lädt zum dritten GovTech Prompt-a-thon ein. Am 18. Juni werden Expertinnen und Experten aus dem öffentlichen Sektor sowie aus IT, Recht und Projektmanagement gemeinsam an zukunftsweisenden KI-Lösungen für reale Verwaltungsherausforderungen arbeiten. mehr...
Materna/Neo4j: Strategische Partnerschaft
[17.04.2026] Eine strategische Partnerschaft für Graph-Intelligence und erklärbare KI haben Materna und Neo4j geschlossen. Damit baut die Unternehmensgruppe Materna ihre Kompetenz für vernetzte Datenanalysen in sicherheitskritischen und regulierten Umfeldern aus. mehr...
BMDS: Open-Source-KI-Module für die Verwaltung
[08.04.2026] Im Projekt SPARK hat das BMDS in den vergangenen acht Monaten KI-Module entwickeln lassen, die komplexe verwaltungsrechtliche Planungs- und Genehmigungsverfahren als operative Assistenz unterstützen können. mehr...
Orientierungshilfe: KI in der Verwaltung – aber mit Datenschutz
[01.04.2026] Um Künstliche Intelligenz innerhalb der öffentlichen Verwaltung erfolgreich zu betreiben, müssen europäische und nationale Datenschutzverordnungen eingehalten werden. Der Bayerische Datenschutzbeauftragte hat jetzt eine Orientierungshilfe für die Umsetzung von KI-Projekten vorgelegt. mehr...
Bayern: Steuerverwaltung macht Tempo mit KI
[20.03.2026] Die bayerische Steuerverwaltung setzt für noch mehr Effizienz und Bürgerfreundlichkeit verstärkt auf KI-Lösungen. Entsprechende Pilotprojekte sind jetzt in den Finanzämtern Augsburg-Stadt und Regensburg gestartet. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI für schnellere Verwaltung
[04.03.2026] Der Verwaltungsassistent NRW.Genius ist das zentrale KI-Projekt in Nordrhein-Westfalen. Die Lösung wurde gezielt für alle Verwaltungsebenen entwickelt. Bald steht sie auch für die Finanzverwaltung zur Verfügung – aus Datenschutzgründen erfolgt der Betrieb im eigenen Rechenzentrum. mehr...
Brandenburg: KI für Ausländerbehörden
[13.02.2026] Mit „Aufenthalt Digital“ verantwortet das Innenministerium Brandenburg ein bundesweit erfolgreiches Programm. Dieses erhält nun ein KI-Update: Eine neue Funktion prüft, ob digital eingereichte Dokumente die tatsächlich erforderlichen sind. mehr...
EU AI Act: Schlanke KI-Aufsicht für Deutschland
[12.02.2026] Das Bundeskabinett hat den Entwurf zum nationalen Durchführungsgesetz für den EU AI Act beschlossen. Ziel ist die Schaffung einer Aufsichtsstruktur für Entwicklung, Bereitstellung und Betrieb von KI-Systemen in der Verwaltung und Wirtschaft. mehr...
ÖFIT: Nachnutzung generativer KI-Systeme
[12.02.2026] Eine ÖFIT-Untersuchung zeigt: Die Nachnutzung bestehender generativer KI-Systeme in Bund, Ländern und Kommunen ist möglich, die Schaffung einer Plattform für alle Akteure aber schwierig. Stattdessen empfiehlt die Studie eine gemeinsame Referenzarchitektur, basierend auf den Nutzerbedarfen. mehr...
Dataport/IBM: KI-gestützter Transkriptionsservice
[10.02.2026] Ob in der Justiz, im Amt oder im Bildungsbereich: In der öffentlichen Verwaltung wird viel besprochen, manuell transkribiert und dokumentiert. Das bindet Ressourcen. Dataport stellt eine KI-Lösung vor, die diese Arbeit erleichtert – und die speziell für den öffentlichen Sektor ausgelegt ist. mehr...













